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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-04-07 · Heft 15 (7.4.1863) · p. Seite 227

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 15 (7.4.1863)
Date
1863-04-07
Page
Seite 227 (sequence 7)
Language
German
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LL7 Preußen. Frankfurt a/O., im März. lPrivatmitth.) Die Prüfung für den einjährigen Militärdienst war von der Behörde im Amtsblatte auf den 2 l. März d. I. festgesetzt. Da dieser Termin auf Sonnabend fiel und zwei meiner Pensionäre dabei betheiligt waren, so ersuchte ich den Herrn Rabbiner unserer Gemeinde, aus religiösen Gründen aus Verlegung des Termins anzutragen. Mit lobenswerther Bereitwilligkeit unterzog sich der würdige Geistliche dieser Bemühung und die Militärbehörde war so freundlich, den Termin aus den 20. desselben Monats zu verlegen. — In unserer Gemeinde ist neulich ein „Brüderverein" entstanden, zu dessen Vorstehern auch der Unterzeichnete gewählt wurde. Tendenz des Vereins ist Beförderung treuer Freundschaft unter den Mitgliedern, sowie persönliche und pecuniäre Unterstützung in Krankheitsfällen nebst Erweisung der letzten Ehren. Ein Local ist gemiethet, in welchem alle 14 Tage Versammlungen stattfinden, der Belehrung und Unterhaltung gewidmet. Zu diesem Zwecke sollen geeignete Vorträge gehalten und die besten Zeitschriften gelesen werden, wobei der jüdischen Presse, sowie besonders der Producte des Instituts zur Förderung der israel. Literatur nicht vergessen werden soll. Der Herr Rabbiner, welcher vor einem Jahre aus die Nothwendigkeit eines solchen Vereins in einer schönen Predigt hinwies, ist mit Stimmeneinhelligkeit zum Ehrenmitgliede ernannt worden. Der Verein zählt schon nahe an 50 Mttglieder und kann bereits Geld zinsbar anlegen. — Unser Colonisations- Verein für Palästina man astnc -piN ave" hielt am 28. v. Mon. die auch in dieser Zeitung angekündigte Generalversammlung. -/3 der erschienenen stimmfähigen Mitglieder waren Auswärtige, zum Theil aus weiter Ferne. Die Versammlung bewahrte während ihrer 5 ständigen Dauer, ungeachtet lebhaftester Discussion dic größte Würde, und beim Schlüsse traten neue Mitglieder dem Vereine bei. Beschlossen wurde, daß die Leitung in den bisherigen Händen zu Frankfurt a/O. bleibe, jedoch 3 von Herrn Lehren zu Amsterdam gewünschte, vom Unterzeichneten vorgeschlagene auswärtige Berühmtheiten hinzutreten. Die Bücher des Vereins waren zu freier Durchsicht für die Mitglieder auf den Tisch gelegt, und sämmtliche Ausgaben wurden von der Versammlung genehmigt. Die Einnahmen hatten sich jedes Jahr bedeutend vermehrt, und es ist dem Leiter des Vereins gelungen, die Zustimmung der hervorragendsten Männer unseres Volkes zu erhalten. Auch die Herren Ober- Rabbiner zu London, Paris, Adrianopel, sowie einer großen Anzahl sehr angesehener Rabbiner haben sich für das Colonisattonsunternehmen ausgesprochen, und neulich wurden wir durch mehrere Briese aus Jerusalem erfteut. Einer derselben war von dem österreichischen Consul für Palästina, Herrn Ritter Lenk von Wolfsberg, welcher dem Unternehmen seinen Schutz zusichert; ein anderer von dem Herrn Ober-Rabbiner zu Jerusalem, dem Lilsellsm-Lsscdi, welcher seine wärmste Zustimmung giebt und alle Edlen in Israel zur kräftigsten Unterstützung mahnt. Dieser Brief ist vollständig in Nr. 11 des „Hamagid" veröffentlicht. Aus Afrika, Australien und Amerika erhiellen wir bereits erfreuliche Zeichen von Sympathie. Auch der berühmte Reisende, Herr Benjamin, welcher Palästina aus eigener Anschauung besser als irgend Jemand kennt, bestätigte uns, daß das Unternehmen vollkommen ausführbar sei. Darum zögert nicht, gottgesegnete Brüder, dieses große Werk zu fördern, welches nicht nur Palästina, sondern ganz Israel zum Segen gereichen muß. Der Unterzeichnete ist zur Annahme der Spenden für den Verein berechtigt. Dr. H. Lorje, General-Director des C.-V. f. P. Avö Westphalen, im März. (Privatmitth.) Den vielfachen in jüngerer Zeit laut gewordenen Klagen über die precäre Stellung unserer Lehrer gegenüber — die allerdings in vielen Punkten nur zu gerechtfertigt sind — sei es uns auch einmal gestattet, die Kehrseite zu betrachten und auf die anerkennenswerthen Leistungen unserer Gemeinden hinzuweisen. Gleich beim ersten Blick wird es sich da zeigen, daß die Opfer unserer Glaubensgenossen für Unterricht und Cultus die der übrigen Eonsessionen ganz bedeutend übersteigen, und wenn auch der Gegenstand des Vergleiches kein glücklich gewählter ist — bekanntlich steht die äußere Stellung der christlichen Collegen in schneidendem Contraste zu der Würde ihres Berufes —, so weiß man doch, daß der große Haufe stets geneigt ist, Parallelen zu ziehen und seine Handlungsweise mit der seiner Umgebung in Verbindung zu setzen. — Allmälig wird

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