Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1855)
- Date
- 1855-11-12
- Page
- Seite 591 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225931-3225978--14950-3300647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
591 virt, auf gerichtlichem Wege protestirt; — aber der Sieg des Guten ist in dem verhängt, ißvollen Papa nicht zu erwarten! — A. Z. Frankreich. Magdeburg, 6. November. (Privatmitth.) Auf vielfache Anfragen über Fräulein Julienne Bloch, die Verfasserin des in Rr. 43. abgedruckten Briefes, habe ich dem freundlichen Leser mitzutheilen, daß wir selbst daS Glück hatten, die liebenswürdige junge Dame in Paris kennen zu lernen und eine Stunde auf's Angenehmste zu verbringen. So wie mir ihr Vater, der Herr S. Bloch, Redakteur des Univ. Israel., schreibt, ist sie im Begriff, nach Lyon zu gehen, um an die Spitze eines MädchenpenfionatS als Directrice zu treten, waS sie aber nicht verhindern werde, ihre Feder auch fernerhin der israelitischen Sache zu widmen. — DaS, alle 14 Tage erscheinende Lien d’Israel, herausgegeben von Herrn Rabbiner Dreyfouß in Mühlhausen, gewinnt mit jeder Nummer an Leben und Gestaltung. Wir danken dem Herrn Redacteur für die warme Weise, mit welcher er in der letzten Nummer daS „Institut für Förderung der israelitischen Literatur" besprochen hat, während Univers Israel, und Archives es nicht über daS Herz bringen konnten, eine so wichtige Erscheinung nur zu erwähnen, um wie weniger Theilnehmer zu gewinnen, wie Herr Rabbiner Dreyfouß. ES kann unS dies ganz gleichgültig sein — denn jedes Journal verliert selbst, wenn eS von wichtigen Unternehmungen auf seinem Gebiete schweigt — aber eS charakterisirt! — Zu Rofch haschana haben die Mitglieder der Chebra in Mühlhausen dem Rabbiner Dreyfouß ein schönes Porzellainfervice als Zeichen der Dankbarkeit für seine allfabbaihlichen Vorträge dargebracht. Er nahm eS an, aber mit der Erklärung, daß er eS nie wieder thun würde, weil die geringen Mittel der Chebra zu wohlthätigen Zwecken zu verwenden seien. — Großbritannien. Loudou, 2. November. Der künftige Lord-Mayor, Mr. Alderman S alomonS, wurde heute, dem Brauch gemäß, von dm Alderman, Sheriffs u. s. w. nach der Privatwohnung des Lord Kanzlers geleitet und demselben feierlichst vorgestellt, um die Bestätigung Ihrer Majestät zu erlangen. Indem der Lord Kanzler die Wahl der City im Namen der Königin sanctionirte, drückte er seine Befriedigung über den von der City bewährten Geist der Unabhängigkeit auS, und wollte in der getroffenen Wahl ein Zeichen von der fortschreitenden Aufklärung deS Zeitalters erblicken, und ein gutes Omen für die Politik (der Emancipation), welche er sein Leben lang verfochten hatte. Syrien. Damaskus, 17. September. (Oss. Tr.) Vor Kurzem wurde hier ein Großherrlicher Befehl veröffentlicht, dem zu Folge sowohl in öffentlichen als Privatdocumenten zwischen Muselmännern, Christen und Juden keinerlei Unterschied mehr gemacht werden darf. Einem alten Herkommen gemäß wurden nämlich in solchen Documenten die Namen eines Rajahs immer mit verächtlichen Epitheten begleitet. Literarische Nachrichten. Literarische Berichte aus Mahren. (Schluß.) Eben so wichtig ist die Mittheilung S. 66. als Ergänzung eines von der Censur gestrichenen und verstümmelten Artikels, Diccure Jtthim IX. 1828, S. 13., über Abraham Jaghel. Herr Reggio, im Besitze einer mit vieler Liebe und Sorgfalt gesammelten Biblothek, theilte damals der gelehrten Welt mit, daß er zwei Autographe, höchst schätzbare Werke, von R. A. Jaghel besitze und woraus hervorgehe, daß Ab. Jaghel von dem Vorwurfe der Apostasie freizusprechen sei. Ab. Jaghel ist mit dem Converriten Camillo Jaghel nicht identisch, obschon sie häufig verwechselt werden. Diese Stelle ließ der damalige Censor in Wien nicht pasfiren, der Ab. Jaghel gewaltsam zum Apostaten stempeln wollte. Zun;, synagvgale Poesie, 341., führt auch Ab. (Camillo) Jaghel unter den gebrandmarkten Dcnunciatoren, Mostrim, an, gegen die eigene Gebete in Italien verfaßt wurden. — Ich glaube durch folgenden Beweis die Behauptung des sel. Reggio zu erhärten. — Ab. Jaghel ist bekanntlich der Verfasser des Lekach Tob, des ältesten, vielfach übersetzten, aber doch seltenen Katechismus der israelitischen Religion, der, nach Sifthe Jeschenim, in Venedig 1542, af», gedruckt wurde — und in der Venezianer Ausgabe des Nachlath Aboth von Abravanel kommt 46