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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-10-08 · Heft 41 (8.10.1855) · p. Seite 524

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 41 (8.10.1855)
Date
1855-10-08
Page
Seite 524 (sequence 4)
Language
German
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524 wohl auch am meisten auf die Deutschen in Amerika berechnet. Wenn man nicht sagen kann, daß bis jetzt viele ganz besonders ausgezeichnete Arbeiten in diesem Blatte gestanden: so hat es hingegen einen Vorzug, der ihm ein großes Ucbergewicht verschaffen kann, es sucht Leben in die jüdische Masse Nordamerika's zu bringen. Es hat daher den Gedanken einer Association, um ein jüdisch-theologisches Collegium zu Stande zu bringen, eben so einer Rabbincrconferenz in die Masse geworfen, und durch die Besprechung und vielfache Bcregung dieser Angelegenheiten dient es nicht allein der allgemeinen Sache, sondern hält auch das Interesse wach und lebendig. Eine besondere Theilnahme flößte uns sehr natürlich Nr. 7. des neuen Jahrgangs ein. In derselben fanden wir einen Abdruck einer ausführlichen Recenfion unsrer ins Englische übertragenen Vorlesungen über die „Entwickelung der religiösen Idee im Judenthume, Christenthume und Islam", welche in einem der geachtetstcn Londoner Literaturblatte „tbe Westminster Review“ vom Juli d. I. gestanden, und uns unbekannt geblieben war. Den Abdruck leitet vr. Lilienthal ausführlich ein, indem er hauptsächlich bemerkt, von welcher Bedeutung es ist, daß die Erzeugnisse des jüdischen Geistes nun auch immer mehr in die christlichen Kreise dringen. Wir geben ihm Recht, besonders ist uns diese höchst günstige Kritik in England aus einer christlichen Feder wichtig, da bei der bekanntlich bigotten Richtung der Engländer uns vor der Aufnahme unsrer scharf abgrcnzenden Darstellung der drei Religionen etwas bangte. Allein wir können bei dieser Gelegenheit nicht umhin, eine Bemerkung noch einmal anzuknüpfen, die wir schon einmal machten, nämlich: daß, wenn die jüdische Literatur endlich in christlichen Kreisen Anerkennung findet, letztere nun auch bei den jüdischen Autoren unter einander nicht fehlen möge. Wir haben z. B. eine Reihe von Büchern zur Kritik vorliegen — wir wollen noch keine Namen nennen — deren jüdische Verfasser auf jeder Seite zwanzig christliche Autoren citiren, aber im ganzen Buche keinen einzigen Juden, weder alte, noch neue, trotzdem es nicht ohne Veranlassung und Vortheil hundert Male geschehen könnte! Dieselbigen verlangen aber von uns die ausgedehnteste Beachtung! Die Ursache davon ist steilich eine zwiefache, erstens weil sie anderen jüdischen Autoren nicht gönnen genannt zu werden, und zweitens weil — sie sie gar nicht kennen, indem fie kein Auge darauf zu werfen vermögen. Das Schönste ist aber dabei, daß diesclbigen die schneidendsten Urtheile über die jüdischen Autoren laut werden lassen. Dann giebt es wieder jüdische Schriftsteller, die ihre Collegen nur in den Fällen citiren, wenn — fie fie widerlegen und der Irrung überführen wollen, (wir sagen „wollen" —) auch dafür liegen die Beispiele vor uns. Und endlich giebt es Cliquen, die nur unter einander sich Lobsalm spenden, und außerhalb dessen besteht nichts weiter in der Welt Gottes. Wir warnen alle Diese ernstlich — denn bei weiter« Fortgang wird fich diese Nichtigkeit sehr rächen. Alle Existenzen bedürfen eines günstigen Bodens, und wenn dieser fehlt, hängen fie in der Luft und werden vom ersten Windstoß zerstreut! Dies Thema sei ein ander Mal näher erörtert. Wir kommen zum „Israelit«“ zurück, und gestatten uns auch hier die fteundliche Warnung, daß die Redaction fich ja vor dem Cliquenwesen hüte; ein Paar unbedingt ergebene Freunde find nothwendig; aber man darf fich nicht darauf beschränken, nur diese zu pflegen. Sapienii sat! Die erwähnte Recenfion im Westminster Review beginnt mit einem starken ironischen Seitenhiebe gegen die zahlreiche Classe derer in England, welche „ein tiefes Interesse am Juden nehmen", wie fie zu sagen pflegen, indem der Recensent fie auffordert, das Werk zu lesen, um cinzuschcn, daß auch die Juden ernste Gedanken, Ueberzeugungcn und Hoffnungen haben, daß fie an ihre Misfion glauben, und dieselbe darin setzen, daß das Christenthum fich dereinst der Lehren entkleiden werde, welche gegenwärtig von der Majorität feiner Bekenner für den wesentlichsten Thcil desselben gehalten werden. Der Kritiker hält das Werk für würdig, die Aufmerksamkeit der Theologen jedes Glaubens auf fich zu ziehen. Hierauf folgt eine Darstellung unsrer Hauptideen, in der That mit großer Schärfe aufgesaßt und zutreffend wiedergegeben, endlich Auszüge. — Wenn auf diese Weise die jüdische Anschauung von der welthistorischen Entwickelung der durch Israel in die Welt gekoulmenen religiösen Idee in die englisch-christlichen Sphären getragen wird, so geschieht dies andrerseits auch hinfichtlich der biblischen Erezese durch ein mit großer Rühmlichkeit zu nennendes Werk. A bistorical and critical Commentary on the old Teslament wilh a new translation by M. Kali sch, Phil. Doc., M. A. rvmt) — Exodus. London, 1855. Es ist also das zweite Buch Moscheh, Tert, Ucbersetzung und Commentar in englischer Sprache, 8°., 624 Seiten, woraus der Leser schon die Ausführlichkeit der Arbeit entnehmen kann. Warum der Autor gerade mit dem zweiten Buche Moscheh

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