Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1863)
- Date
- 1863-04-07
- Page
- Seite 224 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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224 wenn er die Ehre hatte, Hofjude zu sein! (Wie häßlich klingt das in mein Ohr, das beiläufig mit dem gestern erhaltenen Hörrohr des Prof. Wichmann in Hannover viel bester hört.) Von Kindesbeinen an, d. h. so lange ich von Vaterlandsliebe nur etwas horte, war es mein Wunsch, sie an den Tag legen zu können. Aber es war und ist nicht möglich." Recht; E. konnte schreiben: „es war und ist nicht möglich", aber er durfte sich nicht äußern: „es wird nicht möglich sein", denn 18 Jahre später war es möglich! Wir mögen nun nur noch die wenigen, aber treffenden Worte hinzufügen, welche I. Paul, nachdem er sich in Berlin aufgehalten, am 5. Tecember 1797 schreibt: „Es wird Sie meine Nachricht freuen, daß die Juden in Berlin den aufgeklärten Theil Berlins ausmachen — daß sie die jüdische Noblesse heißen — fremde Künstler und Gelehrte an sich ziehen — in Graun's Passion gegen sich selber singen und zu witzig sind." Literarischer Wochenbericht. Leipzig, 22. Februar 1863. Im Jahre 1861 erschien in St. Petersburg eia Werk in russischer Sprache, betitelt: „Ueber einige mittelalterliche Beschuldigungen gegen die Juden" von D. A. Chwolson, Professor der hebräischen und syrischen Sprachen und Literatur an der Universität zu St. Petersburg. Es muß mich nicht wenig befremden, daß diese geschätzten Blätter bis heute über dieses Werk keine Recension, ja nicht ein Mal eine Anzeige über das Erscheinen dieser Schrift brachten. Daß die hierländischen jüdischen Gelehrten diese Schrift nicht recensirten, läßt sich wohl dadurch erklären, daß sie der russischen Sprache nicht mächtig sind, aber daß im großen Czarenreiche kein einziger Israelit sich gefunden, der sich der Mühe unterzogen hatte, dieses vortreffliche Werk in dem verbreitetsten Organ des Judenthums zu besprechen, erscheint uns wahrlich sonderbar. Und doch glauben wir, lohnt cs sich wohl der Mühe, ein kurzes Referat darüber zu geben. Der Verfasser, von Geburt ein Jude, beweist in dieser Schrift, aus Grund historischer Facta, die Nichtigkeit der Beschuldigung über den Gebrauch christlichen Blutes, und durch seine gründliche Kenntniß der Juden und des Judenthums, wirft er die judenfeindlichen Schriftsteller, wie Eisenmenger und Consorten, völlig zu Boden. Durchdrungen von dem berühmten Ausspruch des Dichterfürsten Lessing: „Jeder sage, was ihm Wahrheit dünkt und die Wahrheit selbst sei Gott empfohlen" hat der geehrte Verfasser mit lvbenswerther Anerkennung die verschiedenen Quellen studirt und die gesammelte Frucht unparteiisch und wahrheitsliebend in der betreffenden Arbeit niedergelegt. Wenn ich Stellen und Auszüge aus diesem Werke hierherzusetzen unterlasse, so geschieht es deshalb, weil doch Ihren deutschen Lesern derartige Schriften genügend bekannt sind, und dann hat der Vers, viele deutsche Quellen zu seiner Arbeit benutzt, wie z. B. Grätz' „Geschichte der Juden", Zunz' „Zur Geschichte und Literatur, Für st's „vlbliotlieca Jmlaica“, so wie auch die Schriften eines Ezechiel Landau, Baruch Jeitteles, Aron Chorin u. m. A. — Für die russischen Juden sowohl, als auch für die Russen selbst hat dieses Werk großen Werth, da, unseres Wissens, in Rußland Niemand diese so wichtige Frage in so unparteiischer Weise (in russischer Sprache) erörtert und beleuchtet hat. Der geehrte Herr Verfasser hat durch Herausgabe dieses verdienstvollen Werkes sich den Dank aller Wahrheitsfteunde erworben. Die Christen haben also hier wieder ein Zeugniß eines vollständigen Sachkenners, der ihrer Religion angehört. Ein getaufter Jude hätte doch wahrlich keine Veranlassung, die Wahrheit auch nur zu verschleiern. — Schließlich will ich noch bemerken, daß das Werk 216 Seilen stark und in einem fließenden Styl geschrieben ist. L. T. Gr.Becskerek, 10.Marz. sin 31 tnss -irS'zrT. yVYJDTn "fasT-ir: cws rr .... örrrts nin 'i rsn (Sifra, Baraitha zum Leviticus mit dem zum ersten Male nach einem Oxforder Manuscripte vollständig gedruckten Comm. des R. Abraham ben David, nebst kritischen Noten und Randglossen von I. H. Weiß). Wien. Eigenthum und Verlag von Jacob Schloßberg. 1862. VII u. 115 doppelst Fol. — Der ungeheure Aufschwung, der gegenwärtig in glücklicher und in wahrhaft staunenerregender Weise die jüdische Literatur trotz der Ungunst der Zeitverhältnisse und der schwachen Theilnahme des Publicums genommen, bringt täglich neue, wichtige und vortreffliche Erscheinungen auf den Büchermarkt, denen man es wahrlich nicht ansieht, mit welcher edlen Aufopferung und Hingebung, mit welchen außerordentlichen Schwierigkeiten und Hindernissen, sowohl von Seiten der Schriftsteller als auch der Herausgeber und Verleger dieselben zu Tage gefördert wurden. Bei der vorliegenden, durch schönen k