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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-07-07 · Heft 81 (7.7.1838) · p. Seite 326

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 81 (7.7.1838)
Date
1838-07-07
Page
Seite 326 (sequence 2)
Language
German
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326 der Rabbine, nach vollendeten Gymnasial- und philosophischen Studien, die mosaische Theologie auf einer Universität absolvirt haben. Auf welcher Universität aber die mosaische Theologie absolvirt werden soll, kann nicht gesagt werden, da noch keine Universität eine Fakultät oderauch nur einen Lehrstuhl für die mosaische Theologie hat.— Im Art. 57 des würt. Ges. wird die Aufsicht und Leitung des ganzen israet. Kirchen- und Armenwesens einer von der Regierung zu bestellenden Oberbehörde übertragen, welche aus einem Regierungs-Commissär und wenigstens vier isr. Beisitzern bestehen soll*). Nach § 43 des sigm. Ges. steht die Oberaufsicht und Leitung des ganzen isr. Kirchen- und Armenwesens der Landesregierung zu, welche erforderlichen Falls das Gutachten eines benachbarten isr. Consistoriums, und bei anzuordnenden Kirchenvisttationen die Anwohnung eines bewährten auswärtigen isr. Gottesgelehrten in Anwendung bringen wird. Bereits aber hat die Regierung an das würt. Ministerium des Innern den Antrag gestellt, daß, unter Vorbehalt des jedesmaligen Genehmigungsrechts des Souveräns, das isr. Kirchenwesen unter Aufsicht und Leitung der würt. isr. Ob erkirchenbehörde gestellt werde. — Nach der Erklärung, welche die Negierung sowol als die Commission abgab, soll dieses Gesetz vorläufig nur erziehen und vorbereiten, und werde die Emancipation, sobald dieser Staatszweck erreicht sei, unbedingt Nachfolgen. S. M. Belletristik. Die Gegensätze.* Eine israelitischreligiöse Novelle. (Fortsetzung aus No. 57.) V. Julie saß in ihrem Zimmer, und arbeitete an einer Stickerei, die sie für Jonathan bestimmt hatte, dessen baldigen Geburtstag sie in Erfahrung gebracht. Leise Seufzer stahlen sich aus ihrem Busen,, denn mitten in der Arbeit siel ihr der Gedanke schwer auf das Herz, wohin diese Verbindung eigentlich führen werde? Es war ihr klar geworden, daß das Ziel ihres Lebens die Vereinigung mit dem, der ihr Herz so ganz eingenommen, sein müsse. Sie erwog, wie günstig ihrer Neigung die äußerlichen Verhältnisse eigentlich wären, weder Religion in ihrer Aeußerlichkeit, noch Vermögensumstände traten störend dazwischen, ja die frühere, herzliche Freundschaft der Väter hätte, so sie fortgesetzt wor- °) Einem Theologen, 1 Secretär und 2 oder 3 weltlichen Ober - Kirchenvorstehern. den, die Vereinigung Allen selbst wünschenswerth gemacht-- und doch hatten sich durch die religiöse Spaltung unübersteigliche Hemmnisse dazwischen gelegt, und die Zukunft erschien nur düster. Mit sich war sie einig geworden. Jonathan hatte ihr das Judenthum ganz zur Erkenntniß gebracht, und wenn sie, den geistigen Kern festhaltend, in der Reinheit ihrer Seele auch noch nicht die Nothwendigkeit, die Ceremonialgesetze zu beobachten, und das Bedürsniß, sie als Stützen der Innerlichkeit und als Verband mit der geschichtlichen Entwicklung der Offenbarung in Israel, dem religiösen Bewußtsein unterzulegen, fühlte — so wußte sie doch, daß, diesem sich in ihr wenigstens nichts mehr entgegenstellte, und daß es ihr, schon um des geliebten Mannes willen, leicht werden würde, sie zu übernehmen, um so mehr, da sie bei dem ihr nicht unbekannten Wechsel der menschlichen Gesinnung für die spätere Lebenszeit eine Beruhigung darin erblickt?. Und wie denn der Mensch nie vom Uctheil der Außenwelt ganz unabhängig ist, so hatte sich für Jonathan eine Stimme von einer andern Seite erhoben, von der sie es am wenigsten vermuthet hätte, von christlicher. Der Kriegsrath Faller hatte seinen Neffen, den uns wol bekannten Ludolf, auch bei ihnen eingeführt, und dieser war zufällig, denn das Verhaltniß Jonathan's mit Julie war ihm unbekannt, im.Gespräche auf jenen gekommen, wo dann das Lob und die innigste Würdigung von seinen Lippen floß. Da ec bemerkte, daß Julie nicht ungern davon hörte, so wiederholte sich dies öfter, und that Julie sehr wohl, so wenig sie sich auch äußerte. Indem diese Gedankenreihe vor ihrer Seele vorüberging, und die bittersüße Empfindung, die sich in der menschlichen Seele aus der Hoffnung und dem Zweifel zusammenmischt, ihren Busen füllte — trat ihr Vater ein. Der Banquier Kaspar war untersetzter Gestalt, doch wohlbeleibt. . Einfach in seinem Anzuge, aber mit einigen werthvolLen Solitären geschmückt; im Ganzen eine angenehme Präsentation, und auf der glatten Stirn viel Berechnung, aber wenig Gedanken. Liebe Julie, Hub er an, als er sich auf ein Sopha niedergelassen, ich denke an Deine Zukunft. Sehr verbunden, erwiederte lächelnd Julie, wann denken Sie nicht daran, mein gütiger Vater? Ich meine es aber diesmal im buchstäblichen Sinne ä volle futur, Julie. Sie machen mich bange, Vater. Du weißt, meine theure Julie, unter uns muß es stets klar sein. Ich habe dich erzogen als meine Freundin, da

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