Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1855)
- Date
- 1855-11-12
- Page
- Seite 588 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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chen (von denen viele den angesehensten portugiesischen Familien angehören) wurden paarweise dem Wohlthäter Israels und seiner frommen Gattin vorgestellt, und alle Anwesenden schienen von den glücklichen Stunden, die sie dort verbracht haben, begeistert gewesen zu sein. — Nachmittags wurde der Grundstein des HoSpitalS gelegt. Tausende der Einwohner aller Consesfionen waren auf dem Platze schon seit mehreren Stunden versammelt, und welch ein Gefühl den Israeliten bei dieser Gelegenheit belebte, laßt sich in der That nicht beschreiben, vr. Loewe eröffnete die Feier ebenfalls mit einem hebräischen Gebete und dazu passenden Psalmen, und hielt dann eine Predigt vor dieser zahlreichen Versammlung, in welcher er die Nothwendigkeit eines jüdischen HoSpitalS in der heiligen Stadt, das hohe Verdienst der edlen Stifter desselben, und die Dankbarkeit gegen Gott, der uns den glücklichen Tag, wo unsere sehnlichsten Wünsche in Erfüllung gegangen sind, hatte erleben lassen, genau und eindrucksvoll schilderte. — Ein freudiges Hallelujah wurde nun angestimmt und unter Musik und Gesang begaben sich Alle, spät gegen Abend erst, nach Hause. Die Eröffnung einer Mädchenschule in Jerusalem, und zwar in einem schönen Hause, fournirt mit schönen Banken, Schultischen, großen Tafeln, Wand- Fibeln und hohen Pulten für die Lehrerinnen, hatte einigen unserer Glaubensgenossen die Furcht eingejagt, man könnte mit der modernen Einrichtung auch die aus einem modernen Judenthume entliehenen Principe hierher verpflanzen; sie liefen daher in ihrem frommen Eifer in eine Synagoge den Begründer D-nrm zu sein; die Vorsteher derselben, an deren Spitze der würdige und gelehrte Rabbi Jesaya Derdaki steht, haben aber sogleich ihre Mißbilligung darüber ausgesprochen und ihnen die Versicherung gegeben, daß in einem Institute, dessen Begründer so viele Opfer unserer heiligen Religion gebracht hat, solche Principe, wie sie glauben, gewiß nicht ausgenommen werden. Die guten Leute gingen auch ruhig nach Hause, und kein Wort wurde mehr darüber gesprochen. Dr. Loewe zeigte ihnen auch in dem Buche, wo das Schul-Reglement eingetragen worden ist, die eigentliche Benennung dieser Anstalt; sie lauier „n*a "bbsns-sb ppfrE mns mm nst "vzbb “ison 272 i:m2N 'pbs ns nrnVi ‘-isort ~pn2, und sie waren vollkommen zufrieden. Sir MoseS, als einen Beweis seiner Anerkennung ihres religiösen EiferS, ließ für sie bei dem Morgengebete einen yp‘ra*’E machen und spendete reichlich für die Armen, ließ ihnen auch die Versicherung geben, daß er sie deshalb mehr liebe und hochschätze. Wären diese Herren selbst zu ihm gekommen, er würde ihnen gewiß ein ansehnliches Geschenk gemacht haben. Sir Moses vertheilte dieses Mal bei seiner Ankunft in Jerusalem kein Geld, gab den Armen vielmehr deutlich zu verstehen, daß er etwas Besseres als Almosen geben für sie zu chun gedenke (worüber auch Manche ihre Unzufriedenheit, und zwar wegen ihrer drückenden Arbeit ausgesprochen), er ermangelte aber dennoch nicht, vor seiner Abreise, animirt durch seine unbegrenzte Wohlthatigkeitsliebe, aller Armen mit einer anständigen Gabe zu gedenken. Wie Sir Moses und Lady Montefiore von Seiten aller Autoritäten ausgenommen worden sind, haben bereits die Zeitungen berichtet, ich meinerseits kann nur sagen nvrr b2 yy ■»-ras. Mein innigstes Gebet schließt sich dem so vieler Tausende an, daß der Allmächtige ihm und seiner würdigen edlen Gemahlin noch viele, viele Jahre vollkommene Gesundheit ertheilen möge, damit sie noch lange die Stütze und Zierde Israels bleiben. Ich habe die Ehre zu sein Ihr aufrichtiger ^wicu8. Deutschland. Leipzig, 2. November. (Privatmitth.) Es wird Sie und Ihre Leser gewiß befriedigen, wenn ich Ihnen die erfreuliche Mittheilung mache, daß meine Fürsprache für den armen Senior Sachs in Berlin (Adresse neue Königsstraße Nr. 44.) bereits einen Erfolg hatte, indem ein edler Menschenfreund in Dresden dem Gelehrten, der einen „lieblichen Weinberg" (kerem Chemed) anbaut, aber der gräßlichsten Noch mit Weib und Kindern preisgegeben ist, eine Unterstützung zukommen ließ — und so hat Ihr Blatt das Verdienst, einer Familie Brot verschafft zu haben. Möge die Fürsprache für einen Gelehrten, den Schelling empfohlen und den Professor Gruppe seines Umgangs würdigt, noch ferner wirken, zumal Senior Sachs, wie ich höre, auch ein Opfer der für das Judenthum 1 eifernden, die jüdischen Tugenden aber vernachlässigenden Richtung sein soll. ES ist traurig, daß ein