Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1855)
- Date
- 1855-09-17
- Page
- Seite 491 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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491 die Herren Kunsthändler Bing, Dr. Trier und Grösster Mannheimer heran und überbrachten demselben ein zweites Legat zur Schule, 2900 Thlr., von 338 Mitgliedern der Gemeinde. Der Katechet und Ritter Cohn aus Odense brachte seinen persönlichen Glückwunsch und Dank für die ihm seiner Zeit erzeigten Wohlchaten. Der Oberrabbiner Dr. Ritter A. A. Wolff bestieg darauf das Katheder und entwickelte in einem langen Vortrage, welche wichtige Institution die Schule für den Staat wäre, als ein Verbindungsglied zwischen Kirche und Heimath, und forderte zum Schluß die Anwesenden dazu auf, dem Allmächtigen in Angelegenheit der gegenwärtigen und bedeutungsvollen Stunde ein Dank- und Versöhnungsopfer zu bringen. Herr Rathansen bestieg nun den Rednerstuhl, schloß sich in feiner Rebe der Meinung deS Herrn Dr. Wolff an und gab ein Resume der Wirksamkeit der Schule vom Beginn derselben. Die Feier schloß mit Gesang. Abends fand ein Festessen statt, an dem 200 Personen Theil nahmen, worunter die ausgezeichnetsten Beamten, Künstler, Professoren und Kaufleute. Die geistreichsten Toaste, theilS ernster, theils humoristischer Art, belebten das geschmackvoll arrangirte Fest. Nordamerika. New-Orleans, 20. August. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei, Herr Redacteur, die „Daily Picayune‘% in welcher Sie die Rede abgedruckt finden, welche Rev. James K. Gut he im bei Grundsteinlegung des „jüdischen Wittwen- und Waisenasyls zu New-Orleans" gehalten. So steigen im ganzen nördlichen Amerika aller Orten Gebäude für jüdische Wohlthätigkeit und jüdischen Gottesdienst auf, die Zeugniß geben, daß jüdischer Geist und jüdische Sitte einen guten Grund in Nordamerika gelegt haben. Die von Herrn Gulheim gehaltene Rede giebt ihrerseits hiervon ein gutes Zeugniß. Mit vielem Geiste charaktcrisirt sie den Charakter des clasfischen AlterthumS „Alles für den Staat", während von den heiligen Schriften Jsrael's neben der Allgemeinheit die Liebesthat für die Individuen zu dem wahren Inhalt der Humanität erhoben wurden. Er zeichnet dann die socialen Vorschriften der Thorah und wie sie in unsrer Zeit anwendbar; worauf der Redner die vielen wohlthärigen Vereine und Institute aufzählt, welche die Juden bereits in New-Orleans geschaffen, und die Opfer, die sie ihnen mit Freudigkeit bringen, zeichnet. Gott gebe ferner seinen Segen dazu! Magdeburg, 10. September. Wenn wir in Nr. 36. auf Grund einer Privatmittheilung eines Mitgliedes der intendirten amerikanischen „Rabbinerversammlung" unsre Meinung aussprachen, so erlangt die Sache jetzt eine bestimmtere Gestalt. In Nr. 6. des „Israelite" vom 17. August erlassen neun Herren eine desfallsige Bekanntmachung: die Rev. Doctors Cohn von Albany, Günzburg und Hochheimer von Baltimore, Jllowy von St. Louis, Kalisch von Cleveland, Merzbacher von New-Dork, Lilienthal, Rothenheim und Wise von Cincinnati. Sie fordern alle „Ministers and delegales of the israelitish congregations“ auf, an der „ersten Conferenz" Theil zu nehmen, am 17. Oktober in Cleveland. Die Berathung soll über folgende Punkte stattfinden: 1) die UnionS - Artikel deS Amerikanischen Israel in der Theorie und PrariS; 2) ein Plan, eine regelmäßige Synode zu bilden; 3) ein Entwurf zu einem Minbag- America; 4) ein Plan für niedern und höhern Schulunterricht. Wir sehen, daß der Vorschlag, den Schulchan Aruch zu revidiren, gefallen ist, daß man die .Absicht, ein Consistorium zu bilden, in den einer Union und Synode verwandelt hat — sehr angemessen. Wir wünschen daher nur, daß die Conferenz die Vorschläge recht anpassend vorbringt und dann auch praktische Erfolge erreicht. Natürlich darf man nicht zu viel von der ersten Conferenz erwarten. Nur Ausdauer und — keine hierarchische Gelüste! Baltimore, 4. August. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen anbei die gestrige Nummer deS Daily Baltim. I»ep. Sie finden darin die Schilderung einer erhebenden Schulfeierlichkeit. Die jüdische Schule hier unter dem Rev. Dr. Gunzburg leistet im Hebräischen, Englischen und Deutschen so Ausgezeichnetes, daß die Gemeinde demselben eine goldene Medaille und dem zweiten Lehrer Herrn Beale eine goldene Feder und Federhalter überreichen ließ. Die durch die Deputation, Namens derselben durch Herrn Greensfelder und Rev. Dr. Gunzburg gesprochenen Reden sind musterhaft und werden daselbst dem ganzen Umfange nach mitgetheilt. Wir theilen Ihnen dies mir, theils um den fernen Glaubensgenossen zu 38**