Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1855)
- Date
- 1855-09-24
- Page
- Seite 498 (sequence 4)
- Language
- German
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498 weise der Alten, vonLewysohn in Worms, indem sehr Prägnant eine Reihe von Ausrustmgen, die unsren Vorvordern gebräuchlich waren, zusammengestellt werden. Hier, lieber Leser, tritt nun eine Lücke ein, indem in unserm Eremplar durch Schuld des Buchbinders Seite 75 bis 91 fehlen, während 91 bis 10b doppelt vorhanden. Wir fahren daher erst S. 91 fort. Kleine Aussätze, religiöse Dichtungen von Kämpf, d. h. recht fließende metrische Urbersetzungen von Unlitanneh thokef ff., eine Recenfivn Gotthelf's von Kompert's „Böhm. Juden" mit Einrückung der schönsten Stellen des Verfassers, endlich „Bücherschau" von Lewysohn in Worms, höchst schätzbar, da sie eben so vollständig wie in der skizzenhaften Charakterifirung treffend und markig, „Jahreschronik." Es bedurfte nur dieser Inhaltsangabe, um zu zeigen, daß dieses Jahrbuch sehr reichhaltig ist und die Gunst des Publikums mit Recht genießt — schade, daß es nicht immer rechtzeitig erscheint. — „Jahrbuch. Mit literarischen Beittägen. Herausgegeben von H. Liebermann. Zweiter Jahrgang. Drieg." Es enthält: Einige übersehene jüdische Schriftsteller von Reggio, nämlich Aron Fernando (gest. 1828), der ein durch die Livorner Gemeinde unterdrücktes Werk über Cultusreform geschrieben, Lolli Samuel Hajim (gest. 1843), Verfasser einer hebräischen Grammatik u. A. Auszüge aus Zunz' „Zur Geschichte und Literatur." Thesen aus dem Talmud von Di*. Landsberger in Posen, bestehend in Aussprüchen des Talmuds, alphabettsch geordnet, mit ausführlicher Erklärung und vielen Anmerkungen; ste bilden eine Probe aus einem, steilich! sehr weitläufig angelegten Werke: „der Geist des babylonischen Talmud durch die wesentlichsten Thesen desselben dargestellt, und nach den einzelnen Tractaten alphabetisch geordnet. Tractat „Berachoth". Man denke'. — Rückblick auf 1854 von Oelsner, der aber — nichts enthält, weil — nichts geschehen sei— Proben aus rvQN mDT von Meisel, welches Werk seitdem erschienen ist. — Die Juden in Nürnbergs Vorzeit von Wolfner, lebhafte Erzählung.— Gedichte.— Proben jüdischer Vertheidigung gegen christliche Angriffe im Mittelalter. Von Geiger. Es ist die Fortsetzung des schon im frühern Jahrgang begonnenen Aussatzes, und zwar über das 17. Jahrhundert, jedoch sehr skizzenhaft, indem der Verfasser die weitere Ausführung verspricht. —. Ein höchst interessanter Aufsatz: „Naturwissenschaft und Aberglaube. Die Wunder des Blutes." Von Ferd. Cohn, über das bisweilen auf Brot nnd Speisen erscheinende Blut, wie auch rother Schnee, rothes Wasser, deren Natur, so wie Opfer in den Blutbeschuldigungen, welche die Juden traf. — Schlesische Juden im Mittelalter. Von Ludwig Oelsner, ein höchst willkommner Aussatz über die höchst günstige rechtliche Stellung der Juden in den schlefischen Städten vor den grausamen Verfolgungen. — Nekrolog, Gedichte, Tabelle. Wir können nickt umhin, den größten Theil dieses Jahrbuches als sehr interessant und verdienstlich zu bezeichnen. — Wir kommen nun zu dem W ertheimer'schen Jahrbuch aus 5616, aufs neue Jahr. Schon der Umfang ist ein bedeutender, er faßt 344 Seiten, vorn eine hübsche Lithographie — der neue Tempel in Wien — hinten eine Mufikbeilage von Sulzer. Gehen wir auf den Inhalt ein: Aaron, der Hohepriester und Friedensstifter von vr. B. Beer, als Probe eines größern Werkes, die Midraschim über die biblischen Personen zusammenstellend. — Der Zelotensührer Elasar, Sohn Ananias, von Graetz, eine prächttg ausgeführte Skizze, deren historische Richtigkeit aber noch etwas näher geprüft werden muß. — „Die Mufik bei den Juden", von Albert Cohn, gut geschrieben, wenn auch nur ganz allgemein. Der Schlußsatz: „die Mufik ist, wenn man die Bildhauerkunst die heidnische, die Malerei die christliche Kunst nennen kann, die jüdische Kunst" — ist eine der Uebertreibungen, welche jetzt bei unsren Glaubensgenossen so häufig ist. Eine Kunst, die schon im Mittelalter in der Kirche so große Pflege gefunden, die durch Haydn, Händel, Schneider, Mozart, Beethoven, Weber re. re. rc zu der außerordentlichsten Höhe entwickelt worden ist, kann nur aufschneiderisch als eine „jüdische Kunst" bezeichnet werden, weil Mendelssohn und Meyerbeer und einige Geister wiaorum gentium von jüdischem Stamme waren. Vor solchen Dingen müssen wir uns wahren. — Küche und Tafel der alten Israeliten von Hecht. Eine ausführliche und intereffirende Darstellung. — Major Burg, ein Charakterbild. — Armuth in Israel. Von Wolf. Ein eben so schön geschriebener, wie in wahren und feinen Beobachtungen reicher Artikel, der dem Verfasser Ehre macht. — Schullehrers Paradora. Von Szünto. Viel Wahres, oft den gangbaren Ansichten Entgegenlaufcndcs über Lehrerwahl, Lehrerwerth, Lehrstoff u. s. w. in pikanter Form als Thesen. — Mehrere statistische Arbeiten. — Rückblick auf das verflossene Jahr, vom Herausgeber. Mit großem Fleiße, mit vieler Umsicht, mit warmer Liebe zur Sache abgefaßt. — Rückblicke auf die jüdische Literatur der letzten zwei Jahre von Beer und Wolf, von ersterm mehr raisonnirend — und nicht ohne kleine Jrrthümer — von