Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1855)
- Date
- 1855-09-17
- Page
- Seite 490 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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490 scriptionen, um mehrere Rabbinen zu seelsorgerischer Thätigkeil sür die israelitischen Soldaten zur französischen Armee im Orient zu senden. — DaS israelitische Konsistorium zu Metz hat jährliche Lehrerconferenzen in seinem Sprengel wahrend der Herbstferien angeordnet, und wird schon in diesem Jahre damit begonnen. Der Zweck ist: „die Lage des Unterrichts unter den Israeliten jeder Gemeinde kennen zu lernen, die möglichen Verbesserungen, die Fähigkeiten der Lehrer, ihre Erfolge und Hindernisse, die Mittel des Fortschritts durch Annahme guter Methoden und eine größere Gleichförmigkeit in den Elementarschulen zu erlangen." Paris, im September. (Nach den Arch. israel. de Fr.) Am 15. August (dem Napoleonstage) erhielten zwei Israeliten die Ehrenlegion: der Professor der höhern Mathematik am kaiserlichen Lyceum zu Lyon, Herr Hauser, und Herr Jacob Alfred Leon, Präsident deS israelitischen Confistoriums zu Bordeaux, ein Mann, der nicht nur als großer Geschäftsmann hohes Lob verdient, sondern noch mehr, weil er als solcher alle seine Muße allgemeinen, und insonderS israelitischen Angelegenheiten widmet. — Der von uns schon erwähnte Officier, Adolphe Hinstin von Paris, hat zwei schwere Wunden vor Sebaslopol erhalten. —Herr BrunSwickhat einen Aufruf aus Konstantinopel zu Gunsten der israelitischen Schulen dort gesandt, der abermals über die großen Schwierigkeiten klagt, die er findet, aber dennoch einige Hoffnung auSsprichr, wenn der Unterricht der Rabbinen damit verbunden werden könnte. — Dänemark. Kopenhagen, 30. August. Der König hat für Dänemark auch bei der neuen Verfassung ausdrücklich die Religionsfreiheit garantirt. Kopenhagen, 2. Juni. (Privatmitth. Verspätet.) Gestern wurde hier die Feier deS 50jährigen Jubiläums des Redacteurs Herrn M. L. Rat Hansen, als Stifter und Director der mosaischen Knabenschule im SolennitatSsaale der Schule, welcher in dieser Veranlassung mit Guirlanden, FestonS und Blumen prachtvoll verziert war, festlich begangen. Im Hintergründe deS Saales war daS Bildniß deS Jubilars in einer Nische angebracht. Um 11 Uhr versammelten sich die zum Feste Eingeladenen, darunter der Justizminister, der neue Oberschuldirector Bischof Monrad, der Oberpräsident der Stadt, der Schuldirector Borgen und mehrere Notabilitäten. Die Lehrer der Schule und sämmtliche Schüler stellten sich en daie bis an den für den Jubilar angebrachten Sitz auf. Dieser wurde nun vom Vorsitzenden der Schuldirection Herrn Meyer eingesührt, und von den Kindern mit einem Gesang empfangen. Hierauf brachte ihm der Conferenzrath und Oberpräsident Lange im Namen Sr. Majestät deS Königs seinen Glückwunsch, und zum Beweise der königlichen Anerkennung seiner vieljährigen Thätigkeit zum Wohle so vieler Unterthanen Sr. Majestät überreichte er ihm den Ritterorden deS Dannebrog. Indem der Jubilar für die königliche Gabe seinen Dank abstattete, bemerkte er: daß er die Gnade Sr. Majestät um so weit höher schätzen müßte, als feine Thätigkeit in der noch kurzen Zeit Sr. Majestät Regierung so gering gewesen, und, indem er zugleich zur Versammlung sprach, daS „Früher und Jetzt" parallelifirte, wo man die Juden als Mitglieder der Stadträthe (Dürgerrepräsentanten) und als königliche Beamte sieht, gegen vor fünfzig Jahren, wo man eS nicht einmal durchsetzen konnte, einen Einzigen im Rache der Hunderte (Affuranze-Commissionen, die auS Grundeignern bestehen) hineinzubringen. Hierauf nahm Herr Süßkind, Lehrer und ehemaliger Zögling der Schule, daS Wort, und überreichte ihm eine Gabe für die Schule (eine persönliche Gabe hatte Herr Nathansen auSgeschlagen), die in einem Legate von 1050 Thlrn. besteht, mit der Bitte, dieses als daS „Mendel Levin Nathansensche" einstiften zu wollen. Tief gerührt dankte er, erkennend: „daß er die wahre Belohnung seiner Thätigkeit besonders in dem guten Wandel der Zöglinge gefunden, welches ihm in der Zeit deS Drangfals großer Trost und Zufriedenstellung war. Im Namen der Schuldirection glückwünschte und dankte ihm der vr. weä. Ballin, und darauf brachte ihm der vr. Adler den Glückwunsch der Repräsentanten der mosaischen Gemeinde. In seiner Antwort hierauf machte er auf den großen Unterschied der Stellung der Armen der Gemeinde jetzt und vor fünfzig Jahren aufmerksam, und glaubte aus dem Umstande, daß es für unvermögende Eltern nun nicht von Nöthen wäre, ihre Kinder sowohl in Armuth als in Unwissenheit zu hinterlaffen, folgern zu können. Hierauf traten