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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-21 · Heft 17 (21.4.1863) · p. Seite 259

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 17 (21.4.1863)
Date
1863-04-21
Page
Seite 259 (sequence 7)
Language
German
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259 gethan und sind überzeugt, daß dieses Institut in der Zukunft segensreich wirken wird.*) L. T. Preußen. Vom Rhein, 4. April. Unter diesem Dato enthält die „K. Z." Folgendes: In der Frage, ob auch Katholiken und Juden als Docenten an den Hochschulen von Königsberg, Greifswald und Halle zuzulassen seien, hat sich Hr. v. Mühler gemäß einem Schreiben vom 6. März d. I. an den Decan der medicinischen Facultät in Königsberg, betreffend die Habilitation des Dr. Samuel, in verneinendem Sinne ausgesprochen. Weder die lauten Anllagen über Verletzung der Parität in Preußen, noch der im vorigen Jahre erfolgte zweimalige Majoritäts-Beschluß des General-Concils der königsberger Universität, noch endlich die beinahe einstimmige Berurtheilung des in Frage kommenden Paragraphen durch die ganze wissenschaftliche Welt hat den Herrn Minister abhalten können, zu erklären, „es läge nach keiner Seite hin ein Bedürfnis vor zu der vom General-Concil befürworteten Aushebung der angeführten Bestimmung der Statuten". Was heute dem israelitischen Aspiranten geschah, kann morgen eben so auch der Katholik in Preußen erleben. („Kann"? oder „ist geschehen"? Woher der beständige Weheruf der katholischen Partei in Preußen nach Parität? Und hat die „K. Z." nur darum Klage über jenes Rescript, weil die Katholiken dadurch gleicherweise betroffen werden? Red actio n.) Frankfurt aD., 1. April. (Privatmitth.) Lassen Sie mich aus der am 28. Februar c. statrgefundenen ersten General-Versammlung des „Colonisations-Verein für Palästina" noch Folgendes nachtragen. Der Präses *) Bei dieser Gelegenheit machen wir auf die grenzenlose Frechheit aufmerksam, mit welcher jene impotente Clique in Mainz und Paris, die mit jüdischem Fanatismus Handel treibt, die Mendelssohnsfeier in Leipzig eine — Orgie nannte und mit den Schnapsgelagen der Chassidim in eine Linie stellte! Wie soll man nun jene Männer bezeichnen, welche „der beliebten Parteilosigkeit wegen" solche Blätter in Journalzirkeln und Lesevereinen coursiren lassen. Nein! als die Aftergeburt — nicht der Orthodoxie — sondern der modernen jüdischen Bildung und als die Schandflecken derselben müssen diese Blätter aus allen jüdischen Kreisen verwiesen werden! Die Redaction. des Central-Eomitös, Herr Fabrikbesitzer Moritz Lewy von hier, führte den Vorsitz und eröffnete die Verhandlungen durch eine Rede, in welcher er mit eben so schönen als kräftigen Worten die Tendenzen des Vereins) so wie die weittragende Bedeutung des Unternehmens überhaupt, auseinandersetzte. Es folgte der Rechenschaftsbericht pro 1860, 1861 u. 1862 und hierauf die Decharge. Aus ersterm ergab sich, daß die VereinSkasse bis zum Schluffe des Vorjahres 1084 Thlr. 6 Sgr. 8 Pf. vereinnahmt und 326 Thlr. 4 Sgr. 1 l Pf. verausgabt, mithin am Anfänge des laufenden Geschäftsjahres über ein Baarvermögen von 758 Thlr.! Sgr. 9 Pf. zu verfügen hatte. Beschlossen ward die Verstärkung des hiesigen Central-Comitvs durch 3 auswärtige Vereinsmitglieder. Als solche wurden sofort die Herren Rabb. Elias Gollmacher in Grätz, Pred. Dr. Sachs in Berlin und Privatgel. Hirsch Kalischer in Thorn (Verfasser von yr£ rrc-nj vorgeschlagen. Letztgenannter, welcher zugegen war, erllärte sich sogleich zur Annahme des Ehrenamtes bereit. Don den andern beiden Herren weiß Ref. bis jetzt noch nicht, ob sie angenommen oder abgelehnt haben. — Die Bildung von Zweig-Comites in Berlin und Posen ward ebenfalls zum Beschlüsse erhoben. — Endlich ward Seitens der Versammlung dem hiesigen Comite, welches das „Hauptcomitv" bleibt, noch aufgegeben, der nächsten General-Versammlung <s. G. w. im Frühj. 1864) einen Statuten-, so wie einen Geschäfts-Entwurf zur Prüfung resp. Genehmigung vorzulegen.*) — Wie wir vernommen, wird Seitens des Geschäftsführers unseres Central-Comite's, des unermüdlich thätigen Herrn Dr. H. Lorje, beabsichtigt, über die bisherige Wirksamkeit des Vereins, wie auch über die Verhandlungen der ersten General-Versammlung desselben, eine besondere Schrift zu veröffentlichen. An dem patriotischen Feste des 3. Februar in der Hauptstadt haben auch zwei jüdische Veteranen von hier persönlichen Antheil genommen. Der 17. März ist, wie in allen hiesigen Unterrichtsanstalten, auch in der „israelitischen Elementarschule" durch einen besondern öffentlichen Act gefeiert *) Das ist doch Etwas, was bei Bildung eines Vereins das Erste sein mußre. Wir gestehen offen, daß dies das besondere Motiv war, warum wir wiederholtes Ansuchen zum Eintritt abgelehnt, invem wir einem statutenlosen Verein nicht beiirrten mochten. Der Redakteur.

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