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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-09-24 · Heft 39 (24.9.1855) · p. Seite 497

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 39 (24.9.1855)
Date
1855-09-24
Page
Seite 497 (sequence 3)
Language
German
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497 ten und helfen wird, Achtung vor unserer Geschichte, Erkenntniß unserer Aufgabe und Liebe zu deren Lösung in die Jugend zu verpflanzen. Und da nun nichts wünschenswcrther ist als dies, da hiervon unsere ganze Zukunft abhängt, so sei — neben anderen hierum verdienten Männern — Herrn Hecht Dank und Anerkennung gesagt." — Herr Hecht brachte zu seiner Arbeit nicht blos guten Eifer, Liebe zur Sache, Kenntniß der Vorarbeiten, sondern auch umfassendes Wissen und eigene Quellenforschung mit. Das Material stand ihm daher in bedeutendem Maße zu Gebote, und er wählte aus der großen Fundgrube meist mit Geschick. Noch Eines hätten wir gewünscht: daß sich die Gemälde, die er aufstcllt, mehr plastisch abgerundet hätten, und das Ganze in schärferer Gliederung erschienen wäre. Jedenfalls ist das Buch geeignet, vielfaches geschichtliches Wissen dahin zu bringen, wo es bisher ganz fehlte. — Wir schließen hieran, die Leser aufmerksam zu machen: daß von vr. L. Herzfeld's „Geschichte des Volkes Jisrael von Vollendung des zweiten Tempels bis zur Einsetzung des Mackabäers Schimon zum hohen Priester und Fürsten. Nordhausen, 1855." die dritte Lieferung erschienen ist, welche den ersten Band schließt. In dieser Lieferung ist der Schluß der politischen Geschichte dieser Epoche gegeben, „größere Anmerkungen" hinzugefügt, und dann noch „Ercurse" angeschlossen, wie: über die hohen Priester, über die Männer der großen Synagoge und das Synedrium, Chronologie von Xerres bis zum Untergang des persischen Reiches, von Alerandcr bis Antiochus Sidetes u. s. w. Herzfeld verfährt hier mir großer Gründlichkeit, ohne daß fteilich die vielen spinösen Gegenstände dieser Geschichtsepoche zumeist zu bestimmten Resultaten geführt werden können — es bleiben eben Ansichten, denen andere gegenübcrstchen. Der zweite Thcil wird die Literatur und den Cultus dieser Zeit behandeln, und sehr viele interessante Fragen neuer Untersuchung unterziehen. — Diesen Werken gegenüber dürfen wir nicht länger die Kinder des Jahres, die Kalender und Jahrbücher der Anzeige entziehen, fürchtend, daß sonst ihre eigentliche Zeit vorübergegangen. Von den ersteren liegen uns vor: Annuaire pour l'an-du monde 5616 du 13 Sept. 1855 au 29 Sept. 1856. par A. Ben Baruch Crehange. Paris. Der Werth dieses Kalenders liegt in seiner praktischen Einrichtung, wie sie keiner der unsrigen besitzt. Voran zu leichter Uebersicht die Daten aller Festtage. Dann die israelitischen Confistoricn, ihre Mitglieder, ihre Gemeinden, deren Behörden und sämmtliche gottesdienstliche und wohlthätigc Institute und deren Verwaltung. Außer literarischen Anzeigen folgen einige kleine, allerdings unbedeutende historische und ethnographische Artikel, die chronologische Tabelle, der eigentliche Kalender, sehr schön gedruckt. Stellen wir den kleinen Knöpflmacher'schen Kalender aus Wien an die Seite, so sehen wir zuerst, daß jene statistischen, in so vielen Fällen nutzbaren Tabellen ganz fehlen, daß der Kalender selbst so ganz hebräisch und mit jüdischen Lettern gesetzt ist, daß von unsrer Jugend sich ein großer Theil darin nicht finden kann. Es folgt eine hebräische Abhandlung: ->2n:73 ^>2:2?; rva, welche bis aufs Geringste die kleinen Formen des Cultus fiir das laufende Jahr angiebt, aber für das Volk ganz unbrauchbar ist, endlich die Jahrmärkte jedes österreichischen Kronlandcs. Wir haben hiermit keinen besondern Tadel über den erwähnten Kalender aussprechen wollen, denn eben so find alle deutschen jüdischen Kalender eingerichtet, und der Druck des Knöpflmacher scheu Kalenders ist sogar recht gut — sondern nur zeigen wollen, wie viel hier bei uns zu ändern wäre. Wollen wir nun zu den „Jahrbüchern" übergehen, so drängt es uns, zuvor nachzuholen, was wir versäumten. Don den Jahrbüchern auf 5615 liegt uns bis jetzt nur das Wiener vor. Allein wir haben die vorjährigen von Klein und Lieber mann in diesen Blättern noch nicht erwähnt, weshalb wir mit diesen beginnen. „Volks-Kalender und Jahrbuch für Israeliten auf das Jahr 5615. Herausgegebcn von K. Klein. Dreizehnter Jahrgang. Stuttgart, 1855." Wir haben hier den jüdischen Kalender mit deutschen Typen, was Vielen willkommen sein wird. Das Jahrbuch beginnt mit einem recht hübschen — aber nicht für den Gottesdienst passenden — Gesang für den Neujahrstag von Stein, einer Betrachtung über den Jahreswechsel von Aub, einem Rückblick aus das Jahr 5614 von Präger, sehr fleißig und unparteiisch, aber etwas steif. Hierauf folgt: über den mosaischen (?) Religionsunterricht an höheren Studicnanstalien von Aub, der namentlich das Hebräische als Theil dieses Unterrichtes hcrvorhebt und bespricht. Gedichte, zumeist Bearbeitung schon längst gegebener Stoffe und Sagen. Ucber agadische Literatur und deren Bearbeitung von I. Auerbach, der die Agada sehr treffend charakterifirr und ihre Bearbeitung zu begrenzen sucht. Wir stimmen ihm darin nicht bei, indem der Bearbeiter eben so oft die Agada paffend erweitern und ausschmücken s kann, wenn er dies versteht, wie umgekehrt. Die Rede- 39 *

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