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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-21 · Heft 17 (21.4.1863) · p. Seite 260

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 17 (21.4.1863)
Date
1863-04-21
Page
Seite 260 (sequence 8)
Language
German
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260 und hierbei durch den ersten Lehrer der Anstalt, Hrn. L. Wehl, der Festvortrag (Rückblicke auf Preußens Geschichte von 1763 bis 1813 und Beantwortung der Frage, warum wir „überhaupt" historische Gedenktage feiern) gehalten worden. Bei der, in der gedachten Schule am 30. v. M. abgehaltenen Jahresprüfung haben, wie immer, Schulrevisor und Schulvorstand ihre vollkommenste Zufriedenheit mit den guten Leistungen refp. Fortschritten der Kinder ausgesprochen. Seitens des obengenannten Herrn M. Lewy sind neulich in unserm Handwerker-Vereine zwei sehr lehrreiche Vorträge „über Preußen's Handelsvertrag mit Frankreich" gehalten worden. Ein Mitglied unserer Gemeinde, Herr Banquier L. Friedländer, welcher hier bei allen Sränden und Confessionen in hoher Achtung steht, feierte am 29. v. M. sein ävjähriges Bürgerjubilaum, zu welchem ihm nicht blos Seitens einer sehr großen Anzahl von Freunden und Bekannten, sondern auch von Deputationen des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung, des Vorstandes und des Repräsentanten-Collegii der Synagogengemeinde, so wie vom Rabbiner der letzter«, herzliche Glückwünsche dargebracht wurden. Durch den Herrn Oberbürgermeister Piper, welcher mit dem Magistrat repräsentirte, ward dem Jubilar im Namen und im Aufträge Sr. M. des Königs der „Kronen-Orden" 4. Klasse überreicht. Wie wir hören, so hat Hr. Friedländer dem Oberbürgermeister 50 Thlr. zur Unterstützung der Armen und eine gleiche Summe zu demselben Zwecke dem Vorstande der Synagogengemeinde übergeben. In dem diesjährigen Osterprogamme der hiesigen Realschule ist die statistische Notiz über die jüdischen Schüler, welche im verflossenen Schuljahre die Anstalt besucht haben, von der eigenthümlichen Bemerkung begleitet, daß zwar alle Zöglinge jüdischen Glaubens auch am Sonnabende an dem Unterricht Theil nehmen, aber nur die Wenigsten von ihnen am Sonnabende schreiben. — Im Programme des hiesigen Gymnasii ist in dieser Beziehung gar Nichts gesagt, ja nicht einmal die Anzahl der jüdischen Schüler angegeben. Und in den Programmen der höheren Schulen anderer Orte? — Breslau, im April. (Privatmitth.) Der außerordentliche Aufschwung, welchen jeder Bildungszweig in der Neuzeit genommen, hat auch dazu beigetragen, den Pflanzstätten derselben, den Schulen jeder Art, einen größeren Fortschritt in Bezug auf Disciplin und Methodik zu verleihen. Die Schulen haben angefangen, ein durch das allseitige Streben nach gründlicher Bildung immermehr zur Geltung kommender Factor des Staatslebens zu werden. Aber nicht allein die von dem Staate unterstützten Schulen haben sich zu jener Bedeutung emporgeschwungen, sondern auch Privatanstalten. Den Charakter der letzteren haben meistens die israelitischen Schulen, welche daher aus sich selbst angewiesen sind. Es wäre daher wünschenswerth, daß solche Anstalten, die als solche das specifisch-jüdische Element repräsentiren, auch von jüdischer Seite aus überall unterstützt und gefördert würden. Wie viel aber eine solche Anstalt unter energischer Leitung und gewissenhafter Mttwirkung ihrer Lehrer, sowohl in der elementaren als auch religiösen Bildung zu leisten im Stande ist, zeigt die aus geringen Anfängen sich immer mehr vergrößernde Anstalt des Herrn Dr. P. Joseph, welcher mit der größten Aufopferung dem Bildungsgänge der israelittschen Jugend eine zeitgemäße Richtung zu geben bestrebt ist. Unter Mitwirkung von tüchtigen und für die Jugendbildung begeisterten Lehrern, den Herren stud. H. Warschauer und H. Michaelis, hat sie in der am 15. c. abgehaltenen öffentlichen Prüfung ihrem Eifer entsprechende höchst günstige Resultate an den Tag gelegt. Beachtet man noch, daß diese Anstalt sich die Aufgabe gestellt hat, für die mittleren Klassen eines Gymnasiums vorzubereiten, so wird man dies um so höher anzuschlagen haben, weil damit eine längere Zeit gegeben ist, um für den so wünschenswerthen gründlichen Unterricht im Hebräischen Hinlängliches zu leisten. Möge diese Mittheilung unter Anderem auch dazu beitragen, den Eifer und die Begeisterung für diese Sache zu erhöhen und dem jüdischen Schulwesen eine entsprechend berechtigte Stellung zu verlechen, welche im Stande sei, die Borurcheile der Gegner des jüdischen Schulwesens als ungegründet hinzustellen. — Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 4. April. Die israelitische Cultusgemeinde hat der Mannschaft mosaischen Glaubens der hiesigen Garnison für die Osterseiertage einen Betrag von Einem

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