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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-03-31 · Heft 14 (31.3.1863) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 14 (31.3.1863)
Date
1863-03-31
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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2 Beilage zu No. 14 der Allg. Ztg. d. Zudenth. Am Schlüsse der, von dem Mitgliede des Curaroriums, Herrn S. Dreher, veröffentlichten Abfertigung der Erwiederung des Fräulein Nathan (Beilage zu No. 5 der Allg. Zeit. d. Judenth.) hat genannter Verfaffer weitere Berichterstattung versprochen. Das Curatorium übernimmt hiermit die Erfüllung dieses Versprechens, enthält sich dabei jeden Resonnemcnts und läßt die Thatsachcn für fich sprechen. — In seiner Sitzung vom 15. December v. Z. beschloß das Curatorium wie folgt: sub 2 des Protocolls: Da Fräulein Nathan auf das Schreiben des Curatoriums vom 2. Novbr. eine Antwort, dem geschäftlichen Inhalt des Schreibens entsprechend, nicht crthcilt, sich vielmehr darauf beschränkt hat, den Empfang des Briefes dem Mitgliede des Curatoriums, Herrn A. Rosenthal, privatim anzuzeigen, so . nimmt das Curatorium an, daß Fräulein Nathan die Beköstigung und Verpflegung der Kinder nicht fortsctzen, sich vielmehr auf das ihr statutenmäßig gewährleistete Recht der Beaufsichtigung beschränken wolle. — Es solle daher Fräulein Nathan aufgcfordcrt werden, die in ihrer Obhut befindlichen Waisenkinder am 1. Januar 1863 dem Curatorium zu übergeben, und soll ihr zugleich mitgetheilt werden, Laß, falls sie der Aufforderung nicht nachkömmt, ihr, wie cs fich von selbst versteht, vom 1. Januar 1863 keine Kostgelder mehr gezahlt werden. Von diesem Beschlüsse wurde sofort dem Fräulein Nathan brieflich Mittheilung gemacht. Uebcr den Erfolg weiter unten. Zufolge eines weiteren Beschlusses in gedachter Sitzung richtete das Curatorium folgende Beschwerde an den Ober- Präsidenten in Münster: Sr. Ercellenz dem wirklichen Staatsminister und Obcrpräfidenten von Westfalen, Herrn von Ducsberg, Ritter rc. Münster. Das Curatorium des jüdischen Waisenhauses für Westfalen und Rheinland in Paderborn berichtet gehorsamst in Angelegenheiten des gedachten Waisenhauses. — Euer Ercellenz ist es bekannt, daß im Jahre 1855 durch das Fräulein Fanny Nathan hicrselbst ein jüdisches Waisenhaus für Westfalen, dem sich später die Rhcinprovinz anschloß, gegründet und von Sr. Majestät dem^Königc durch die Conccsfion vom 3. August 1855 sammt dem entworfenen Statut bestätigt wurde. Anfangs hatte man die gegründetste Ursache zu glauben , daß das neue Institut einen ersprießlichen Fortgang nehmen würde; die Spenden flössen von allen Seiten reichlich und cs hatte sich bereits ein Fond von ca. 11,000 Thlr. angcsammcll : da trat mit einem Male Fräulein Nathan mir dem Projccte hervor, für das Institut ein Haus zu bauen, was auch vom Herrn Landrath Grasso befürwortet wurde. — Hierauf sind zwei Gärten zum Preise von 2850 Thlr. acquirirt, der Bau des Hauses zu 13,600 Thlr. in Accord gegeben und wenn man die noch fehlenden Nebenarbeiten dazu rechnet, so wird sich ein Baucapiral von ca. 20,000 Thlr. Herausstellen. Wir bedauern cs tief, hierzu unsere Genehmigung crtheilt zu haben, allein das Geschehene ist nicht mehr zu ändern und da wir nebenbei zum völligen Ausbau noch eine Schuld von 3700 Thlr. haben contrahiren müssen, so erachten wir es als eine heilige Pflicht, nunmehr so sparsam als möglich aufzuttcren, um auf der andern Seite den Waisenkindern die Mittel der Ernährung und Erziehung zu erhalten. Hierzu bedarf cs aber jetzt der Unterstützung unserer Vorgesetzten Behörden, da wir leider seit geraumer Zeit mit Fräulein Nathan in Conflict gerathen und deren maßlose Verschwendung nicht länger dulden können. Tenn Fräulein Nathan hat sich erlaubt, das Waisenhaus, wclckcs doch eigentlich durch Einfachheit imponiren sollte, auf die luxuriöseste Weise auszustatren und paßt die bereits entwickelte innere Einrichtung wohl für eine hohe Herrschaft, am allerwenigsten aber für arme Waisenkinder, welche durch Almosen ernährt werden. Auch find wir hinsichtlich dieses Punktes nickt einmal bestagt und ist unsere Genehmigung hierzu nicht cingeholt worden. Um aber das Maaß der Verwirrung vollständig zu machen, hat Fräulein Nathan jene 7—800 Thlr. hinter sich behalten, welche dieselbe aus einer zu Gunsten des Waisenhauses und zwar zur inneren Einrichtung derselben veranstaltet gewesenen Lotterie eingenommen hat. Ja noch mehr! Fräulein Nathan ist ohne Auftrag des Curatorii auf Reisen gegangen, hat die für das Waisenhaus bestimmten Jahrcsspcndcn thcilwcise cingczogen und einen Ertrag von ca. 1200 Thlr. für sich behalten. Wir übergeben in den Anlagen unter Anderen die desfallstgcn Schreiben der Vorstände der Synagogengcmcinden j;u Münster, Bielefeld und Schwelm vom 14. October,

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