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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-01-01 · Heft 1 (1.1.1863) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 1 (1.1.1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Theile der Stadt. Me Gebäude zusammen zählen i Armen und Kranken dankte rc. Am Schluffe sagte er, über 50 Zimmer, worunter manches mit Marmor-! daß die Jetztzeit keine Absonderungen, keine Abgeschloffenwänden, Basreliefs und Goldverzierungen versehen ist,! heit mehr leidet und nur gegenseitige Hilfe und gemein- und weil es mehrere Häuser giebt, so sind auch die! schastliche Mitwirkung fordert, daß auch unser Hoch- Kranken nach ihrem Geschlechte wie nach den verschie-! herziger Monarch ein Kaiser der Jetztzeit ist, welches ja denen Species der Krankheiten in einzelnen, von ein-! alle Seine bisherigen Ukase beweisen; und als er seine ander ganz abgesonderten Häusern vercheilt. Um aber! Rede mit den Worten: Es lebe hoch unser Kaiser alle diese Häuser zum Hospitale geeignet zu machen,! endigte, erzitterte das ganze Gebäude vom allgemeinen mußte zuvor Manches umgearbeitet, ja Manches ganz I Hurrahrufe, und die Militärmusik ließ unsere Volks - neu erbaut werden, und dazu wurden 15,000 R. S.! Hymne: Gott beschütze den Zar erschallen, verwendet und andere 5000 R. S. zur innern Ein-! Nach Beendigung dieser herzerhebenden Ceremonie richtung (nämlich zur Beschaffung von 100 eisernen! wurden alle Gäste zur Besichtigung der Krankenzimmer und einigen hölzernen Betten und dem dazu gehörigen! und chrer Einrichtung aufgefordert, wo zwar noch keine Bettzeug, von Tischen, Sesseln, Schränkchen, Wäsche,! Kranken sich befanden, aber schon alle Bettstätten auf Kleidungsstücken, Eß - und Trinkgeschirren für die Kran-! chren bestimmten Plätzen waren, mit je einer Matratze, ken). Mtt einem Worte: das jetzige Ebräer - Hospital I einem Leintuch, einem Polster und einer Decke versehen; Berdyczew's, welches für 100 Kranke eingerichtet und I darauf lag ein vollständiger Krankenanzug, neben jedem an Pracht und Bequemlichkeit seines Gleichen in allen! Bette stand ein Tisch mtt dem Eß- und Trinkgeschirre Hauptstädten Europas sucht, kostet 85,000 R. S., hat! für je einen Kranken, ruhig chren Kranken erwartend. 25,000 R. S. baares Capital und 13,000 R. S. jähr- I Dieser Anblick erregte in den Gästen ein freudig-trauliche Einkünfte, welche fast ganz vom Koscher-Fleisch I riges Gefühl und lockte bei manchen sogar eine Thräne erübrigt werden und zur Heilung und Beköstigung der! hervor, welche ebensowohl als Freudenchräne angesehen aufgenommenen Kranken wie zur Bezahlung der dabei! werden konnte, weil für die armen hilfebedürftigen Kranverwendeten Leute zu gebrauchen sind. I ken so reichlich gesorgt worden ist, — als auch als Am 30. October (11. November) also um 11! Mitleidsthräne betrachtet werden mußte, beim Gedan- Uhr Vormittags versammetten sich die geladenen Gäste, I ken: wie viele leidende Mitglieder der hiesigen Gemeinde nämlich die Banquiers, Kaufleute und je 3 Personen I und der Menschheit hier Tage und Wochen auf diesen aus jeder Handwerksclasse von der Ebräer-Gemeinde, I Schmerzenslagern zubringen werden müssen, bis durch alle Aerzte, alle größern Beamte und ihre Secretäre, I die Gnade Gottes und das Bemühen der Aerzte, die der Obrist und mehrere Officiere des hier stehenden! Kranken von ihren Leiden befreit sein und chre Kran- Regiments und alle vornehmen christlichen Einwohner! kenlager verlaffen werden, um wieder andern Leidenden unserer Stadt, zusammen über 300 Personen, im gro-! Platz zu machen, ja wie der eine oder andere Kranke ßen Marmorsaale, wo das Bild unseres hochherzigen I nach seiner Wohnung nicht mehr zurückkehren wttd, Kaisers zwischen Blumen ausgestellt war. Der unlängst! weil durch das unerbittliche Schicksal die geleistete Hilfe neu erwählte Cantor der altstädter Synagoge sang zu-! nicht den erwünschten Erfolg haben wttd. — Während erst den Psalm XXX bei lautloser Stille der im Kreise I die versammetten Gäste alle Krankenzimmer, die Küche, herumstchenden Gäste, darauf verlas der im Hospitale! die Badestube, das Magazin mtt der Wäsche, den Kleinen angestellte Arzt die Geschichte des Ebräer-Hospi- I dungsstücken für Kranke rc. besehen hatten, wurden im tals sett der Bildung der Ebräer-Gemeinde in Berdy-! obgenannten Saale Tische gedeckt und ein Frückstück czew bis auf das jetzige Muster-Hospital, worauf wie- I für die zurückkehrenden Gäste aufgettagen, welchem der der Cantor mit seinem Chore ein Gebet zum All-! Toaste folgten aus das lange Leben und glückliche Remächttgen richtete für unseren hochherzigen Monarchen I gieren unseres Kaisers und Seiner durchlauchttgsten und Seiner durchlauchtigsten Familie. Nach Beeni Familie auf das Wohlergehen des General- und Civildigung dieses Gebets hielt der hiesige kaiserliche Kreis- I Gouverneurs unseres Gouvernements, welche die Anfiscal eine kurze aber ttäftige Rede an die hiesige I schaffung dieses prachtvollen Lokals erleichtert und be- Ebraer-Gemeinde, welcher er im Namen aller Men- I schleunigt hatten, wie auch auf das Wohl einzelner fchenfreunde für ihren Eifer in der Versorgung chrer | Persönlichkeiten unserer Stadt. Zu derselben Zett erhielt 1

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