Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 27 (1863)
- Issue
- Heft 10 (3.3.1863)
- Date
- 1863-03-03
- Page
- Seite 144 (sequence 4)
- Language
- German
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144 Johann Schumanti ist gleichfalls für volle , und Tochter des Herrn Stadtverordneten, wie nicht min- Gleichberechtigung bis auf die Tasche. Das Ver- I der die übrigen ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftimögen gehöre dem Bürgenstande, und dieser muffe es! gen Ehegesponsinnen seiner christlichen Herren College» vertheidigen. —JosefKolischer (Israelit) findet, daß I kaum ein Plätzchen zu finden vermögen. Schon waren man bei Dertheilung der Rechte und Pflichten nicht nach! wir daraus gefaßt, den Hrn. Redner, wo nicht die Ausgleicher Richtschnur vorgehe. Bei der Recrutirung! Weisung der Jüdinnen (die, nebenbei gesagt, bei den christverlange man von den Juden den. dritten I lichen Herren gewöhnlich in größerer Gunst zu stehen Theil des Contingents, beiFixirung der Ge-! pflegen, als ihre stärkeren Hälften), so doch die Abschafmeinderathsziffer gewähre man ihnen blos I fung ihrer raumverschlingenden Crinolinen (bei Strafe 15 unter 100 Stimmen. Redner beantragt die Re- I sonst den Gemeinderaths - Verhandlungen beiwohnen zu Vision der consessiouelleu Bestimmungen durch eine ge-! müffen) beantragen zu hören, als derselbe zum allgemeimischte Commission. — Dr. Madehski will die Idee I nen Erstaunen plötzlich unumwunden für vollste Gleichdes christlichen Staates auch auf die Gemeinde an- I berechtigung sich erklärte. Gleichberechtigung, aber — wenden. — I im Slaski'schen Sinne. Diese sei den Juden längst ge- „Der Schluß der Debatte wird, trotzdem die Juden I boten worden. Redner unterstützt seine Behauptung unuud sammtliche Liberale (darunter auch ein Christlicher) I ter Anderm auch mit der unwiderlegbaren Thatsache, daß dagegen stimmen, und der Referent Dr. Rayski die I der Gemeiuderath auch bisher die Wegräu- Versammlung beschwört, die Freiheit der Discussiou in I mung des Straßenkehrichts ohne Unterschied einer so wichtigen Sache zu wahren, gegen eine Mino- I der Confession besorgt Habel — Dr. Gnoinski «tat von 38 Stimmen angenommen. Hierauf legt Hr. I nahm das Wort. Redner erwähnt zunächst die gastliche. Marcus Dubs, Abgeordneter der Stadt Lemberg, ei- I Aufnahme, die einst die Juden in Polen gefunden, eine nen von sämmtlichen 15 Gemeinderathen mosaischer Re- I Dankesschuld, die die Juden nicht abtragen können. — ligion unterschriebenen Antrag, die Versammlung möge! Die Bravo's, deren sich die Rede des Herrn Dr. Gnovor dem Beginne der Special-Debatte die mit dem Zeit-! in ski zu erfreuen hatte, ließen Hrn. Armath s (Pelzgeiste unverttäglichen confessionellen Bestimmungen strei-! waarenhändler) nicht ruhen; auch er donnerte gegen die chen, auf den Tisch des Hauses nieder. Redner sucht I ihm verhaßten Juden. vorerst die gegen die Juden erhobenen Vorwürfe und I „Hier haben Sie in kurzen Zügen das Bilv dieser dann die Behauptung, daß das Gemeindevermögen aus-! beiden denkwürdigen Verhandlungen, die übrigens, was schließlich christliches Eigenthum sei, durch sachliche Be- I die äußere Seite betrifft, eine sehr nationale Seite bemerkungen zu widerlegen.-Dr. Landsberger I wahrten, indem sie lebhaft an die sprichwörtlich gewor- (Jsraelit) beleuchtet die Frage vom juridischen Stand-! denen polnischen Reichstage gemahnten. Die Gallerien, punkte aus. Die Gemeinde sei eine rein administrative! mit spießbürgerlichem Nachwuchse besetzt, griffen ineinem- Corpvration und könne daher blos administrative Vor-! fort störend in die Debatte ein, ließen kein Wort zu schriften erlaffen. Die Bermögensfrage gehöre blos vor! Gunsten der Juden aufkommen und begleiteten die Verdas Forum der competenten Richter. — Dr. Hönigs- I theidigungsreden der israelitischen Gemeinderäthe, namentmann (Israelit) macht auf die Conseguenzen aufmerk- I lich der Herren Kolifcher und Landsberger, mit so unsam, die in späterer Zeit aus diesem Principe gezogen! anständ igen Demo nstrationen, daß dieselbenförmwerden können. Man werde in bloßer Consequenz die! lich nicht zu Worte kommen konnten. Trotzdem alle Rede- Lust in den christlichen Straßen für christliches Eigen-! freiheit auf djefe Weife illusorisch wurde, fand sich der thum erklären und die Juden schließlich zwingen, in Luft- I Herr Vorsitzende dennoch nicht veranlaßt, dieselbe anders ballons zu wohnen.! als durch fruchtlose Ermahnungen zu wahren. Die lange „In der gestrigen Sitzung wurde die Debatte über! Debatte hat uns die traurige Erfahrung gebracht, daß den Anttag Dubs' fortgesetzt; ein Herr Slaski erklärt, I unter den 85 Verttetern im Gemeinderäthe Niemand er habe Ursache, sich über die Juden zu beschweren. Die! für die Sache des Rechtes einzustehen wagte, als Herr schönere Hälfte derselben nehme die Promenaden und I Dr. Rodakowski, der durch seine edle, männliche Hal- Spaziergänge, die nach dem Statute doch christliches Ei- I tung einen gerechten Anspruch auf die Anerkennung aller genthum sind, dergestalt in Anspruch, daß Mutter, Frau j Liberalen sich erworben hat. Wo waren S molka und > *>