Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-01-13 · Heft 3 (13.1.1863) · p. Seite 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 3 (13.1.1863)
Date
1863-01-13
Page
Seite 34 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226364-3226368--20923-3300784
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

34 deS Nationalfonds nicht bedürfe» werden!!" Der Stich verfängt nicht. Wenn die 19 Millionen Preußen 60,000 Thlr. gespendet, wie viel hatte die Viertelmillion Juden unter jenen für diese zu zahlen? Den 76sten Theil, also ca. 800 Thlr. Nun 1000 Thlr. gab allerdings ein Berliner Jude am ersten Tage schon, und die Juden haben aller Orten, so weit es überhaupt geschah, verhältnißmäßig mehr als ihre Mitbürger gesteuert. Aber was soll sie denn veranlasien, patriotischer zu sein, als die ganze preußische Nation? Und wenn diese es nicht für gut befand, einen größeren Nationalfonds anzulegen — vielleicht weil sie noch gar nicht dessen praktische und faktische Nothwendigkeit eingesehen — wie kommen gerade die Juden dazu, ihn aus ihren Mitteln ganz allein größer zu machen? Immer und immer sollen die Juden einen besonder» Weg gehen, vorzüglich wenn es gilt — Geld herzugeben. Der Referent bemerkt selbst, daß die bedeutendsten christlichen Bankiers und Großhändler Berlins für den Nationaljonds Nichts gethan hätten, warum sollten es nun die jüdischen allein thun? Pariser Griefe XIII. Der Blinde als Führer der Verirtteu. Ich habe in einem meiner Briefe angefangen über unser» Nestor der jüdisch-arabischen Literatur zu sprechen und versprach, etwas über dessen Werke zu sagen. Kommt mir es aber zu dieselben zu beurtheilen? Oder könnte ich arrogant genug sein, sie meiner Kritik zu unterziehen? Und wer von den geehrten Lesern würde dem Anonymus dieser Briefe Glauben hierin schenken! Es wird also am besten sein, wenn ich mich darauf beschränke, dieselben aufzuzählen und für die Beurtheilung Autoritäten sprechen lasse. Um so mehr ist die Aufzählung nothwendig, da in einem jüngst ausgearbeiteten Riesencataloge der hebräischen Bücher einer der ersten Bibliotheken Europas nur einige kleine Brochüren von H. Munk angegeben sind, um so mehr ist dies unrecht, da dieser Catalog auch als eine Bibliotheca hebraica sich vorstellen will. Was die Ursache dieses Verschweigens sein mag, ist meine Sache hier nicht zu untersuchen, vielleicht wird sich später Einer finden, der den Catalog analysiren wird, und da wird dann der Platz für diese Angelegenheit fein. — Wie mancher der geehrten Leser wird diesen Brief vielleicht als ein vortheilhaftes Einführungsmittel bei uns 'erem zu besprechenden Gelehrten halten; ich kann eS Niemand verwehren, diese Meinung zu haben. Jedoch kann ich nur hinzufügen, daß Lobhudeleien diesem Gelehrten verhaßt find, ernste Kritik ist ihm willkommen, und da letztere hier gänzlich mangelt, so könnte dieser Aufsatz eher einen schlechten als guten Eindruck machen. Doch ist Herr Munk eine Persönlichkeit, über die man schon beim Leben derselben sprechen darf, denn zu dessen Werken ist mehr als ein Menschenleben nothwendig, wenn nicht ein solches Phänomen sich vorfindet. Die Arbeiten, die verschiedenen Bänden der Cahnischen Bibel beigefügt sind, als „Bettachtungen über den Cultus der alten Hebräer, in Beziehung zu andern Quellen des Alterthums; gefolgt von einer wörtlichen Uebersetzung des V. Buches des Manu, nach dem Sanskritoriginale und mit Noten versehen. 1833" (IV. Band der Bibel); „Notiz über Sadiah Gaon und seine arabische Uebersetzung des Buches Jsaja, und über eine persische Uebersetzung, Manuscript der Kais. Bibliothek hier, 1838" (IX. Band der Bibel). Diese Schrift ist die einzige, wo man eine genaue Auskunft über die persische Uebersetzung des alten Testamentes, welche die hiesigen Msce. enthalten, findet. Endlich „Der Commentar des R. Tanchum aus Jerusalem über das Buch Habakuk, arabisch nach dem Mscr. der Bodlejana, mit französischer Uebersetzung und Noten 1843" (XII. Band der Bibel); ferner „eine Reihe Arttkel über orientalische Literatur (hauptsächlich über die Poesie und Philosophie der Hindus) veröffentlicht im Journal le temps und anderen periodischen Schriften 1834—38" sind Munk's Jugendarbeiten. — Das Journal asiatique kann sich nicht über Munk's Unthättgkeit beklagen; er gab in demselben 1) die Notiz über Joseph ben Jehuda, den Schüler Maimonides 1842. 2) Die phönicische Inschrift aus Marseille, übersetzt und erläutert 1847. 3) Die Notiz über R. Jona Jbu- Djanäh und andere jüdischen Grammatiker des 10. und 11. Jahrhunderts, 1851; diese Arbeit wurde mit einem akademischen Preise gettönt. 4) Die phönicische Inschrift über Aschmunesar 1856. Es darf nicht verschwiegen werden, daß er bei der letzten Arbeit schon blind war; auch in diesem Jahre wird von demselben die Erklärung einer andern kleinen phönicischen Inschrift, die von Prof. Renau mitgebracht wurde, im Journal as. erscheinen. — Munk war der erste, der die arabische Philosophie aus den Originalwerken studirt hat, und ist daher die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.