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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-11-05 · Heft 45 (5.11.1855) · p. Seite 581

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 45 (5.11.1855)
Date
1855-11-05
Page
Seite 581 (sequence 11)
Language
German
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581 Literarische Nachrichten. Literarische Berichte aus Mähren. Es ist ein Act der Pietät gegen den leider der Wiffenschaft zu früh verstorbenen I. S. Reggio, einen der rüstigsten und thätigstcn Arbeiter im Weinberge des Herrn, einen der unermüdlichsten und aufrichtigsten Forscher der Wahrheit, wenn wir diesen kleinen Artikel meist den jüngsten literarischen Leistungen des Genannten widmen. Der selige Reggio, dem die jüdische Literatur so viel zu danken, der er sich von Jugend an mit besonderer Liebe gewidmet hat, beklagte sich in letzterer Zeit sehr über Vernachlässigung von Seiten der jüdischen Journalistik, die seinen Werken nicht immer die gebührende Austnerksamkeit geschenkt. Vorzüglich versprach er sich von dem B c - chinath Hakabbala, Görtz 1552, einer kritischen, freifinnigen Prüfung der Tradition von Leo de Modena, einen bcsondern Eclat — und cs mußte ihn tief kränken, der sich auf weitläusige Debatten und Erörterungen gefaßt machte, die die angeregte Frage, wenn nicht zum Abschluß, doch wenigstens in Fluß bringen würden, als ihm etwas voreilig von einer sehr geachteten Seite der Vorwurf der Mystification, als wäre der Name Leo de Modena blos fingirt, gemacht wurde. Der bekannte gelehrte Literator S. G. Stern, der das Manuscripr nach dem Autograph von Leo de Modena, das sich in der De Roffi'schen Bibliothek zu Parma bcsindct, abgcschricbcn und dem Herausgeber übergeben, hat in einer Erklärung in den „Wiener Mitteilungen" von Nr. Letteris die Ehrenrettung des scl. Reggio übernommen und den gänzlich ungebührenden Vorwurf gebührend zurückgcwiescn.- So ist auch folgende Schrift nur cipb*' von I. S. Reggio (‘fop ist bekanntlich die Abreviatur des Namens Jizchak Samuel Reggio), Görtz 1854, die der Verfasser zu seiner 7vjährigcn Geburtstagsfeier herausgegeben, bisher fast gänzlich mit Stillschweigen übergangen worden. Der Verfasser hat in dem erwähnten Zalkut Ja schar eine Sammlung von verschiedenen sehr geistreichen und gelehrten Abhandlungen, Briefen, Bemerkungen, Fragmenten und Auszügen aus Manuscripten veranstaltet, die von der jugendlichen Regsamkeit, von dem ungemeinen Scharfsinne, der sich manchmal in Hypothesen und Conjecturen zu sehr gefällt, von der tiefen Gelehrsamkeit und dem kühnen Freimurhe desselben Zeugniß geben. Hauptsächlich schluß meinerseits war, einen Theil des Briefes zu veröffentlichen, ohne zu wissen, ob selbst dies im Willen des ehrwürdigen Herrn Collegen gelegen. vr. L. Ph. find die biblischen Abhandlungen interessant, wie über die Unterlassung bei der Bcschneidung in der Wüste, Josua 5, 2. ff., über den zweiten Theil des Jesaias u. dgl. Reggio meint, daß der Name Gilgal und der schwierige Vers il'itl. 5, 9. : Heute habe ich abzewälzt die Schmach Mizraim's von euch, sich nicht auf die Bcschneidung , sondern auf den Durchzug durch den Jordan, 4, 19., bezieht; da die Israeliten hier zum erstenmal den Boden der Freiheit, das verheißene heimathliche Land betraten und somit erst wahrhaft die Schmach und das Sclavenjoch Mizraim's von sich abwälztcn, indem sic jetzt von einem unruhigen Wanderleben (vgl. 2 B. M. 14, 3.) in ein geordnetes Staatslcbcn übergingen. — Merkwürdig genug ist es dem fleißigen Verfasser, der die Angaben des Talmuds über die Ursachen der Nichtbcschncidung einer gründlichen Prüfung unterzieht. entgangen, daß Abravanel bereits diese Meinung ausgestellt hat. Vgl. auch Abendana in Michlal Jophi und Philippson's Bibelwerk z. St. — ^Schluß folgt.) Anzeigen. Die Stelle eines Lehrers und Canrors in hiesiger israelitischer Gemeinde, verbunden mit einem Gehalte von Thlr. 100., bei freier Station (kein Wandertischi, ist vacant, und kann sofort, oder um Ostern besetzt werden. Hieraus Reflcctircnde wollen sich, unter Einsendung ihrer Zeugnisse, beim Unterzeichneten melden. Viersen, im October 1855. Der Vorsteher L. I. Leffrnann Dffcne Lehrstellen. An der mit dem 2. Januar 1856 unter der Direction des Herrn ve. Wilhelm Freund zu eröffnenden israelitischen Gemcindcschulc zu Gleiwitz sind noch nachstehende Lehrämter definitiv zu besetzen: 1) das Lehramt des Hebräischen in den drei obern Classcn, 2) das Lehramt der Mathematik und der Naturwissenschaften in den drei obern E lassen, und 3) das E l e mc n tar - L ehra mt in der ersten Vorbcreitungsclassc. 1) Erfordernisse für das Lehramt des Hebräischen sind: a) gründliche, auf genügende Weise documentirtc biblische und r a l m ud i sch c Gelehrsamkeit:

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