Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1855)
- Date
- 1855-08-27
- Page
- Seite 453 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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453 Alibalh Zion (Die Liebe Zions), ein in hebräischer Sprache geschriebener Roman, verfaßt und hcrausgezeben von Abraham Mapo, Lehrer der hebräischen Sprache an der israelitischen Kronsschule zu Kowna. Wilna 1853. 8., 210 S. — Der Stoff und die Form dieses Romans find acht biblisch, jedoch mit modernem Colorit; die Handlungen fallen in die Zeit Chiskia's, Königs von Juda. Das Arrangement ist trefflich, die Sprache rein und edel, weshalb dieses Buch den Freunden der hebräischen Literatur mit vollem Rechte warm empfohlen werden kann. — Vsb mV, „Immerwährender Kalender der Juden. Hebräisch und deutsch, nebst Tabellen. Verfaßt und hcrausgezcben von R. I. Wunderbar. Dessau 1854. Ler.-8., XV. und 9 S., Verlag von Baumgarten und Comp, in Dessau." Dieses Schristchen will keincswegcs auf eine streng wissenschaftliche Bearbeitung, oder auf eine neue Erörterung des ebräischen Kalcndersystems Anspruch machen, sondern verfolgt lediglich ein praktisches Ziel; indem cs das Nothwendigste, welches zum Kalenderwesen gehört, in hebräischer und deutscher Sprache skizzirt und durch möglichst populaire Tabellen einen immerwährenden Kalender liefert. Der Verleger hat für eine sehr elegante Ausstattung gesorgt, und ist dasselbe (stempelfrci) in allen Buchhandlungen cartonirt ä 10 Sgr. zu haben. — In der Buchdruckerei der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaft zu St. Petersburg sind bis hiezu nachstehende Schriften erschienen und vom Ministerium der Volksaufklärung hcrausgegebcn worden: a) Die 2 4 Bücher der heiligen Schrift, in hebräischem Urtexte und deutscher llebersctzung, nebst largum Onkelos, jonaihan, Massora u. s. w. und den Kommentaren Raschi und Diur. Vollständig in 16 Octav - Bänden, Preis 14 Rubel 70 Kop. S. — b) Auszug aus Maimonides' lall Iiacl,a8alia, mit dem Commentar Migdol-Os u. s. w., nebst deutscher llebersetzung; bis hiezu 4 Octav-Bände. c) Auszug aus dem Ritualbuche Okaie-Allam, 4 Theile, 1854. ll) Zwei Abhandlungen, I. lieber die andachtsmäßige Verehrung, die man dem Kaiser schuldet; ll. lieber die Würde und Bedeutung der Völker unserer Zeit. Hebräisch und deutsch. Gr. 8. 86 und 129 S. — Die Beilage Nr. 99. vom vergangenen Jahr zur Riga'schcn Zeitung enthält einen Aussatz, betitelt: Lcsfing in Berlin, von A. Stahr, worin mehrere interessante Notizen über Moses Mcndelssohn's Leben und Wirken Vorkommen. — Der in Riga erscheinende „Zuschauer" Nr. 7729 vom v. I. enthält eine Rede, welche Pr. Ncumann, Rabbiner in Riga, in der dortigen Synagoge zur Feier des Thronbestcigungsfestcs am 20. November v. I. gehalten hat. — Das zu Dorpat erscheinende Wochenblatt „Inland" desselben Jahres Nr. 12. enthält eine Rccension des von R. I. Wunderbar verfaßten Buches „Geschichte der Juden in Liv- und Kurland", und die zu St. Petersburg erscheinende „Medicinrsche Zeitung Rußlands" enthält unter Nr. 29., Sp. 228 und 229 eine von Di*. Krebel (Mitrcdactcur dieser Zeimng) geschriebene Recenfion des von dem obengenannten Verfasser hcrausgcgcbenrn Werkes „Biblisch-talmudische Medicin, Riga und Leipzig 1850 — 1853. — Posen, im Juli. (Zur Erbauungsliteratur.) Stunden der Andacht. Ein Gebet- und Erbauungsbuch für Israels Frauen und Jungfrauen, zur öffentlichen und häuslichen Andacht, so wie für alle Verhältnisse des weiblichen Lebens. Von Fanny N e u d a, geb. Schmied!. (Prag, bei Wolf Pascheles, Leipzig, bei C. L. Fritzsche, Frankstrrt a. M., bei I. Kaufmann.) Unter vorstehendem Titel liegt unS ein 142 Seiten umfassendes Buch vor, LaS der Beachtung in hohem Grade werth ist, und das wir nicht umhin können, Israels Frauen und Jungstaucn um so dringender zu empfehlen, als es aus der Feder eines Weibes geflossen, und zwar eines Weibes, das sich der dem Buche gestellten Aufgabe vollständig gewachsen zeigt. — Das Weib fühlt sich als das schwächere Wesen in der Menschenwelt in allen Verhältnissen des Lebens weit abhängiger, als der Mann, und empfindet darum auch um so inniger die Abhängigkeit von Gott. Gebete, die einem weiblichen Herzen entströmt find, werden daher, da dem Gebete überhaupt das religiöse Gefühl, das Gefühl der absoluten Abhängigkeit als Quelle dient, zumeist wärmer und lebendiger, als die des Mannes sein. Handelt es sich nun, wie hier, gar um Gebete, in welchen weibliche Gefühle ihren Ausdruck finden sollen, werden wir gewiß nicht anstehen, denen, die einer weiblichen Feder entquollen find, vor solchen den Vorzug zu geben, die einen Mann zu ihrem Verfasser haben. Denn wenn diese auch oft an Gedanken reicher, in ihrem Jdeengange logischer und in ihrer Sprache markiger sein mögen, so werden wir dennoch nur in jenen den wahren Reflex des weiblichen Herzens, das treue Spic- 35** .