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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-10-29 · Heft 44 (29.10.1855) · p. Seite 560

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 44 (29.10.1855)
Date
1855-10-29
Page
Seite 560 (sequence 4)
Language
German
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560 dischen Literatur. Leipzig, 1855." hervor. Es möchte dies der reichhaltigste Theil dieser überaus nützlichen Sammlung sein, wie der Leser sofort aus folgender Uederficht erkennen wird. Midrasch YVajisäu oder die Heldensage von den Thaten der Söhne Jakobs im Kriege gegen die amoritischen Könige so wie gegen Esau und dessen Kinder. 3n der Einleitung macht Jellinek sehr wichtige Bemerkungen über „das Buch der Jubiläen", welches er als eine essenische Tendenzfchrift gegen die Meinung der Pharisäer, daß man den Neumond beobachten und nicht berechnen und nach ihm alle Festtage bestimmen soll, und daß die oberste Religionsbehörde das Recht hat, Jntercalationen vorzunehmen, bezeichnet. Er bemerkt auch, daß das „Buch der Jubiläen" aller Feste — Passah, Wochenfest, Versöhnungstag, Hüttenfest, Schemini Azeret — gedenkt, sie morivirt und bis auf Passah auf Noah, Abraham und Jakob zurückführt, mit Ausnahme des Neujahrsfestes — Rosch ha-Scharm —! Wohl wird Neumond des 7. Monats besonders erwähnt (Cap. 6; H. 245), allein die Erinnerung der ersten Schöpfung wird dem Wochenfest zugetheilt. — Eldad-ha-Dani in älterer Recenfion. — Alphabet- Midrasch des R. Akiba in erster und zweiter Recenstvn, nach der Reihenfolge des Alphabets und dessen Schreibweise ethische, thco-, anthropo- und angelologische, mystische und national-jüdische Betrachtungen. — Apokalypse des Elia, über die mesfianische Zeit, die Leiden und Kriege jener Zeit und den endlichen Sieg Israels. In verschiedenen Visionen ficht der Prophet die über die Gottlosen hereinbrechenden Strafgerichte, die Belohnung der Frommen, und das vom Himmel auf Erden kommende Jerusalem. — Abschnitte über den Messias. — Mysterien des R. Simon ben Jochai, über mohamedanische Herrscher und ihr Ende durch den Messias. — Die großen Hechalot, dieses merkwürdige, einflußreiche, oft hochpoetische Product, wahrscheinlich des achten Jahrhunderts, in welchem der Essenismus in seiner Einwirkung klar hervortritt; die Vorzüge des die Merkaba Schauen, die sieben himmlischen Tempel und ihre Wächter, Hymnen u. s. f. bilden den Inhalt. — Midr. Leolam, Sammlung aller mit beolam beginnenden Aussprüche des Talmuds, ebenso M. gadol u-gedola die mit gadol beginnenden. — Schilderung des Paradieses. — Messias-Hagada, die letzten sieben Jahre vor dem Erscheinen des Messias — Beschreibung der Stiftshütte. — Das Noah-Buch, drei verschiedene Berichte über dieses, seinen Ursprung und Inhalt. — Preis der Engel. — Midr. Tadsche, symbolische Arbeiten zum Pentateuch. — Dies ist der reiche Inhalt dieses dritten Theiles und können wir mit Vergnügen hinzufügen, daß von dem ket-ba-Midrasch noch drei THeile erscheinen werden und zwar wird der vierte die ächte Pesikta nach einer Orforder Handschrift, der fünfte die kesikta Lutarla von R. Tobia b. Elieser zu den fünf Megillot und der sechste Theil die noch vorhandenen kleinen Midraschim bringen. Jndeß ist in diesem dritten Bande noch ein „Anhang" hinzugefügt, über den wir noch sprechen müssen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Oldenburg, im August. (Privatmitth. Verspätet.) Die hiesige israelitische Gemeinde hat dem Herrn Rabbiner Hirsch in Frankfurt a. M. zu seinem fünfundzwanzigjährigen AmtSjubiläum einen schön gearbeiteten silbernen, mit einer paffenden Inschrift versehenen Pokal als Zeichen der Hochachtung überreichen lassen. Rabbiner Hirsch hat hier warme Verehrer, die seiner nie vergessen werden und die sich freuen, eine passende Gelegenheit gefunden zu haben, ihm einen wenn auch nur schwachen Beweis ihrer Liebe und Hochachtung geben zu können. — .n Leipzig, 18. October. (Privatmitth.) ES wird Ihnen bekannt fein, daß die hiesige lutherische Geistlichkeit den Einladungen zur Einweihungsfeier des neuen israelitischen Tempels keine Folge leistete. Herr Dr. Zille, Prediger an der UniverfitätSkirche, ein edler Mensch im vollen Sinne des Wortes, war zwar verhindert, der Feier beizuwohnen, hatte aber das Festmahl, dem er sich anschloß, durch einige ausgezeichnete Lieder verherrlicht und auch dem Prediger der Gemeinde einen begeisterten Toast auSgebracht. Darob ward der humane Mann in streng lutherischen Kreisen fast verketzert, und hat nun in Folge dessen am letzten Sonntag in einer Predigt über ben heiligen Geist und den christlichen Glauben, die er in der UniverfitätSkirche hielt, Gelegenheit genommen, sich über daS Verhältniß der Christen zu Nichtchristen auszusprechen, und soll sich geäußert haben, daß eS dem Wesen des ChristenthumS widerspreche.

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