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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-01-01 · Heft 1 (1.1.1863) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
27 (1863)
Issue
Heft 1 (1.1.1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 „So eben erfahren wir durch freundliche Mittheilung, „daß der bisherige Landwehr-Distrikts-Jnspector, Oberst- „leutnant Carl Obermayr zum Obersten und Cem- „mandanten des hiesigen Landwehr-Regiments befördert „worden ist. Wir glauben, daß diese Wahl in jegli- „cher Richtung zu begrüßen sein dürfte, da der Beför- „derte von der Pike auf gedient, mit den dienstlichen „Verhältnissen genau vertraut und sich in den verschie- „denen Zweigen seiner Thätigkeit die allgemeine Aner- „kennung und die Hochachtung seiner Commilitonen in „so hohem Grade erworben hat, daß die besagte Beför- „derung nur im Wunsche derselben geschehen ist." Dieses ehrende Vertrauensvotum bedarf keines weitern Zusatzes; es wird aber auch in ganz Deutschland der erste Fall sein, daß einem Israeliten eine so hohe Stellung zugetheilt ist, und wir Bürger sind stolz darauf, in einem Lande zu leben, in welchem die Humanität und Gerechtigkeit so weit vorangeschritten ist. Herr Consul Obermayr ist zugleich Vorstand der hiesigen jungen israelttischen Cultusgemeinde, deren Interesse er mit vieler Wärme vertritt, und deren Constituirung, welche erst im Laufe dieses Jahres erfolgte, zum größten Theile, ttotz mannigfacher Hindernisse seiner eifrigen Thätigkeit mit zu verdanken ist. Möge chm gegönnt sein, sein schönes Wirken noch recht lange fortsetzen zu können. Preußen. Berlin, 19. December. (Privatmitth.) Wenn das immer schönere Aufblühen neuer Wohlthätigkeitsanstalten innerhalb der jüdischen Gemeinden die Lichtseite unsrer Jetztzeit ist, so mögen wir wohl auf den 19. Jahresbericht über die seit 1843 neben seiner Waisenknabenanstalt von Baruch Auerbach gegründete Waisenmädchenanstalt, der soeben erschienen ist, auch hier mit einigen Worten Hinweisen. Dieselbe erzieht jetzt 12 Waisenmädchen, ist aber baulich auf die Aufnahme einer größeren Zahl eingerichtet, sobald die Geldmittel diese gestatten werden. Die Anstalt entläßt die Mädchen erst, wenn sie sich zu irgend einem Berufe fähig gemacht haben. So in diesem Jahre eine Schneiderin und eine Putzmacherin, welche, wie der Bericht hervorhebt, in der letzten Zeit alle Kleider und Hüte der Waisenmädchen gefertigt hatten; ein Waisenmädchen wird jetzt bei hervorgettetener Anlage für Musik und Gesang in diesen durch das Wohlwollen einer Wohtthäterin bei den vorzüglichsten Lehrern ausgebildet, wohingegen zwei Mädchen, welche die Schule bereits verlassen haben, im Haus- und Küchenwesen der Anstalt beschäftigt werden. So kann der Bericht bemerken: „Die ausgeschiedenen Waisenmädchen ernähren sich durch ihrer Hände Arbeit, theils durch das auf Kosten der Anstalt erlernte Schneidern, Ausbessern u. s. w., theils durch eingegangene Dienstverhältnisse; fünf derselben sind verheirathet und der Art versorgt, daß sie Niemandes Unterstützung in irgend einer Beziehung zu beanspruchen nöthig haben." Die Anstalt hat seit ihrem Entstehen, im Jahre 1843, 18,800 Thlr. für ihre Bedürfnisse verwendet und dennoch 23,400 Thlr. als unantastbares Vermögen gesammelt. Die Ausgabe für die Anstalt im laufenden Jahre war 1909 Thlr. Der Wunsch, daß der trefflich geleiteten Anstalt immer mehr Geldmittel zu Gebote gestellt werven mögen, ist nach solchen Leistungen wohl ein sehr natürlicher. Trier, im December. (Privatmitth.) Das Circular des Herrn Reg.-Secretär (auch Secretär des Vereins zu Münster) Walbaum, in welchem derselbe ausfordert: „sich der Sammlung von Subscribenten zu unterziehen auf das Bildniß des nun seligen Herrn Professors vr. Heindorf, welches ersterer nach einem, in seinem Besitze befindlichen getreuen Porttait, durch Steindruck vervielfälttgen lassen wollte, wird bei den vielen Verehrern des so sehr verdienstvollen Verstorbenen wohl gebührenden Anklang, und auch nicht unbedeutende Theilnahme finden. Jedoch muß es sehr befremden, daß im Circular nicht angegeben ist, für welchen Zweck der Reinertrag, der bei dem Preise von 20 Sgr. per Exemplar und dem zu erwartenden Absätze, ein bedeutender zu werden verspricht, verwendet werden solle. Diejenigen, welche den Herrn Walbaum nicht genauer kennen, könnten dieses Unternehmen mehr für eine Privatspeculation, als zum ehrenvollen Andenken an den Verstorbenen ansehen, und ist mir diese Aeußerung bei meiner Aufforderung zum Subscribiren von Manchen auch schon gemacht worden. Man erwartete mit Recht die Angabe: derReinertrag ist zum Zwecke des Vereins bestimmt. Bei dem mir persönlich bekannten ehrenhaften Charakter des Herrn Walbaum setze ich voraus, daß derselbe diese Bemerkung in dieser Zeitung noch nachholen wird. — Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, an

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