Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1855)
- Date
- 1855-11-19
- Page
- Seite 601 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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601 stürzen und der Regent desselben wird sterben." Diese Stelle wird durch folgende Berechnung verständlich: im Jahre 1280 fiel Rosch Chodesch Elul auf Sonntag und Montag oder auf den 29. Juli; folglich war der 25. Elul ----- 22. August an einem Donnerstag, an dessen Abend der Stern;u leuchten begann, dessen 70 Tage Freitag Abends — welcher Abend aber zu dem folgenden Sonnabend gezählt wird — zu Ende gingen. Und Donnerstag Len 25. Elul 5040 A. M. oder den 22. August 1280 starb Pabst NicolauS Ul. in Rom! Sein Nachfolger war Marlin IV., den Abraham Abulafia im folgenden Jahre bekehren wollte!-Außerdem hat Jellinek in diesem Jahre noch herausgegcben: 1) Commentar zu Koheleth und dem hohen Liede von R. Samuel ben Mcir, 2) Commcntarien zu Esther, Ruth und den Klageliedern von R. Mcnachem b. Chelbo, R. Tobia b. Elieser, R. Joseph Kara, R. Samuel b. Melr — alle zum ersten Male herausgcgeben. Leipzig, 1855, bei Leop. Schnauß. Wenn sonst vr. Jcllinck vielmehr die midraschische und kabbalistische Auslegung der Schrift durch seine Editionen alter Manuscripte und Drucke fördert, so hat er hier fich ein lebhaftes Verdienst für die einfache, natürliche Eregese, in der Raschbam so sehr hervorleuchtet, erworben. Sowohl in stylistischer Beziehung, als auch in Erklärung vieler einzelnen Stellen find diese Commcntarien beachtenswerth. — Wenn Jellinek mehr die Pflege des ältern Neohebräismus im Auge har, so mögen wir ficher auch nicht die öfter schon rühmend hcrvorgehobencn Verdienste des Herrn M. E. Stern um die Erhaltung des hebräischen Styles in der Gegenwart, und um die Popularifirung älterer clasfischcr Werke verkennen. In erstercr Beziehung machen wir auf das 19. (1854) und 20. (1855) Heft der pnii*1 ^2212 aufmerksam. Es versteht fich, daß in solchen Sammlungen nicht Alles von Werth ist, aber jeder Freund solcher Uebungen des hebräischen Styles in metrischer und prosaischer Form wird diese Lectüre mit Vergnügen vornehmen. Schade, daß die sehr kleine Schrift es uns oft verbot, längere Zeit darin zu lesen. Exegetische Artikel, Gedichte, Briefe und Artikel über mannigfache Gegenstände, auch Kritisches, z. B. zum Erech Millin, machen den bunten Inhalt aus, der aus einer größcrn Zahl Federn stammt. — Sehr angenehm ist die Ausgabe des Tachkemoni von Al-Charisi, welche Herr Stern (Wien, 1854) veranstaltet hat. Wenn auch diese Ausgabe in kritischer Beziehung sehr viel zu wünschen übrig läßt, so wird doch der schon sehr selten gewordene Text (nach den drei Ausgaben zu Konstantinopel 1557 und 1583 und zu Amsterdam 1729) hierdurch wieder Gemeingut, das für einige Groschen jeder Freund dieses unschätzbaren Gedichtes haben kann. Andere Gelehrte kommen vor Gründlichkeit nicht zu Ende, während Herr Stern kühn und ausdauernd die Hauptsache in die Hände bringt. DarumEhre ihm! Mag er fich von allen säuerlich blickenden Kritikern nicht behindern und irre machen lassen, sondern fich mit dem Bewußtsein begnügen, daß sein Streben ein sehr nützliches ist! — Wenn wir nun zu den hebräischen Schriften des Herrn Senior Sachs zu Berlin übergehen, so können wir zunächst hinfichtlich des 8. Bandes des Kerem ekeweä auf die ausführliche Berichterstattung des Herrn vr. Wiener in Nr. 40. d. Z. verweisen. Doch wollen wir — damit Jedem die ihm zukommende Ehre werde! — hier nicht unbemerkt lassen, daß ein wesentliches Verdienst um diese Fortsetzung des werthvollen Sammelwerkes fich auch Herr I. Böhmer erworben, der mit Idee, Rath und Geldvpfern fie zu Stande bringen half. — Außer dem 'n '2 gab Herr Senior Sachs heraus: Schriften, die noch nicht gedruckt oder nur einmal gedruckt waren, besonders aus dem Gebiete der Religionsphilosopbie des Mittelalters, erstes Heft enthaltend Piecen von Gabirol, Maimuni, Isaak Israeli, Hai Gaon, Isaak Latif (Berlin, 1850). Die hier veröffentlichten Stücke begleitet Herr Senior SachS mit ausführlichen Charakteristiken und Anmerkungen (zum Theil auch von Anderen), welche das tiefe Derständniß bezeugen, das fich Herr Senior Sachs auf diesem Felde erworben, und die Klarheit, mit der er fich hier herumbewegt. — rwvrt oder Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums. Erstes Heft. Berlin, 1851. Dieses Heft enthält einen Aufsatz von Slonimski, zu diesem einen Artikel von Steinschneider, und zu beiden einen ausführlichen von Herrn Senior Sachs über das jüdische Kalenderwesen und seine Geschichte. — Hierzu noch: nm ■»2:2, erstes Heft, enthaltend nrr? 11222, Gedichte und kleine Aufsätze. — Endlich d. i. Katalog werthvoller hebräischer Handschriften von vr. L. Zunz, mit Anmerkungen, enthaltend einige Untersuchungen über einzelne in den Handschriften erwähnte Autoren und Auszüge aus denselben von Senior Sachs. Berlin, 1850.- So sehr und gern wir nun den Werth all dieser Veröffentlichungen anerkennen, so sehen wir doch den endlichen Zweck derselben nicht ein. Diese zerstreuten Aufsätze und Arbeiten, diese Sammlungen kleiner alter und