Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1855)
- Date
- 1855-10-29
- Page
- Seite 558 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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558 Und fragt das Herz, ob's widerstrebet nicht. Ob's wiederhallet von den treuen Wächtern, Die ewig in des Busens Tiefen wachen. Ob Zephyr treibt, ob Sturm der Seele Nachen. Wo Glaube nun, Verstand und tiefeS Fühlen Zusammentreffen in des Einklangs Ton, Da schweigt des Irrwahns, schweigt des Zweifels Hohn, Und lausend Borne der Verständnis quillen, Und milde Weisheit zündet ihre Sterne, Danach zu wandeln durch die Rächt und Ferne. Der ganze Mensch, das, Juda ist Dein Wirken! Der ganze Mensch ist Deiner Lehre Grund, Dem ganzen Menschen sei sie klar und kund — Und darum Fried' in heiligen Bezirken! Wie ihn so ganz des Herrn Gedanken schufen. Sollst Du ihn ganz dem Geist des Herrn berufen — O wie sein Ohr auf längst vergangne Zeiten So gerne lauscht, wie heißer Sehnsucht wallt Sein schwaches Herz bald auf, bald ab, wie hallt Des Denkens Saal von mrcht'gem Widerstreiten, Und wie er doch in seines Lebens Harme So freudig finkt dem Glauben in die Arme! So laß sie streiten, Inda, herrschen, knechten — Im Gottesfrieden ruht Dein Heiligthurn; Laß willig ihnen Macht und Glan; und Ruhm — Weil Dein der Fried', kommst Du zu Deinen Rechten, Weil Du den ganzen Menschen willst erreichen, Kann nie Dein Licht, Dein strahlend Licht erbleichen! Leitende Artikel. Magdeburg, 23. October. An alle Förderer des Instituts für israelitische Fiteratur. Heute waren wir so glücklich: das erfle Mtanuscript für das Institut in Druck zu Aeden. Welche Mühewaltung es kostete, bevor Alles bis zu diesem Punkte gedieh! Ehre deshalb auch den Herren vv. Jellinck und Jost, die fich mit Liebe und Ausdauer ihrem Theile unterzogen. Wir werden in nächster Nummer im Stande sein. die Schriften, die in diesem Jahre zum Drucke kommen, näher anzugeben. Wir glauben, daß alle vernünftigen Anforderungen sich befriedigt finden werden. Guter Dath an viele Lehrer, insbesondere an kleineren Orten und Gemeinden. Sehr häufig kommt die Frage an uns: was thun, um den überhand nehmenden Jndiffcrentismus in unseren Gemeinden zu überwinden? Auf den Rath: fördert die jüdische Literatur unter den Gemeindemitgliedern, macht für die jüdische Presse Propaganda! — erfolgt immer die Antwort: die Juden lesen nichts; bilden wir Lesevereine, gehen sie bald wieder ein; bewegen wir die Leute, auf die jüdischen Zeitschriften zu abonniren, nach kurzer Zeit erkaltet der anfängliche Eifer, und sie lassen fie fallen. Gut. So weiß ich noch einen Rath: fie wollen nicht lesen? nun, so leset ihnen vor! Jeder Lehrer bilde so eine Art Kränzchen. In einem Hause, oder sogar in einem besondern Zimmer eines anständigen Wirthshauses, mögen fich die Gemeindemitglieder einen Abend die Woche versammeln, und da lese dann der Lehrer das Interessanteste und Gemeinverständliche aus der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums", dem „jüdischen Volksblatte" u. dgl. vor, oder auch aus größeren Schriften interessante Stücke, er kann auch dann und wann einige Stücke aus der heiligen Schrift oder späteren Schriften wählen. Es kann sich dann wohl eine kleine Discussion über das Vorzelesene daran knüpfen — und wer da will, mag sein Glas Bier dabei trinken, seine Cigarre dabei rauchen — ganz ungenirt. Wir halten uns überzeugt, daß dies sehr vielen Anklang findet, und der Lehrer selbst dabei viel an Stellung und eigner Ausbildung gewinnen wird. Versucht es! Meraturbericht. VIII. (Fortsetzung.) Wir haben in italienischer Sprache nun noch folgende, bedeutende Schrift zu erwähnen: Lompeodio della religione israelitica metodicamenie esposito ad uso dell