Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-03-03 · Heft 10 (3.3.1863) · p. Seite 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 10 (3.3.1863)
Date
1863-03-03
Page
Seite 147 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226364-3226375--21051-3300919
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

147 Bonn, 20. Februar. Wie neulichst eine englische Uebersetzung der Werke von Spinoza erschienen ist, welche allerdings nach dem Urtheile englischer Journale sehr verfehlt sein soll, so wird jetzt bei Hachette in Paris eine französische Uebersetzung von I. G. Prat veröffentlicht. — Augekommen: nbir rns^arr, eine metrische Uebersetzung des Schiller'schen Gedichtes „die Kiudesmörderin" von Daniel Ehrmaun «Prag 1863), vielfach sehr gelungen und in einer flüssigen correctea Form. — Predigt zur Einweihung der neuen Synagoge zu Steinau a. d. O. von Rabbiner Dr. Moritz Landsberg zu Liegnitz. Steinau a/O. 1863. Die Predigt deutet Zacharias 4. 6 auf den Tempel, auf das Leben und auf die religiöse Aufgabe des Israeliten mit vieler Sinnigkeit und tiefem Gefühle, und dies in einem ausgezeichneten Redefluffe, der nur bisweilen den begabten Redner verleitet, sich ihm allzu sehr hinzugebeu. Das rechte Maß ist bei der Predigt gerade um so nöthiger, je höheren Schwung, je größere Erhebung der Redner bewirkt- — Orazioni due per onlinazioni rabbiniche di Lelio Deila Torre. Rabb. Profess. Padova, 1863. Wir haben schon öfter Gelegenheit gehabt, die glänzende und hinreißende Beredsamkeit zu rühmen, welche Prof. Della Torre bei seinen akademischen Reden entwickelt, und fanden diese auch in den vorliegenden zwei Reden bewährt. Die erste derselben handelt über 4. Mos. 23, 13 vom „religiösen Eifer", einem Thema, das gewiß zeitgemäß ist, indem einen solchen zu wecken ebenso Noth thut, wie ihn vor aller Ausschreitung zu wahren. Daß der Redner den religiösen Eifer nur in seiner Reinheit schildert, wie er sich äußert und bethatigt, läßt sich voraussetzen, und er löste seine Aufgabe im Dienste der Religion und der Liebe in trefflicher Weise. Die zweite Rede setzt über Jesaias 11, 2 „den Geist Gottes" in seiner Wesenheit und feinen im Menschengeiste zur Thätigkeit kommenden Eigenschaften würdig auseinander. Daß es überall an Hinweisungen auf Schrift und Talmud nicht fehlt, ist selbstverständlich.- nnbbt nrVw rvtnn ■'Sto ns:: -on mb» ansJ nso -,rr-2:ibs. Wilna 1863. Ein ausführlicher Bericht über diese intereffante Schrift liegt vor, und wird baldigst abgedruckt werden. — c^na min ied «sin m «“.so '•"in 's cy enpn nsob b'r 'pn E'srnn ■,sm» bbis Tn -p cn-oN Wien 1862. Um unsere Leser aufs Kürzeste mit dem höchst bedeutenden Werke, einer wahrhaften Bereicherung unserer Literatur, bekannt zu machen, ist es, da wir uns einen ausführlichen Bericht Vorbehalten, am angemessensten, den ganzen deutschen Titel hierherzustellen: Sifta. Commentar zu Leviticus aus dem Anfänge des III. Jahrhunderts. Nebst der Erläuterung des R. Abraham ben Davio (Rabed) und Masoret Ha — Talmud von I. H. Weiß. Zum ersten Male herausgegeben von Jacob Schloßberg. Wien 1862.— Zeitungsnachrichten. Preußen. Frankfurt a/O., 11. Januar. (Privatmitth.) Ein sehr ehrenwerthes Mitglied unserer Gemeinde, Herr Rentier S. W. Auerbach, Begründer des noch unter dieser Firma bestehenden umfangreichen Manufactur- und Modewaarengeschäfts, beging am 7. d. M. fein „fünfzigjähriges Bürgerjubiläum", zu welcher Feier ihm von zahlreichen Freunden, sowohl als auch von Körperschaften die herzlichsten Glückwünsche dargebracht wurden. Die Stadt war hierbei durch den Herren Oberbürgermeister und Deputattonen des Magistrats und der Stadtverordneten, die Synagogen-Gemeinde durch den Herren Rabbinen und Deputattonen des Vorstandes und der Repräsentanten vertreten. Alle dem greisen Jubilar dargebrachten Wünsche concentrirten sich — wie ein hiesiges Blatt bemerkt — darin, daß es chm, dem verehrten Manne, vergönnt sein möge, der wohlverdienten Ruhe nach seiner vieljährigen rastlosen Thätigkeit und des Glückes seiner Kinder, welche sein großes Geschäft fortsühren, recht lange noch sich zu erfreuen. Bei den neulich hier stattgehabten Erzänzungs- und Ersatzwahlen für die Stadtverordneten sind wiederum zwei israelitische Bürger, die Herren Fabrikbesitzer Moritz Lewy und Banquier Paul Mende in das Collegium gewählt worden. Herr Stadtrath Jacob Baswitz ist nach 12jähriger ehrenvoller Verwaltung seines Amtes als Mitglied des Gemeinde-Vorstandes vor Kurzem in dieses Amt wiedergewählt worden. Auö der Mark, im Januar. (Privatmitth.) Vor wenigen Tagen kam aus Warschau die Nachricht herüber, daß ein dortiger Jude, der Banquier Herrmann Epstein durch den Kaiser von Rußland in den Adel-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.