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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-08-27 · Heft 35 (27.8.1855) · p. Seite 451

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 35 (27.8.1855)
Date
1855-08-27
Page
Seite 451 (sequence 9)
Language
German
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451 die noch nicht gezahlt, aufgefordert, bis zum 1. Oktober e. das Gelb einzusendcn, weil mit diesem Termin daS Register nach den cingelaufenen Geldern festgestellt, und Zeder ausgeschlossen wird, der fich zwar gemeldet, aber nicht gezahlt hat. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Land au, 5. August. (Privatmitch.) Gestern wurde in Edenkoben daS 25jährige AmtSjubiläum des israelitischen LehrerS Maier Elfaffer daselbst gefeiert. Schon der Festzug, der in die Synagoge, wo die Feier stattfand — der Gottesdienst war bereits früher abgehalten worden — sich bewegte, bezeugte die freudige Theilnahme, die Alle erfüllte. Voran die Schuljugend, Blumenguirlanden und Laubgewinde tragend, sodann der Bezirksrabbiner Dr. Grünebaum von hier mit den protestantischen Geistlichen (der ebenfalls geladene katholische Geistliche war zu der Feier nicht erschienen), der Bürgermeister mit den städtischen Behörden, die Professoren der lateinischen Schule, die Lehrer sämmtlicher anderer Schulen, der Cultusvorstand und die Gemeinde, sowie andere Schüler und Verehrer deS Jubilars. In der Synagoge angekommen, wurde der Jubilar von dem aus den ältesten anwesenden Schülern gebildeten Comite auS seiner im Synagogengebäude befindlichen Wohnung abgeholt, und eS hielt darauf zuerst der wackere Vorstand, Herr Wolf Isaak, in seiner Eigenschaft als ältester anwesender Schüler, der, wie er fich auSdrückte, „zuerst hier den Segen des Unterrichts dieses Lehrers aus der Schule mit in das Leben genommen", eine warme Ansprache in beredtem, tief gefühltem Vortrage an den Jubilar und übergab ihm die auf einem Tischchen vor der heiligen Lade ausgebreiteten Geschenke, bestehend auS zwei baierischen StaatSobligationen, einem herrlich gearbeiteten großen silbernen Pokal, und einem Dutzend silberner Löffel, im Namen seiner Schüler und Verehrer. Der Rabbiner richtete im Namen der Gemeinde Glückwunsch und Dank an den Gefeierten. Gottesdienst mit Predigt und Festtafel folgten. Furth, 26. Juli. Zum Andenken an den vor mehreren Monaten verstorbenen israelitischen Biedermann, Herrn KönigSwarter von hier, hat einer seiner Söhne dem hiesigen Gewerbverein die Summe von 2000 Fl. zur Errichtung einer „Geftllen- und Lehrlings-Stiftung" zustellen lassen, deren Zweck ist, auS den Jahreszinsen deS bezeichneten CapitakS jährlich namhafte Geldpreise an diejenigen Gesellen und Lehrlinge der hiesigen Stadt zu ertheilen, „die sich durch Gewandtheit, Fleiß und Kunstfertigkeit der Arbeit, Willfährigkeit gegen ihre Vorgesetzten, sowie durch sittlich-anständiges Verhallen im häuslichen, wie im öffentlichen Leben auSzeichnen." Preußen. Berlin, 15. August. Die C. B. schreibt: „In der hiesigen jüdischen Gemeinde ist ein Schisma auSgebrochen, welches leicht zu einem Einschreiten der Behörden Anlaß geben dürfte, um so mehr, als man sich in größter Gereiztheit gegenüber steht. Der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde hat nämlich die Einführung von Reformen in den Gottesdienst der großen Synagoge beschlossen, gegen welche sich nicht nur ein großer Theil der Gemeinde, sondern auch des RabbinatS erklärt hat. Im RabbinatS-Collegium sind die Widersacher solcher Reformen mit dem größten Eifer aufgetreten und haben beantragt, diese Aenderungen von RabbinatS wegen zu verbieten und ihre Urheber bei Widersetzlichkeit gegen das RabbinatSverbot mit dem Bann zu belegen." (Die Worte bezeugen, daß eine unkundige, vielleicht böswillige Feder ihr Urheber — denn der „Bann" gehört bekanntlich in Preußen zu den verbotenen, und in unsrer Zeit zu den unwesentlichen Dingen. Red. d. A. Z. d. Jud.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Mähren, 3. August. (Privatmitch.) So oft ich eine kleine Umschau in den jüdischen Gemeinden dieses KronlandeS halte, so oft zeigt eS sich mir, daß ein großer Fortschritt statlfindet. Ich meine nicht, daß jetzt höchst selten eine junge Frau in Israel den eigenen Haarschmuck verläugnet ober gar, daß um deS lieben Geschäftes willen der Sabbath viel von seiner Heiligkeit eingebüßt hat u. s. w. Ich gestehe sogar offen, daß ich manche dieser Reformen mit wahrem Mißfallen ansehe, weil sie zunächst und zumeist nicht auS Ueberzeugung, nicht aus Selbstbewußtsein 35

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