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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-09-17 · Heft 38 (17.9.1855) · p. Seite 492

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 38 (17.9.1855)
Date
1855-09-17
Page
Seite 492 (sequence 12)
Language
German
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492 zeigen, wie sehr das jüdische Schulwesen blüht und geachtet wird, theilS um Ihnen darzulegen, daß uns an der guten Meinung dieser auch in so weiter Ferne gelegen ist. Literarische Nachrichten. Worms. (Literarische Notizen.) Die Epitaphienliteratur, oder vielmehr die Kenntniß der in dieses Fach einschlazenden Schriften, vermehrt sich nach und nach. Außer den bekannten Schriften von Luzzatto (yi^aT •aast Prag 1841), Mulder (Jets over de begraafplaatsen etc. Amsterdam 1851) und Frankl (Inschristen rc. Wien 1855) ist mir nun auch zugckommen: aLa •zib« von fa Ortaast abb^aistbrrt bsr:*; (Amsterdam 1852). Das Schriftchen enthält 88 Epitaphien und eine Threnodie über rtea erstarb. — Von dem «biographischen Werke über die biblischen Personen von Dr. Beer in Dresden, wird das Wertheimer'sche Jahrbuch im nächsten Jahrgang den Artikel: „Ahron" als Probe bringen. — Die „Unterhaltungen am häuslichen Hcerd" von Karl Gutzkow recuriren setzt öfter auf die jüdisch-literarischen Erscheinungen in letzterer Zeit; so bringen sie Notizen und Auszüge aus Frankens „Inschriften" und aus meinem „Naphschoik Zedikim“, und eine tiefer eingehende Besprechung der „Glaubens- und Sittcnlehrcn des Talmuds" von S. Grünwald. — Ein Freund in Amsterdam rheilte mir unter Anderur folgendes, von Salomon Dubna verfaßte, aber noch nicht veröffentlichte Epigramm mit:?*n bst prvo ■pin rtr rtr ,y*nn nst-ipb yv-in anst!*nbst star rtrnra ■o ,bsta naan aper; Herr Ak. M. Lehren in Amsterdam besitzt ein Manuskript, enthaltend die Minhagim der hiesigen Gemeinde, von Jiphtach Juspa, dem Verfasser des a*oe wrc. Nach der Vorrede — für deren Copie ich dem Herrn Lehren fteundlichst danke — ist das Manuscript im Jahre 1649 geschrieben. Es ist das Vorhandensein dieses Manuscriptes um so erfteulicher, da das hierorts noch vorhandene allzusehr dcfecr und lädirt ist. Das letztere ist bekanntlich von Löb Kirchheim im Jahre 1625 geschrieben. Vergl. die Vorrede meines 2t":. — Von meinem Bruder Salomon Lewysohn in Posen ist erschienen: nartsti arrar-n nan (Wöllstein 5615). Ich beschränke mich an dieser Stelle nur den Inhalt des Schriftchens mitzutheilen. Dorzehestet find zwei Lithographien, darstellend die noch vorhandene Westwand des jerusalemischen Tempels, und die Doppelhöhle. Alsdann giebt Herr Wolf Alexander, Cantor in Wollstein, in einem hebräischen Vorwort Bericht über die in der letzten Zeit in Jerusalem errichteten Wohlthätigkeitsinstitute, wobei neben den Herren von Rothschild, Cohn und Montefiore auch der Redacteur dieses Blattes, wohlverdient um unsere Glaubensgenossen im Orient, rühmlichst erwähnt wird. Hierauf folgt von Lewysohn die deutsche Uebersetzung des bekannten Sendschreibens bstne^b n-’r-irt ■nan, worüber diese Blätter schon berichteten, alsdann „Nachtrag über die historischen Denkwürdigkeiten in den vier Städten Palästinas: Jerusalem, Chebron, Zefath und Tiberias." So wie eine Schilderung eines vor Kurzem entdeckten unterirdischen Ganges in Jerusalem, und endlich Schilderungen über die westlichen Trümmer des Tempels, die Doppelhöhle und die Davidgruft. Wissenschaftliche Noten begleiten den Tert. — Ich kann mich der Bemerkung nicht enthalten, daß neben den trefflichen Werken von Rcland, Raumer und Schwarz dennoch manches Neue in dem angczeigten Schriftchen gestlnden wird, und dieses daher als willkommener Beitrag zur topographischen Kunde des heiligen Landes betrachtet werden kann. vr. L. Lewysohn. Anzeigen. Die Berufung unseres verehrten Rabbiners, Herrn M. Löweustamm, von hier nach Posen, veranlaßt uns, das hiesige Rabbinat anderweitig zu besetzen. Es ist für dies Amt außer den nicht zu bestimmenden Nebcneinkünftcn ein Gehalt von jährlich 300 Thlrn. und freie Wohnung ausgesctzr. Bewerber müssen mit Hatarat Horaalt von anerkannten, streng religiösen Rabbinen, so wie mit Zeugnissen über ihr bisheriges Wirken versehen sein, deutsche Vorträge halten, den Religionsunterricht der jüdischen Zöglinge hiesiger Lehranstalten leiten können und in den letzten beiden Fächern Probe abhalten. Um einstweilige schriftliche, pvrtofteie Anmeldungen binnen 4 Wochen wird gebeten. Fraustadt, den 4. September 1855. Der Verwaltuugs- Vorstand. In hiesiger Gemeinde ist die Stelle eines Lehrers und Cantors unbesetzt, und wird die baldigste Besetzung gewünscht. Freie Station und 100 Thlr. Fixum. Befähigte wollen sich wenden an den Vorsteher Wolfs Löwenflein. Pr. Oldendorf, 26. August.

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