Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 17 (21.4.1863)
- Date
- 1863-04-21
- Page
- Seite 258 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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238 wonides zur jüdischen gethan hatte, zu setzen. In dem Versuche, den Albert hierin zum ersten Male machte, benutzte er aber auch Maimonides überall da, wo er mit Aristoteles nicht fortkommen konnte. Hierbei ist nun noch der Umstand von Wichtigkeit, daß Maimonides die Kenntniß des Aristoteles voraussetzen konnte. Albert aber den Aristoteles erst darstellen mußte. Daß daher M. den A. als Philosophen und Theologen weit überragt, ist zweifellos. Die Arbeit des Herrn vr. Joel reiht sich daher verdienstlich denjenigen der neuesten Zeit an, welche den Jrrthum einer völligen Jsclirtheit der jüdischen Denker und Philosophen immer mehr zerstreuen und die umfassende Einwirkung der jüdischen Religionsphilosophen auf die Entwickelung der mittelalterigen und die Begründung der modernen Philosophie (wir erinnern an Leibnitz!) ins Licht stellen. — „Haester's Lehr- und Lesebuch für die Oberklassen der Volksschulen. Für israelitische Schulen bearbeitet von Dr. Emanuel Hecht. Essen 1863." Diese zweite Auslage des in seinem Werthe anerkannten Lesebuchs wurde von dem rühmlich bekannten Lehrer Blumenfelv in Essen besorgt und zeichnet sich durch angemessene Ausscheidungen und Verkürzungen, sowie durch Hinzufügung gediegener Erzählungen und Dichtungen vor der ersten Auflage aus. Die siüheren Rügen über mehrere unjüdische Stellen sind berücksicbrigt worden. Der bedeutende Umfang (618 Seiten gr. 8.) bei einem Preise von 16 Silbergroschen und sehr angemessener Ausstattung trägt dazu bei, dies Buch zur Einführung in israelitischen Schulen empfehlenswerth zu machen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig, 27. März. (Privatmitth.) Aus dem uns vorliegenden Berichte über die Thätigkeit der hiesigen Mendelssohn-Stiftung in den Jahren 1861/62 entnehmen wir Folgendes: Im Januar 1861 wurde ein Aufruf erlassen diese Stiftung zu gründen, die eine große Theilnahme fand; am 4. März desselben Jahres wurde eine General-Versammlung einberufen, in der die vorgelegten Statuten en 1>Ive angenommen wurden. Die hohe Behörde genehmigte die Statuten; die nachgesuchten Corporationsrechte wurden bewilligt. — Die Stiftung hat im Laufe der Jahre 1861/62 folgende Unterstützungen gewährt: 6 ganzjährige und 2 halbjährige Stipendien für Studirende an der Universität; 4 ganzjährige und 1 halbjähriges Stipendien an Studirende am Conservatorium der Musik. Die Summe dieser Unterstützungen beträgt Thlr. 685., welche auf Conto der Section I. figurirt. Die Section H. weist folgende Unterstützungen auf; 1861: an 4 Gelehrte, 3 Kaufleute und 1 Handwerker, alle israel. Confession im Betrage von Thlr. 54. — 1862: an 1 Schüler des Gymnasiums, 1 Studirenden in Dresden, 1 Buchdrucker, 1 Bildhauer, 1 Sänger, 3 Gelehrte, 2 Kaufleute hier, 2 auswärts, 1 Schauspieler, 1 Schullehrer' auswärts, 1 Cantor auswärts, alle israel. Confession; ferner an 1 Gelehrten, 1 Lehrer und 1 Studirenden nicht israel. Confession. Dcr Betrag dieser Unterstützungen beläuft sich auf Thlr. 195. — Die Einkünfte der Stiftung bestanden in Ertrag eines Gedichtes von Dr. Moritz Rappaport in Lemberg, herausgegeben vom „Verein z. Ford, geist. Int. im Jud."; in Erlös einer Festrede des Dr. Goldschmidt, von diesem der Stiftung überwiesen, Beiträge der Mitglieder des Vereins z. F. g. Int. im Jud. Thlr. 505.; diverse Schenkungen und Spenden; bewilligte Jahresbeiträge von 103 Mitgliedern im Jahre 1861 und von 108 Mitgliedern im Jahre 1862; in freiwilligen Beiträge, Zinsen vom Fond rc. — Der feste Fond der Stiftung beträgt Thlr. 675. Die Zahl der Contribuenten im laufenden Jahre ist 120. — Der Verwaltungsrach der Mendelssohn-Stiftung besteht aus folgenden Herren: Gemeindevorsteher Hermann Meyer, Vorsitzender; Pred. Dr. Goldschmidt, Stellvertreter; Moritz Wolff, Schriftführer; Saul Finkelstein, Stellvertreter, und I. Max Frankel, Schatzmeister. Dem Verwaltungsrathe ist ein Ausschuß von 10 Personen beigegeben. — Der Verwaltungsrach spricht zum Schlüsse seines Berichtes allen Freunden und Gönnern dieser Stiftung den wärmsten Dank aus und richtet die Bitte an alle Menschenfreunde, besonders an die zahlreichen Fremden, die alljährlich hiesige Stadt besuchen, dieses wohlthätige Institut zu fördern und zu unterstützen. Möge die Bitte des geehrten Verwaltungsrathes beherzigt werden, damit die Stiftung im Stande sei, allen Wünschen der Bittenden zu entsprechen und alle an ihr gelangende Gesuche zu berücksichtigen! Wir freuen uns aus diesem ersten Berichte zu ersehen, daß die so junge Sttstung des Guten so viel