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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-01-13 · Heft 3 (13.1.1863) · p. Seite 37

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 3 (13.1.1863)
Date
1863-01-13
Page
Seite 37 (sequence 7)
Language
German
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37 wir die Herren Directoren zur Nachachtuug mit dem Bemerken hierauf aufmerksam, daß, da der Ausdruck „Confession" nur zur Bezeichnung der verschiedenen christlichen Religionsgemeinschaften üblich ist, der Ausdruck: „mosaische Confession" als unstatthaft erscheint, und daher da, wo er bisher zur Anwendung gekommen ist, in: „jüdische Religion" umzuwandeln ist. Posen, den 29. November 1862. Königliches Provinzial-Schul-Collegium. An sLmmtliche Herren Directoren der höheren Lehranstalten der Provinz Posen. Wir accepttren diese Unterscheidung — denn „Confession" paßt auf eine, in ihren Dogmen so einfache, klare und bestimmte Religion, wie das Judenthum, das im ,Höre, Israel, der Ewige ist einzig und einig" seine alleinige Basis hat, allerdings nicht. Wir haben kein „Bekenntniß", sondern eine „Religion!" Die Red act. Österreichischer Kaiserstaat. Krcckau, 24. December. (Privatmitth.) Es ist eine eigenthümliche Zeit, in der wir leben. Wir rühmen uns der größten Fottschritte, welche Kunst und Wissenschaften in unseren Tagen gemacht, wir rühmen uns der erftaunenswerthen Erfindungen, auf welche der menschliche Geist zur Förderung der physischen Wohlfahrt gekommen, wir rühmen uns des unaufhaltbaren Vordringens auf der Bahn der Civilisatton, und doch wie wenig erfteulich ist das Bild, das sich unseren Augen darbietet, wenn wir einen Blick auf den in erschreckender Weise überhandnehmenden Chassidismus werfen, ob nun dieser in seiner ganzen Scharfe bestehen oder einst durch das Rad der Zeit seinem Ende entgegen gehen wird? Meiner Ansicht nach dürste das letztere stattfinden; denn das Rad der Cultur und des Fortschrittes auf der Bahn der Bildung, das auch hier von Männern, wie Herr I. Mises, in Schwung gesetzt wird, läßt sich durchaus nicht von der Tendenz des Chassidim, die darauf ausgeht, jede austauchende, außer dem Bereiche des Talmuds sichende..wissenschaftliche Bestrebung in ihrem Keime zu ersticken, in seinem Laufe hemmen. Folgender Vorgang, der einen ftappanten Umschwung in der innern Entwickelung unserer Commune bedeutet, dürste wohl meine Bchauptung von der Auflösung des Chassidismus unterstützen. Als nämlich vor einigen Tagen zwei mäßige) Hr. M. Lebenheim und S. Deiches, dieser der Spender der 10,000 Fl. zur Vollendung des schon im vorigen Jahre begonnenen Baues eines allgemeinen Krankenhauses) und vier Ultraorthodoxe, in Folge der Stimmenmehrheit der Chassidim, zu Vorstehern der Gemeinde gewählt wurden, so erhoben die Besscrgesinnten, denen die sittliche Hebung und der Fortschritt des Judenthums am Herzen liegt, gegen diese unsinnige Borsteherwahl Opposition und brachten es auch dahin, daß jene vom Magistrate suspendirt wurden. Zunächst ist es dem Eifer des Herrn Di. Ettinger zu danken, der eine alle Anwesenden zur Bewunderung hinreißende Rede gchalten und die Gefahr betont, welche dem Keime der Bildung durch eine derarttge Borsteherwahl drohe. Ein anderer beredter Mann, Hr. Marcusseld, unterstützte ihn bei dem Magistrate. Dem zufolge wurde sogleich die bereits schon ratifizirte Borsteherwahl von Seiten des h. Magistrats widerrufen, mit dem Bemerken, eine neue vorzunehmen,' bei der aber drei aus der deutschen Commune und drei aus der jüdisch-polnischen zu Vorstehern zu creiren seien, falls keine 3te Vorsteherwahl vorgenommen werden sollte. Demnach wollen wir der Hoffnung Raum geben, daß durch diesen Umschwung in unserer Gemeinde auch in den östlichen Theil Europas der Sttahl der Bildung sich Bahn brechen und den stupiden Fanatismus früher oder später verdrängen wird. Die Besetzung der hiesigen Predigerstelle durch Hrn. I. Mises, dessen ttefeingreifendeS Wort nicht unbeachtet bei der Menge seiner Zuhörer vorüberhallt, fällt sehr befriedigend aus. Schweiz. Zürich, 23. December. (Privatmitth.) Den anerkennenswerthen Bemühungen der Herren Michel Dreifuß nnd Louis Bernays (Sohn des sel. Chachams) ist es gelungen, ähnlich wie im benachbarten Baden so auch endlich in Zürich einen regelmäßigen Gottesdienst einzuführen. Der Vorstand dieser bisjetzt aus 20 Mitgliedern bestehenden Gemeinde lud nun, von dem Wunsche beseelt, auch einmal in ihrem kleinen Betlocale eine Predigt zu hören, den Rabb. Di*. Kayserling auf rwinn Lvw zu diesem Zwecke ein. Herr. Dr. K., stets bereit zur Hebung des Judenthums beizutrageu, folgte bereitwilligst der Einladung. Es war dieses, wie der Redner hervorhob, nach beinahe einem halben Jahrtausend der erste religiöse Bortrag, welcher in der alten

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