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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-03-03 · Heft 10 (3.3.1863) · p. Seite 143

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 10 (3.3.1863)
Date
1863-03-03
Page
Seite 143 (sequence 3)
Language
German
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143 beim Reichsrathe — handelte, da gab es nur Brüder :ag, der ein betrübendes Zeugniß von den Gesinnungen im ganzen Lande, der urwüchsige Judenhaß war mes Theiles unserer „liberalen" Stadtvertretung verschwunden, die judensreundlichsten Candidatenreven iebt. Aller Lippen überflosten von salbungsvollen Rewurden gehalten, eine glücklichere Zukunft verheißen, en; „Gleichheit und Gleichberechtigung" ertönten aus wahre Freundschaft und Brüderlichkeit für ewige Zeiten 'dem Munde, um schließlich in dem Satze zu gipfeln: versprochen, zugesichert und angelobt; und der Jude — Thut nichts, der Jude wird verbrannt!" Doch wir wolberauscht von diesen begeisterten und begeisternden Bem die Verhandlungen selbst skizziren. theuerungen, kam seinen christlichen Brüdern mit offenen „Referent Dr. Rayski setzte in der Sitzung vom Armen entgegen und — schlief sanft und träumte schon >4.. die Principien, von denen sich die Commission bei von einem nahe bevorstehenden messianischen Zeitalter, hren Arbeiten leiten ließ, in längerer Rede auseinander, wie es Jesaia c. 11. B. 6—10 so reizend und effect- Die freie Gemeinde sei die Grundlage des freien voll schildert. Staates. Sie muffe selbstständig in ihren Angelegen- Nun ist für die Herren Abgeordneten die Zeit geseiten entscheiden, und das Aufsichtsrecht der Behörden kommen, das gegebene Versprechen — wie es Ehrendas zulässigste Minimum zurückgeführt werden. Die männern zusteht — zu erfüllen; der Reichsrath hat Kommission sei bestrebt gewesen, auf den Pfeilern der seine erste Session geschloffen, und es war nun Aufgabe ,Freiheit und Gleichberechtigung" den Bau der der Landtage, die von demselben im Großen und Gan- Iemeindeorganisation auszuführen. — ör.Rodakowski zen festgestellten Principien in den auszuarbeitevden heiindet, daß das Statut dem Principe der Gleichberechtimischen Landesstatuten praktisch durchzuführen. Wie ha-;ung nicht gebührende Rechnung trage; es sei ein Anaben sich nun die Repräsentanten der hohen unö höchsten hronismus, die confessionellen Beschränkungen jetzt noch Intelligenz in Galizien — die für sich die Autorrhalten zu wollen. Man muffe — wie schon Lelewel nomie auf der breitesten Basis beanspruchen sagt— die Juden emancipiren, um sie zu guten polni- — bei der Lösung der Judensrage benommen? j^en Bürgern heranzubilden. Er stellt daher den An- Hören Sie, und staunen Sie! Wir wollen hier ein Blatt Kag, der Gemeinderath rnhge die Aufhebung aller auf reden lasten, welches „kein Judenblatt" ist, und ven galizischen Juden haftenden Beschränkungen ausspretheilen daher eine Correspondenz ausführlich mit, wie sie chen, und dadurch die Verschmelzung beider Gemeinden uns eben in der „Preffe" vorliegt. Sie ist überschrieben: herbeisühren. — Buchhändler Jablonski ist gleichfalls „Die Juden und das Gemeindestatut" und laufür Gleichberechtigung, will aber keine Benachtheitet wörtlich also: ligung der Christen zu Gunsten der Juden. Diese seien „Lemberg, den 27. Januar. In der Gemeinderaths- Feinde des polnischen Elementes; siie hätten mehr Sitzung vom 24. d. wurde die General-Debatte über als die Regierung das Land geruranifirt, den von der Commission vorgelegten Entwurf einer Geand seren die Stütze der jetzigen Remeinde-Ordnung eröffnet. Weder das Statut noch du gierung,*) die ebenso wenig als die frühere die Ger- Debatte gehören zu den Dingen, auf die unsere Stad' manisationstendenzen anfgegeben habe. Seit acht Jahrals aus ein Curiosum stolz zu sein Ursache hat. Dar Hunderten aus polnischem Boden ansässig, hätten die Ju- Statut ist, insofern es die confeftronellen Verhältnis den sich noch immer nicht nationalisirt und verständen es, berührt, ein kleines Meisterstück mittelalterlicher Jntole sich den Bürgerlasten zu entziehen. Dem Redner gehe ranz. Die Zahl der israel. Gemeinderäthe wird auf ein die Nationalität über die Freiheit, und diese unverhältnißmäßig kleine Ziffer normirt, das Bürger sei durch nichts so gefährdet, als durch die Germanisimeisteramt ausschließlich der christlichen Bevölkerung vor rung in liberalem Sinne. Das Vermögen mit den Juden behalten^ und endlich das Gemeindevermögen für ein reii theilen, hieße den Bürgerstand den Juden aufopfern. — christliches erklärt. Schon aus diesen Bestimmungen kön nen Sie den Geist entnehmen, der dieses Elaborat durch “&*> das u!chtsd°st°w-°ig-r zum Miud-st-u d-u B°rzu Möchte dach diese- L°y°r!lätSz°ugmß aus dem hat, ferne Grundidee offen zur Schau zu tragen. D Munde eines Feindes an maßgebender Stelle die gehö- Debatte hingegen, die sich darüber am 24. und gester rige Würdigung und Beherzigung finden! — entspann, legte einen Grad politischer Heuchelei au de Corr. d. A. Z. d. Jud. 10*

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