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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-11-19 · Heft 47 (19.11.1855) · p. Seite 599

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 47 (19.11.1855)
Date
1855-11-19
Page
Seite 599 (sequence 3)
Language
German
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599 Leitende Artikel. Aufforderung. In den „dem Institute zur Förderung der israelitischen Literatur" zu Grunde liegenden Paragraphen wurden in § 6. b. als ein zweiter Zweck Unterstützungen zur Herausgabe gelehrter Werke aus dem Gebiete des Iudenthums ausgesprochen. Da es viele Werke giebt, die für die Wissenschaft von großer Bedeutung, für das größere Publikum ohne Interesse find, so wäre es sehr überflüssig, außerordentliche Kosten ft'ir eine so große Anzahl Eremplarc als das „Institut" für seine Theilnchmer braucht, aufzuwenden, wäre aber ein großer Verlust, wenn solche Werke, aus Mangel an Mitteln, gar nicht erschienen. Nachdem daher eine vcrhalrnißmäßig sehr bedeutende Zahl Druckschriften für sämmtliche Mitglieder des „Institus" in die Presse gegeben worden, und demungcachtet dem „Institute" noch Gcldkräfte zur Verfügung bleiben, so sollen solche Subventionen für wichtige gelehrte Arbeiten erthcilr werden, bestehend in kleineren und größeren Summen, um dadurch das Erscheinen jener Werke möglich zu machen. *) Die Bedingungen sind einfach: 2) die Summe wird für die Werke, welche die drei Leiter des „Instituts' der Unterstützung würdig finden, immer nur dann bestimmt und gezahlt, wenn die Herausgabe der betreffenden Schriften dadurch wirklich gesichert wird; l>) der Ver kaufspreis dieser vom „Institute" subvcnrionirren Schriften muß für die Tbcilnehmer des „Instituts" eine verhaltnißmäßige Ermäßigung erhalten. Wir fordern daher alle Diejenigen, welche Behufs der Herausgabe einer dahin cinschlagcndcn Schrift eine Unterstützung beanspruchen wollen, auf, an den mirunterzeichnetcn Dr. Philippson in Magdeburg ihre Anträge binnen 6 Wochen vom heurigen Datum an gelangen zu lassen. In diesem Anträge muß angegeben werden: 2) Titel, Tendenz, Umfang der betreffenden Schrift; b) die Art der zu bewirkenden Veröffentlichung; c) die Summe, welche zur Herausgabe als Subvention nothwendig sein würde. vr. Philippson. vr. I. M. Jost, vr. Ad. Jellinek. Im November 1855. Magdeburg, 12. November. Die Anklage -er Jüdischen Schächter von London durch die Gesellschaft gegen Thierqnälcrei. „Daily News" hat über diesen Gegenstand einen ausführlichen Artikel gebracht, den wir hier wiedergeben wollen. Eine wichtige Frage war gestern der Entscheidung des Lord-Mayor-Hofes unterbreitet. Es handelte sich darum, sich über die größere Menschlichkeit der jüdischen oder christlichen Fleischer auszusprcchen. Die Gesellschaft zum Schutze der Thiere, überzeugt, daß die jüdischen Fleischer ohne Nothwendigkeit eine grausame Behandlung den Stieren und Ochsen angedeihen ließen, welche sie tödten, hatte die brillante Idee gefaßt, diese Fleischer der sanftern Tödtungsweise der christlichen Fleischer zuzuwendcn, indem sie gegen jene die Strafen der Parlamcntsacte von 1849 aussprechen ließ. Da Jedermann weiß, daß die Juden sich für verpflichtet halten durch die Vorschriften ihres gottbegeistcrten Gesetzgebers, die Thiere, welche sie verzehren, so zu tödten, wie sie cs machen, so hätte der Beweis der Grausamkeit von einer unbedingten Richtigkeit sein müssen, um eine solche Zwischenkunft auf dem Gebiete der religiösen Uebcrzcugung und des Gewissens zu rechtfertigen. Nach den abgehörten Zeugnissen bestehen die beiden Methoden in Folgendem: die Juden durchschneidcn die Kehle des Thicres, und lassen es zum Tode verbluten; die Christen zerschmettern ihm den Schädel mit einer zugespitzten Keule, bringen dann einen Stock in die durch die Spitze gemachte Oeffnung, um ihm das Gehirn zu bewegen. Um Vorgänge dieser Art zu beurthcilen, muß man zweierlei Betrachtung trennen, welche das Publikum zu vermischen nur zu sehr geneigt ist: die auf die Nerven der Zuschauer hervorgebrachte Wirkung und der Grad des Leidens, der daraus hervorgehl. So viel die Beschreibung dieser Operationen uns gestattet, sie zu verstehen, find wir völlig geneigt zu sagen, daß die Tödtungsweise der christlichen Fleischer ein viel empörenderes und roheres Schauspiel bietet. Es ist indeß möglich, daß es weniger leiden läßt; aber wie kann man dies wissen? Der Tod, sagt man, ist viel länger bei der jüdischen Derfahrungsweise; aber folgt hieraus noth- *) Wir stellen auch die Buchdruckerei des „Instituts" l zur Verfügung, da ihre Preise mäßig find und sie mit allen hebräischen Schriftgattungen versehen ist.

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