Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1863)
- Date
- 1863-04-07
- Page
- Seite 233 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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233 der Bundesverfassung. Die Ultramontanen werden von Tag zu Tag dreister. Die für die Revision nothwendigen 50,000 Stimmen, meint der berüchtigte Professor Schleuniger, find bald zusammen gebracht und dann Ade Bundesrath und Bundesversammlung. Kopenhagen, 24. März. Der frühere Stände- Deputirle, Staatsrath H. H. Holm, Israelit, ist in Dalsgaard bei Viborg in dem Alter von 77 Jahren verschieden. Dirschau, 22. März. (Privatmitth.) Eine neue Mortara-Geschichte. Vor etwa fünf Jahren gebar ein hiesiges jüdisches Mädchen außerehelich einen Knaben und ließ chn nach jüdischem Ritus in die jüdische Religion aufnehmen. Kurz darauf verklagte sie einen hiesigen Christen wegen Alimente. Nachdem die Verurtheilung desielben erfolgt war, erließ der hiesige Kreisrichter die Verfügung, daß das Kind dem jüdischen Vormunde entzogen und von dem hiesigen evangelischen Pfarrer getauft werde. Ich als Cultusbeamter und die Mutter des Kindes haben hiergegen beim Appellaüonsgerichte in Marienwerder protestirt und steht die weitere Entscheidung zu erwarten.*) Schönfeld, Cantor. *) Das „Allg. Preuß. Landrecht" entscheidet gegen die jüdische Mutter, während es einer christlichen Mutter das Recht, ihr uneheliches Kind nach ihrer Eonfesston zuspricht. In unserer bekannten Petition an das — liberale Staats - Ministerium von 1859 haben wir die gesetzliche Gleichstellung gefordert — aber nicht erlangt. Es bedarf eines Gesetzes, um diesen $. des A. L.-R. zu ändern, aber woher soll dieses Gesetz kommen? Die Redaction der A. Z. d. Judth. Anzeigen. Zum 1. April 1863 ist die hicstge Cantor- und Schächter-Stelle vacant. Dieselbe bringt ein firirtcs Gehalt von circa 500 Thlr. ein. Qualificirte Bewerber wollen sich gefälligst umgehend an Unterzeichneten hiesigen Vorstand melden. Reisekosten werden nicht vergütet. Meldungen franco. Berent, den 10. März 1863. Der Vorstand der hiesigen Syn.-Gemeinde. B Caspary. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht auf sofort oder spätestens zu nächstem Semester einen Elcmcntar- Lehrcr. Reflectantcn wollen sich baldigst bei dem Unterzeichneten melden, welcher alsdann nähere Auskunft erthcilcn wird. Lüthorst, Amt Einbeck, den 25. März 1863. L. Schiff, Vorsteher. Annonce. Die hiesige Cantor-, Schächter- und Lehrer-Stelle soll zum 15. April d. I. besetzt werden, es kann diese sowohl ein unverheirathetcr als verheirathcter Mann bekleiden; erstcrcr erhält 120 Thlr. jährliches sirirtes Gehalt, Schechita rc., freie Wohnung; letzterer 150 Thlr. rc. Hierauf reflcctirendc Candidaten wollen sich gefälligst in portofreien Briefen an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Nauen, den 27. März 1864. P. Behrendt. Ein jüdischer Lehrer und Vorsänger erhält bei einem fircn Gehalt von 120 Thlr. und freier Wohnung sofort Stellung. Nähere Auskunft auf portofreie Anfragen crtheilt Der Synagogen - Vorstand zu Groningen bei Halberstadt. Ein unverheirathetcr Schächter, der zugleich gut deutsch spricht und schreibt, wird für eine kleine Provinzialstadt im Regierungsbezirk Frankfurt a/O. zum sofortigen Antritt gesucht. Resiectanten belieben sich persönlich bei Herrn Dr. med. S. Btldt in Berlin, Neue Fricdrichstr. 27, vorzustellcn. Durch Berufung des Herrn vr. Wolfsohn als Rabbiner nach Aachen ist die hiesige Predigerrcsp. Rcligionslebrer-Stelle sofort anderweitig zu besetzen. — Geeignete Candidaten wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse an den Vorstand wenden. Gehalt 400 Thlr. Colberg, den 25. Mär; 1863. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Gronau. W. Lövinthal. I. Eger. An der hiesigen Religionsschule wird zum 1. Mai d. I. die zweite Lehrerstelle vacant. Das Gehalt ist bei einem Firum von jährlich 150 Thlr. mit noch einigen Ncbcneinnahmen verbunden und wird noch bemerkt, daß die Aspiranten die übrige Zeit zur eignen Ausbildung benutzen können, indem hier nur 4—5 Stunden täglich unterrichtet wird. Bewerber wollen unter Einsendung ihrer Zeugnisse sich baldigst beim Unterzeichneten Vorstande melden. Schlawe, den 16. März 1863. Der Vorstand. S. H. Groß.