Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1863)
- Date
- 1863-04-07
- Page
- Seite 225 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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225 Druck und reiche Zuthaten prachtvoll ausgestatteten Ausgabe des Sifra haben es die Herren Schloßberg und Weiß nicht an mannigfachen Opfern fehlen lasten, und sich dadurch die Anerkennung der gelehrten Welt im höchsten Grade verdient. Selten ist aber auch ein Werk, dessen gefällige, splendide Ausstattung allein schon einen wohlthuenden Eindruck macht, so einstimmig und mit wahrem Jubel von der Preste begrüßt worden, als eben das angezeigte. Eine gute, kritische Ausgabe des Sifra, des ältesten Commentars über das 3. B. M., der hoffentlich die der Mechiltha und des Sisre, der beiden ältesten Commentare über das 2., 4. und 5. B. M. als Fortsetzung sich auch anreihen werden, war längst ein allgemein fühlbares Bedürfniß, da eine complete gleichmäßige Edition der drei ältesten Bibelcommentare und Midraschim aus einer Officin, seit dem Jahre 1545 (bei Daniel Bömberg in Venedig) bisher noch nicht hervcrgegangen ist. Die hohe Bedeutung und Wichtigkeit dieser Werke aber, die schon wegen ihres Alters ehrwürdig sind, ist längst anerkannt und die neuesten, ja sogar freisinnigsten Bibelforschungen — haben es klar und unwiederlegbar dargethan, daß durch die Verbreitung und kritische Bearbeitung dieser colossalen Denkmäler der Thanaimperiode ein wahrhaft gründliches, wissenschaftliches Studium des Talmuds erst angebahnt werden kann. Es ist hier nicht der Ort über die Redaction, das Alter und den Einfluß des Sifra udgl. zu sprechen, worüber Schem Hagedolim s. v.; Jad Maleachi §. 256 und 503 und Zun;, gottesdienstliche Borträge S. 46 weitläufige Untersuchungen angestellt haben. Herr Weiß hat in seiner trefflich geschriebenen Einleitung alle die hieher gehörenden Themata, über das Alter, den Verfasser; über die Sprache und die Schriftauslegung desselben klar und lichtvoll behandelt und dabei auch kritische Streiflichter auf die neue einschlägige Literatur, namentlich auf l)r. Frankel's treffliche und vielbesprochene Hodegetik geworfen; aber ohne dabei den ernsten, streng wissenschaftlichen Ton im Mindesten zu verleugnen. Als eine höchst willkommene Beigabe müssen wir überdies noch besonders die Massoreth Hatalmud des Herrn Weiß hervorheben, da derselbe sich bemüht hat, alle Parallelstellen aus dem reichen talmudischen Schristthume und die zahlreichen Varianten nebst kurzen Erklärungen aus anderen Werken und Commentaren mit unsäglichem Fleiße zu sammeln und in möglichst gedrängter Uebersicht darzustellen. — Ueber die Bortresslichkeit und Wichtigkeit des nach einem Oxforder Manuscripte vollständig herausgezebenen Commentars von R. Abrah. b. David brauchen wir wohl nicht erst viel zu sagen, da jeder Kundige wohl weiß, welche gelehrte Autorität und Capaciräl R. Abrah. b. David auf talmudischem Gebiete ist. Wer kennt nicht dessen scharfe und schonungslose Kritik «Hassagoth) des großartigsten Werkes von Maimuni? Dessen Commentar zum Sifra wurde daher stets sehr geschätzt und von den Alten häufig citirt und eine Herausgabe desselben schon längst wünschenswerth. Nach Sifthe Jeschenim wurde sogar bereits dieser Commentar in Konstantinopel edirt; aber die Bibliographen bezweifelten dir Richtigkeit dieser Angabe, weil kein einziges Exemplar dieser konstantinopler Edition in Europa bisher bekannt war. In jüngster Zeit hat Herr Professor L. della Torre in Padua die Mittheilung gemacht, daß er im Besitze der wahrscheinlich im Anfänge des 16. Jahrhunderts in Konstantinopel besorgten Ausgabe des Sifra nebst dem Commentar des Rabed sei, daß aber dieselbe nur etwa ein Sechstel des Textes und des Commentars enthält. Wir haben also hier durch die eifrigen Bemühungen des Hrn. I. Schloßberg und dessen Bruders Hrn. L. Schloßberg in London, der die Abschrift des Manuscriptes besorgte, zum ersten Male eine vollständige und correcte Ausgabe, die allen Anforderungen zu entsprechen redlich bestrebt war. Hr. Weiß hat in der Einleitung über den Commentar und dessen Verhältniß zu den anderen Werken des Rabed, wie zu dem weitläufigen Sifra-Commentar Korban Aaron ausführlich gesprochen. — In dem bei unseren Talmudausgaben, Berachoth 98 ff. als Anhang beigegebenen csn "bba und rm72 £'m' werden die Erklärungen des Rabed sehr häufig citirt, und bei einiger sorgfältigen Vergleichung haben sich uns einige nicht unwichtige Varianten ergeben. Ucberhaupt wäre es zu wünschen gewesen, wenn Hr. Weiß, dem freilich enge Grenzen gesteckt waren, über die 13 Regeln des R. Jifchmael und die 7 Midoth des Hillel, sich weitläufiger ergangen hätte. Sonderbar ist es aber, daß derselbe nicht bemerkt hat, daß im Sifra S. 3 von 7 Midoth des Hillel gesprochen wird und nur 0 aufgezählt werden! bp : rrrria ■'rp: :-b arm7a aaaJ mm zpm brr; nxvot rami bba* smiro ■'aci mo mw n:aim .irrr» 37ab ra-.i -inrr aipna -q Bei Rabed und R. Schimschon aus Chinon i Sefer Kerithoth) findet man wirklich nach Nr. 2 arr -paai eingeschoben; aber vergleicht man wiederum die Relation des Sifra mit den Angaben in der Toßiftha, Sanhedrin Ab. 7 und Aboth d. R. Na-