Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 16 (14.4.1863)
- Date
- 1863-04-14
- Page
- Seite 243 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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243 pulvis, qui tales libros ubertim operit. At Germanicam linguam characleribus llebraicis describere, hodie est usilatissitoum. Sic inler se non tantum vulgaria quaeque Germanice scribunl, sed et plurimos übros in Germanicam linguam conversos habent, et in dies plures convertunt." Den entschiedensten Beweis für das hohe Alter des Jndendeutsch, welches mit dem Colonieuthum der Juden auf deutschem Boden beginnt, giebt aber der ganze Sprachbau des Jndendeutsch, besonders des jüdisch-deutschen Bocalismus und Diphthongismus, welcher, wie er auch heute noch in der deutschen Verkehrssprache der Juden ausgeprägt ist, weit entfernt, eine jüdische Eigenthümlichkeit zu sein, das volle Gepräge des Althochdeutschen und Altniederdeutschen an sich trägt und den bestimmten Beweis liefert, wie tief das Judenthum sogleich bei seinem ersten Erscheinen auf deutschem Boden in Wesen und Sprache des deutschen Volkes eingedrungen ist und wie die wunderbare innere Zähigkeit und wiederum die ebenso wunderbare Fügigkeit des Judenthums das auf deutschem Boden Erworbene beständig treu und zäh festgehalten hat, vielfach sogar treuer unv zäher als das deutsche Volk selbst, sodaß man das in der Verkehrssprache des deutschen Volkes längst aufgegebene und vergessene Althochdeutsch und Altniederdeutsch mit überraschender Kundgebung im Jüdischdeutschen aufbewrhrt findet. Auf der andern Seite ist die jüdisch-deutsche Sprache wieder mit äußerster Gefügigkeit der deutschen historischen Sprachwandelung gefolgt, sodaß man ebenso viel Mittelhochdeutsches wie Neuhochdeutsches im Judendeutsch deponirt findet und somit das Judendeutsch eine große Zuverlässigkeit in Bewahrung der deutschen Sprachwandelungen aller Phasen besitzt, welche sehr überrascht und für die deutsche Sprachforschung von Wichtigkeit ist." Wir theilen die Ansicht des Herrn Verfassers, und wollen heute nur noch folgende Einzelbemerkung hinzufügen, welche mittelbar zur Bestätigung dient. Schon in vordenklicher Zeit waren die deutschen Juden von der deutschen Sprachweise so durchdrungen, daß sie, ungeachtet aller Accente, den deutschen penultimatischen Sylbemall unwillkürlich auch auf die hebräischen Worte übertrugen, also den Ton auf die vorletzte Sylbe legten, während er im Hebräischen auf der letzten liegt. ^Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Speyer, 26. März. iPrivatmitth.) Als einen Beweis, wie günstig die bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten in der Pfalz sind, diene Ihnen zur Thatsache, daß in den jüngst verflossenen Stadtrathswahlen viele Israeliten in der Pfalz von ihren christlichen Mitbürgern als Stadt- oder Gemeinderäthe gewählt wurden. So z. B. in Speyer, der Vorsitzende des Synagogen- Ausschusses Herr Carl David, so wie auch Herr Jacob Adler, in Germersheim Herr Valentin Cahn u. a. m. II. Preußen. Berlin, 24. März. (Privatmitth.) Auf die vielen Petitionen bezüglich des von der Verfassung verheißenen Unterrichtsgesetzes hat, da die Ueberweisung derselben an das Ministerium in den früheren Jahren ganz ohne Erfolg geblieben, das Abgeordnetenhaus endlich einen bestimmteren Schritt gethan und auf den Vorschlag seiner Commission eine Reihe von Resolutionen beschlossen, welche die Grundsätze für das zu erwartende Unterrichtsgesetz festsetzen sollen. Das Ministerium hat von vornherein erklärt, daß es sich durch diese Resolutionen durchaus nicht für gebunden halte, sie aber ernstlich prüfen werde. Es versteht sich von selbst also, daß unter dem jetzigen Ministerium ein Unterrichtsgesetz, wenn selbst vorgelegt, was stark zu bezweifeln, doch nicht zu Stande kommen werde. Jndeß ist die Aussprache des Abgeordnetenhauses an sich schon Etwas werth, indem sie doch immer ein weiteres Vorgehen der Gegner erschwert und für die Zukunft die Wege absteckt, welche dereinst gangbar gemacht werden sollen. Dennoch müssen wir gestehen, daß diese Resolutionen und noch weniger die darüber stattgefundenen Verhandlungen die Höhe erreicht haben, welche das Haus auf anderen Gebieten einnimmt. Es ist kein innerer logischer Zusammenhang unter den Beschlüssen, keine scharfe Präcisirung der Grundsätze, kein siegreiches Hervortreten des Princips. Die zweitägigen Debatten waren matt und kein einziger Redner hat ein entscheidendes und bleibendes Wort gesprochen. Wir Haben nur wenige Punkte hier hervorzuhebe«.