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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-09-17 · Heft 38 (17.9.1855) · p. Seite 486

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 38 (17.9.1855)
Date
1855-09-17
Page
Seite 486 (sequence 6)
Language
German
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486 zunehmen; da hört man von nichts, als von der Schule, von der Methode und dergleichen reden. Eine Thätigkeit, die um so anerkennenswerlher ist, als die Lehrer doch noch nebenbei mir der großen Theuerung zu kämpfen haben, so daß man eS ihnen wohl kaum verargen könnte, wenn sie die Hände ein wenig sinken Wenn wir unlängst in diesen vielgelesenen Blättern die Feier deS 2ojährigen Amtsjubiläums eines kurhessischen Rabbiners geschildert, so können wir nicht umhin, heute die Lehrerwelt davon zu benachrichtigen, daß am verflossenen nso ner nenn der Lehrer Tannenbaum in Wanfried sein 25jähriges Dienftjubiläum begangen. Da war aber freilich nichts von Anerkennungsschreiben und Geschenken, von Festreden und Festessen wahrzunehmen; aber dennoch fühlte sich der Mann an diesem seinem Ehrentage hoch beglückt in dem Bewußtsein, 25 Jahre lang ein treuer Arbeiter im Weinberge des Herrn gewesen zu sein; wahrend eines Vierteljahrhunderts eine ganze Generation für den Glauben unsrer Väter erzogen zu haben. Im Kreise der Familie, zu welcher ein Sohn gehört, der ebenfalls wieder den Beruf des Vaters gewählt, ward still und geräuschlos das seltene Fest gefeiert. L—n. Preußen. Berlin, im August. (V. Z.) Die Synagoge der hiesigen jüdischen Gemeinde, welche wegen baulicher Anordnungen seit einigen Monaten geschlossen ist, wird in den nächsten Tagen wieder geöffnet werden. Das über 100 Jahre alte einfache Gebäude ist unter Leitung des Baurath Knoblauch mit vielem Geschmacks renovirt worden und hat dadurch ein schönes und würdevolles Aussehen erhalten, welches durch die von mehreren achtbaren Seilen, namentlich vom Geh. Commerzienrath Joel Wolff Meyer, Commerzienrath Liebermann und von der Handlung Levy und Aron dem Gorteshause zur innern Ausstattung zugeflossenen Geschenke bedeutend erhöht wird. Berlin, 7. September. (B. Z.) Heute Abend ist die Hauptsynagoge nach Vollendung ihres Umbaues zu ihrer gottesdienstlichen Bestimmung der Gemeinde zurückgegeben worden, nachdem dieselbe bereits am gestrigen Abend für eine Anzahl auf besondere Einladungen erschienener Personen, unter denen sich Se. Ercell. der Handelsminister v. d. Heydt und der General-Baudirector Mellin befanden, zur Besichtigung geöffnet gewesen. Die baulichen Veränderungen bestehen in einer Erweiterung der Vorhalle zur eigentlichen Synagoge, welche zugleich durch zwei mit verzierten Gittern versehene Flügelthüren den ersten Eingang zu der letzteren bildet und welche derart eingerichtet ist, daß für ein kleineres Publikum, namentlich im Winter, darin der Wochengottesdienft abgehalten werden kann. Seitwärts neben der Vorhalle ist ein Zimmer für die CultuSbeamten zum Ankleiden rc. eingerichtet worden. Von der Vorhalle führen zwei Flügelthüren zur eigentlichen Synagoge, welche jetzt mir Gaseinrichtung von der städtischen Anstalt versehen worden ist. Vier mächtige, in elegantem Geschmack gearbeitete Broncekronen verbreiten in der Synagoge ein strahlendes Lichtmeer, ungerechnet einer großen Anzahl Wandleuchter und Candelaber, die letzteren namentlich in der Frauen-Synagoge, welche ebenfalls Gaslicht spenden. In der Mitte der Synagoge ist eine Broncekrone für Kerzenbeleuchtung angebracht, zur Fürsorge für etwanige Störungen der Gasbeleuchtung. Während sonst nur zur Abendseite der Synagoge sich drei über einander liegende Chöre für die Frauen befanden, ist jetzt auch auf der Mittag- und Mitternachtseite je ein Chor angebracht worden, welche größtentheils ebenfalls für die Frauen bestimmt find. Ein Theil des einen Chors ist jedoch für die Aufnahme des Synagogen-ChorS, welches früher seinen Platz unten neben dem Vorbeter hatte, abgeschlossen. Durch diesen veränderten Platz deS Synagogen-ChorS hofft man in der Akustik zu gewinnen. Während früher das Gebetpult und der Altar von einander getrennt waren, sind dieselben in einem Stück verbunden, welches sich auf einem erhöhten Raum befindet, der, durch die Wegnahme der Plätze, für den Synagogenchor bedeutend freier geworden. Das Allerheiligste, ein antikes Meisterwerk, ist in seiner Grundform unverändert geblieben, nur hat dasselbe einen neuen, äußerst lebendigen Farbenschmuck erhalten. Die Säulen desselben sind roth, die Nischen grau marmorirr und mit reichem Golde verziert. Auch die zehn Gebote und die sonstigen Inschriften find reich vergoldet. Die Malerei der Synagoge ist durchaus geschmackvoll und verbindet die Einfachheit deS Gotteshauses mit der modernen Eleganz. Die Grundfarbe der Decke ist weiß, die der Wände hellgrau marmorirt gehalten. Die beiden großen Fenster zur Seite

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