Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1855)
- Date
- 1855-10-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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19. Jahrgang. JW 44 Allgemeine Zeitung -es Iudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner ör. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 29. October 1855. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. MontagS. und wird jährlich 78 Sogen in Quart inel. des Titels. Registers, u. f. w. um. fassen. 2n Gemäßheit des Zweckes, derselde» die allgemeinste Berbrcilung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 2 Tdlr. für den Jahrgang; — 1 Tdlr. 15 Rgr. (1 Thlr. 12 g<Sr.) für sechs Monate — 22 Vr Rgr. (18 gGr.) für das Dierteljabr an gesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitung-- Exvedirionea nehmen Bestellungen au; der Hauptspeviriou für beide Letztere hat ftch die königl. sächs, Zeitung« - Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge: Die Sendung Israels. XH. Leitende Artikel: An alle Förderer des Instituts für israelitische Literatur. — Guter Rach für viele Lehrer, insbesondere an kleineren Orten und Gemeinden. — Literaturbericht. VIII. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Oldenburg,Leipzig. Preußen: Berlin, Berlin, Berlin, Diersen, Dicrsen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Wien, Magdeburg. Frankreich: Paris. Großbritannien: London, London, London. Nordamerika: Cincinnati. Literarische Nachrichten: aus dem Pesther Comitat. Korrespondenz: Meine Reisen in Rußland. Von vr. Lilienthal in Cincinnati. VIU. Harfenklänge. Die Sendung Israel s. XII. Mein Antlitz soll vorangehen, und ich will Dich zur Ruhe bringen. 2 Mos. 33, 14. Gepriesen sei der Ewige, der Ruhe verliehen seinem Volke Israel. 1 Kon. 8, 56. 3a, Dir ward Ruhe, Juda, heil'ger Frieden, In Deinem Heiligthum entbrennt kein Streit, Der Sectcn blut'gcr Haß zu aller Zeit Hat seiner Schwelle Majestät gemieden — Ob dahin lenkt, ob dorthin Form und Streben: Des Ein'gen Geist mußt' einig es beleben. Wohl hob das Schwert der Eine gen den Andern Um Herrschaft, Wrstenstab und Priesterthum: Wohl rollt das Wortgefecht zu Scharfsinns Ruhm, Durch tausend Weg' der Deutungen zu wandern — Doch drüber webt der Geist der ein'gen Lehre, Daß er der Spaltung bittrem Wehe wehre. Und jede Brust, wo Du als Ueberzeugung Die goldnen Strahlen der Erkenntnis streust, Dem Frieden Du, der Gottesruh' sie weihst. Fern von des Trübsinns, von des Zweifels Neigung — Mit sichrer Hand durch der Gedanken Fülle Führst Du die Geister zu des Einklangs Stille. Denn nicht der blöde Glaube ist Dein Wollen, Der dunkelstem Geheimniß sich erziebt, Weil cs des Priesters Mund zu sprechen liebt. Es einzubauen in des Geistes Stollen — Du riefst uns auf zu strenger Prüfung Schmerzen: „Erkenn es heut', und nimm es wohl zu Herzen!" Doch dem Verstand auch nicht allein vertrauet Und seinem Witz hast Du das hcil'ge Gut, Dem schwankenden, der nie am Schluffe ruht. Daß er allein die Lehre sich erbauet — Daß er, was nimmer wahrhaft er erkenne. Mit Prunkeswortcn wechselnd sich benenne... In Dir der Glaube giebt es den Geschlechtern: Das prüft Verstand, ob's ihm nicht widerspricht,