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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-07 · Heft 15 (7.4.1863) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 15 (7.4.1863)
Date
1863-04-07
Page
Seite 232 (sequence 12)
Language
German
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232 litische Familie von der Affenliebe der Seelenjäger endlich zur Ruhe und Sicherheit gelange. Rußland. Warschau, im März. Das jetzige Königreich Polen, Congreß-Polen, zählte aus 2331 OMeilen nach der Zählung von 1859: 4,764,446 Einwohner, worunter 599,875 Juden, so daß diese nach den Römisch- Katholischen die Hauptzahl bilden, und ungefähr jeder achte Mensch unserer Religion angehört. Aus Kurland, im März. (Privatmitth.) Wenn die Correspondenzen dieses Blattes aus Kurland das Verhalten der deutschen Junker in Kurland gegen die Juden wiederholt gebrandmarkt, und auch offen darauf hingewiesen haben, daß die in dieser Provinz ansässigen Russen von jenen um nicht viel besser behandelt werden: so giebt jetzt eine aus ihrer eignen Mitte erschienene Schrift, nämlich von Herrn Otto von Rutenberg verfaßt, ein lautes Zeugniß, wie der deutsche Adel in Kurland die lettischen Bauern unterdrückt, des Grundbesitzes beraubt und aller Rechte verlustig gemacht hat. Man verstand es, den ausdrücklichen Willen des Kaisers Alexander illusorisch zu machen und versucht es jetzt wieder, die Absichten unseres großsinnigen Kaisers, den Letten aus der Leibeigenschaft und zu Grundbesitz zu verhelfen, zu vereiteln. So wenig wie diese Junker den Juden gestatten wollen, ihre Güter zu betteten, und sie deshalb einem Paßzwange unterworfen haben, daß sie bei jedem Schritte von den wenigen chnen gestatteten Landstraßen mit einer Ladung Knutenhiebe bestraft werden, ebenso wenig erlauben sie vermittels eines gleichen Paßzwanges den lettischen Bauern sich aus ihrer Heimathsgemeinde zu entfernen und haben sie so an die Scholle gebunden, damit sie ihnen zur sichern Beute bleiben. Ein zur Veränderung dieses Gesetzes und zur Verbesserung der Lage der Letten nach Mit au berufener Landtag hat drei Gutachten hervorgebracht, welche, in ihren Vorschlägen verschieden, in ihrem Zwecke sich gleichen, durch ein neues Gesetz mit scheinbaren Concessionen die Fessel nur fester zu schlingen. Eine ihrer ersten Bedingungen ist selbstverständlich, daß kein Jude Grundbesitz erwerben dürfe. Alles dies ist in der gedachten Schrift des Herrn v. Rutenberg des Weiteren ausgeführt und hoffen wir, daß dieses tapfere und ttäfüge Wort in Petersburg die beste Aufnahme finden wird. Amerika. Chicago in Illinois, im Januar. (Occident.) Wir erfahren aus dem Briese eines Freundes, daß am Sabbath Mattoth, den 19. Juli v. I., ein junger Mann in der Synagoge erschien, der während des Gottesdienstes sehr aufmerksam war und nach Beendigung desselben unserm Correspondenten erzähtte, daß er ein unverheiratheter Schwede, jetzt in Wisconsin wohnend, sei, daß er wahrend fünf Jahre das Gesetz Mosis studitt habe und jetzt Nichts sehnlicher wünsche, als ein Mitglied des Hauses Jacobs zu werden. Ferner berichtete er, fünf Familien, Farmers, die in seiner Nachbarschaft wohnten, hätten denselben Wunsch wie er, beobachteten den Sabbath und enthielten sich der verbotenen Speisen so viel wie möglich. Nachtrag. Brüssel, 28. März. Heute beriech die Abgeordnetenkammer den mit der Schweiz abgeschlossenen neuen Handelsverttag. Eine heftige Debatte entstand darüber, daß in gewissen Cantonen jenes Landes Beeinttächtigungen der Rechte der Juden bestehen, welche Belgien nicht zulassen dürfe. Die Regierung erklätte, sie werde dem Bundesrathe mit aller nöthigen Vorsicht und Schonung Vorstellungen über den Gegenstand unterbreiten. Darauf hin wurde der neue Verttag beinahe einstimmig genehmigt und vettagte sich das Haus alsdann bis zum 14. April. (Das heißt so viel wie — gar nichts! Red. d. A. Z. d. I.) Smyrna, 19. März. In Smyrna hat wieder einmal ein Stück Judenverfolgung gespielt, weil ein Christenkind gestohlen sein sollte. Die christliche Bevölkerung hat alle Juden gräulich mißhandelt, bis endlich die Behörde einschritt und dreißig Uebelthäter verhaftete. Bern, 24. März. In dem Canton Aargau drohen die Ulttamontanen, falls der Bund zu Gunsten der Israeliten interventten würde, mit der Revision t

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