Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1855)
- Date
- 1855-10-08
- Page
- Seite 526 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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526 In englischer Sprache liegen uns nur noch einige Broschüren vor. Specimens from an unpublished work ■jr'ar „the gates of Zion“ by ihe Rev. Dr. S. M. Schiller - Szinessy. Part. 1. sec. edit. Manchester, 1852. Das Heftchen enthält Gebete an den verschiedenen Festen, nach der Trauung, Anreden bei Bcschneidung, Hymnen zur Confirmation, meist englisch, einige hebräisch, in reiner, warmer Sprache. Von demselben Verfasser: the firsi Ceremony of Confirmation. Manchester 1852. Eine Rede über die Ursprünglichkeit der Confirmation im Judenthume, da fie der Schlußact des Religionsunterrichtes sei und die bisherige niL« 12 nachdruckslose Form geworden. Dann die ganze Forut des Actes in trefflicher Ordnung und Weihe. — Endlich: the first epistle of Baruch, translated from the Syriac, with an introduction by the Rev. Dr. U. Jolowicz. London, 1855. Der Verfasser stellt fest, daß diese pseudographische Schrift im fiebenten Jahrhunderte von einem Syrer, der der römisch-katholischen Kirche angehörte, verfaßt worden. — Wir lasen vor Kurzem irgendwo, daß die jüdische Presse in Italien im Verfall sei — wir können das Gegentheil sagen: die durch die Herren Professoren Giuseppe Levi und Pontremoli zu Vercelli ins Leben gerufene Monatsschrift „Educatore israelila“ erblüht sehr, und bringt in der That sehr gediegene Arbeiten. Die einzige Bemerkung, die wir zu machen hätten, wäre, daß diese zu oft abgebrochen, in zu kleinen Absätzen gegeben werden, was aus dem Wunsche entsteht, den Lesern recht Vieles vorzulegen, aber oft unbeftiedigt läßt. Die genannten Directorcn des Ednc. Israel, geben jetzt auch Letture infantili israelitiche, composte dal rabbino professore Giuseppe Levi, Torino 1855. heraus, also Jugendschriften, über deren Mangel in Italien so sehr geklagt wurde. Das erste Heft liegt vor uns und ruft als Anfang lebhafte Bcftiedigung hervor. Die Sprache ist ganz für die Jugend geeignet, und dabei durchaus nicht gewöhnlich, die Ideen klar, rein und biblisch, auf acht israelitischem Grunde, das Schriftchen sowohl zur Lectüre als auch zum Unterricht anwendbar. Zuerst ein „religiöser Theil", Gespräche einer Mutter mit ihrem Söhnchcn über den Schöpfer, die Seele, die Religion u. s. w., untermischt mit kleinen Erzählungen, Gebeten, Sprüchen der Schrift, dann in gleicher Weise über den religiösen Tag eines israelitischen Knaben, einen „moralischen Theil", Gespräche zwischen Lehrer und Schüler über Menschenliebe, Familie, Studium, Freunde. Hierauf „studii a memoria“, wo alle obigen Gegenstände in Katechismusform noch einmal, kürzer, ernster, bestimmter behandelt werden. Wenn fich an diese höchst angemessene Arbeit noch andere anrcihen, so wird dies ein segensreiches Werk werden. — Der uncrmüdete, hochgeehrte Professor della Torre hat uns Mieder mit einigen Broschüren beschenkt, die Zeugniß für seine Liebe zu allen würdigen Erscheinungen des Judenthums geben: Miss Aguilar, schizzo biografico, Padova 1855; eine lebhaft und interessant geschriebene Biographie der bekannten und sehr verdienten, 1847 verstorbenen englisch-jüdischen Schriftstellerin Miß Aguilar zur Feier der Hochzeit einer Freundin des Verfassers. Mose Mendelssohn, orazione inangurale letta nell’ aula dell’ instiluto convilto ralbinico il 18 nov. 1854. dal Prof. Rabb. Blio della Torre. Padova, 1854. Würdiger konnte sicherlich die neue Aula des Rabbincrinstituts nicht eingeweiht werden, als durch eine Gedächtnißfeier Mendelssohns und zwar durch diese Rede. Es war natürlich keine Biographie und keine Kritik am Orte, sondern ein Elogio, das im ersten Theile die Verdienste Mendelssohns um die allgemeine Welt, im zweiten um das Judenthum mit Wahrheit und Enthusiasmus, in gediegenster Sprache und reinster Herzensfteude zeichnet. Welch' ein Sporn für die hörende Jugend, der da Begeisterung viel mehr noch thut, als zersetzende und säuerliche Kritik! — Von demselben Verfasser endlich zwei Gebete zur Eröffnung und zum Schluffe des Studienjahres, hebräisch und italienisch, Padova 1854, würdig und correct. — (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig, im September. (Privatmitth.) Jedermann weiß, welch' ein Zusammenfluß deS deutschen Israels in Leipzig zur Meßzeit, namentlich zur Ostermeffe, starlfindet; Jedermann weiß aber auch, daß die ungeheure Mehrzahl fich auch vom Meßgeschäft nicht abhalten laßt, die hohen Feste zu feiern. Wie daher insonderS das Versöhnungsfest in Leipzig abgehalten wird, könnte am Ende einen Maßstab von dev religiösen Stimmung und vom religiösen Standpunkt unsrer Glaubensgenossen in Deutschland geben. Ich besuchte daher am diesmaligen „Jom Hakippurim" die drei vorzüglichsten jüdischen Gotteshäuser,