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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-01-06 · Heft 2 (6.1.1863) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 2 (6.1.1863)
Date
1863-01-06
Page
Seite 20 (sequence 6)
Language
German
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so Sarons zu lieferu. Es werden also in diesem Jahre erscheinen: 1) der siebente Band von Grätz, Geschichte der Inden (über 30 Bogen); 2) der dritte Band des Jahrbuches für Geschichte der Juden und des Judenthums (über 25 Bogen); 3) die talmndischen Sentenzen, Parabeln und Legenden, nach den Rubriken einer Religions- und Sittenlehre geordnet von Dr. Seligmann (über 25 Bogen); 4) Haus Ehrlich, ein dramatisches Gemälde von vr. L. Stein (circa 10 Bogen); und 5) der fünfte Band des Saron (25 Bogen). Wir hoffen daher, dem Gehalte, der Mannigfaltigkeit und dem Umfange nach den Abonnenten des Instituts eine reiche und befriedigende Gabe zu bringen. Bonn, 28. December. Bar-Kochba; Trauerspiel in 5 Aufzügen von Paul Möbius. Leipzig 1863. Die Geschichte des Bar-Kochba, dieses merkwürdigen Meteors, das mit blutrothem Glanze am Horizonte des gefallenen JudaS und des fallenden Roms urplötzlich aufging und wieder verschwand, und jedenfalls ein leuchtendes Zengniß für die unverwüstliche Kraft im jüdischen Stamme giebt, der nur wenige Jahrzehende nach dem Falle Jerusalems einen Aufstand unternahm, welcher die römische Macht aufs Tiefste erschüttert« »ad fast bis au de« Abgrund brachte; die Geschichte des Bar-Kochba ist und bleibt ein Räthfel. Der unmeßbare Werth, welchen bei all seiner eigevthümlicheu Stellung Josephus für uns hat, wird uns dadurch erst recht klar, daß ein solcher Geschichtschreiber dem Aufstande des Bar-Kochba fehlt. Mit welcher Sorgfalt und Combinationsgabe Grätz Liesen Gegenstand auch behandelte, so vermochte doch auch er das Dunkel wenig zu lichten, welches über dieses wichtige Ereigniß zu breiten die römische Politik für gut finden mußte. Der einzige Umstand schon, daß Hadrian den von ihm so wenig begünstigten Severus aus Briranuien kommen laffeu mußte, um Bar-Kochba zu bekämpfen, beweist, welche Dimensionen dieser seinem Aufstand zu geben vermochte. Je räthselhafter aber diese historische Partie ist und je mehr tragische Momente sie enthält, desto naher liegt es, daß die Poesie sich derselben bemächtigt, und so haben wir aus der neueren Zeit eine Reihe dichterischer Versuche, den großartigen Stoff poetisch zu reproduciren. Dieser schließt sich jetzt die Tragödie des Herrn Möbius in würdigster Weise an, und obwohl auch diese Arbeit den Gegenstand noch nicht erschöpft, noch nicht in so völlig vollendeter und genialer Art vor uns hiustellt, daß wir darüber hinaus keine Bearbeitung mehr denken können, so hat doch das vorliegende Drama große Vorzüge, die wir mit Dank und freudig anerkennen. Die Fabel des Stückes ist glücklich erfunden, das Jntereffe in fortwährendem Steigen, so daß wir, was selten. Len fünften Act als den besten und reichsten rühmen können, die Zeichnung der Charaktere gelungen, und schattiren sich diese mannigfaltig ab, die Sprache vortrefflich, bisweilen glänzend, ohne daß wir jedoch einen Reichthum an neuen Bildern und originellen Wendungen finden. Ein solches Drama muß uothweudig auf nationalem und religiösem Grunde beruhen, und der Dichter verstand es, diesen mit so vieler Liebe anfzufaffen, daß wir ihn in seiner Arbeit nicht entbehren. Dennoch muffen wir gestehen, daß eS dem Herrn Möbius mehr gelungen ist, den Fall dieses Aufstandes und des Bar-Kochba zu motiviren, als die Erhebung und Größe desselben. Dies ist unserer Meinung nach die schwache Seite der vorliegenden Dichtung, die erst im vierten und fünfte» Acte für die innern Triebfedern wahrhaft warm wird. Wir vermiffen dies insonders an der Person des Akiba, der den Bar - Kochba als Messias jetzt erst, so kurz vor deffen Falle, begrüßte und proclamirte, ohne daß es uns klar wird, warum jetzt erst? Nach einer geschichtlichen Notiz hat dies Akiba Jahre vorher gethan, was auch psychologisch ist. Verlegte nun der Dichter dieses Factum in die Mitte seines Dramas, so mußte er es psychologisch motiviren, was ihm Gelegenheit gegeben hätte, gleich zu Anfang das national-religiöse Element stärker hervortreten zu laffeu. Daß der Dichter sorgfältige Studien für seinen Stoff gemacht, ist lobend anzuerkennen, und hat er überall kleine Züge aus den Originalquellen entlehnt und passend angebracht, wodurch das eigenthümliche Gepräge seiner Dichtung erhöht wird. Wir können demnach diese Tragödie als eine wesentliche Bereicherung unserer Literatur anseheu und empfehlen. Zeitungsuachrichte«. Deutschland. Bremen, 2l>. December. Die „Köln. Ztg." berichtet: In der verflossenen Woche ist endlich eine Uebereinftimmung des Senates und der Bürgerschaft über die seit mehreren Monaten lebhaft verhandelte Bürgerrechts- und Freizügigkeits-Frage erzielt worden. Die Entscheidung ist weit weniger ent-

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