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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-08-20 · Heft 34 (20.8.1855) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 34 (20.8.1855)
Date
1855-08-20
Page
Seite 438 (sequence 10)
Language
German
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438 alsdann nicht verabsäumen, eine detaillirte Rechnung in diesen Blättern zu geben. DaS Comitö zur Renov. d. hies. Alterthümer. Worms, im Juli. (Privatmitth.) Wie Sie wissen, ist Dr. Arnheim von Neuem zum Abgeordneten des baierischen Landtags gewählt worden; hierbei dürfte die Notiz nicht ohne Interesse sein, dass die Kammer aus 144 Mirgliedern bestehe, von diesen aber nur 38 dem frühem Landtage angehörten, unter welchen Dr. Arnheim sich befindet. — Zur Feier der Synagogeneinweihung in Mannheim hat der deutsch-katholische Prediger Heribert Rau ein lreffliches Gedicht „Die Tempelweihe" gewidmet. — Die „Kölnische Zeirung" hebt die „nicht genug zu rühmende" Menschenliebe der Lemberger Israeliten hervor, die in der Schreckenszeit der in Lemberg grasirenden Cholera die Initiative für RettungSinstilute ergriffen haben. — In Frankfurt a. M. bildete sich ein Verein zur Verschönerung der Stadt und Umgegend, diesem Verein machen die Localdlätter den Vorschlag, die Judengasse, „diesen schwarzen Fleck in unserer Geschichte", anzukausen und an deren Stelle freundlichere Bauten hinzustellen. Wird aber dadurch auch „dieser schwarze Fleck in der Geschichte" verwischt werden? — Dr. Zunz gedenkt eine Fortsetzung seines jüngsten Werkes „Die synagogale Poesie des Mittelalters" zu geben. — Der „Asmoaean“ giebt einen Roman „The last of the Asmonean Princesses.“ Irre ich nicht, so hatte diese Zeitung im Jahre 1849 dieselbe, oder ähnliche belletristische Arbeit*). Bühl, 4. Juni. (Privatmitth.) Gestern feierten wir ein schönes, seltenes Fest: die Feier der dankbaren Anerkennung des 25jährigen unermüdlichen Strebens und kräftigen Wirkens unseres allseitig hochgeschätzten Hauptlehrers Herrn M. Sinsheimer. Von einer aus dreien seiner früheren Schüler bestehenden Deputation in das festlich geschmückte Schulzimmer geleitet, woselbst sich bereits die gesammte Schuljugend, die Herren Rabbiner Schott, Oberkirchenrath Zimmermann und Bürgermeister Berger, der Synagogenrath, sowie fast sämmtliche israelitische Einwohner nebst noch anderen Freunden und Verehrem des Geseierten versammelt hatten, wurde der Jubilar *) Die nordamcrikanischen Blätter übersetzten häufig aus dieser Zeitung, ohne Angabe der Quelle. mit donnemdem Hoch empfangen. Nach einer kurzen, aber um so innigem Ansprache von Seiten deS Herm Rabbiners und nach dem Vortrag eines eigens hierzu verfaßten Gedichtes wurden durch zwei Schulkinder im Namen der früheren und jetzigen Schüler die in einem silbernen Pokale und einem badischen 35 Gulden-Loose bestehenden Ehrengeschenke an den Jubilar übergeben, welcher mit sichtlicher tiefer Rührung dankte. Um 12 Uhr fand ein Festmahl statt, welches durch Gesang und Toaste jeder Art gewürzt wurde. Erft spät am Abend wurde mit einem tief ergreifenden, von unserm würdigen Rabbiner gesprochenen Dankgebete dieser Freudentag beschlossen, durch welchen die Gemeinde nicht nur ihrem Lehrer, sondern auch sich selbst ein schönes Ehrendenkmal gesetzt hat. Hannover, 8. August. (Privatmitth.) AuS den Zeitungen werden Eie wissen, daß, nachdem bereits unser abgetretenes Ministerium unsere zweite Kammer vertagt hatte, dieselbe von dem neuen Ministerium aufgelöst worden ist und daß unsere Verfassung mannichfache Veränderungen erfahren hat. Für unS von besonderer Wichtigkeit ist derjenige Paragraph, nach welchem fortan die Wählbarkeit in eine unserer Kammern an das christliche Glaubensbekenntniß geknüpft ist, so daß wir deS passiven Wahlrechts verlustig gegangen sind. Wenn wir nun auch durch diese Bestimmung, falls ihr nicht noch andere Beschränkungen folgen, noch keinen wesentlichen Nachtheil erleiden, da bis jetzt bei uns noch niemals ein Jude Kammermitglied gewesen und wohl auch ohne jene Bestimmung noch lange nicht geworden wäre, so ist es doch zu bedauern, daß nunmehr auch bei uns der Theorie vom christlichen Staate ein Boden gewonnen ist und daß ein Theil der hannoverschen Staatsbürger einzig und allein ihres Bekenntnisses wegen eine gesetzliche Beschränkung erfährt. Bei dem Oberrabbiner Dr. Adler in London lebt jetzt ein vornehmer jüdischer Chinese im Hause, der bereits längere Zeit in Paris war und dessen Großvater Nasih in Bagdad sein soll. Zu seiner Bedienung hat derselbe zwei Negersclaven bei sich, die als rna t»p5i alle diejenigen Gebote halten, die ihnen als solchen obliegen. ES wäre sehr wünschenSwerth, wenn Herr Dr. Adler diese Gelegenheit benutzte, über den Zustand der Juden in China genaue Erkundigungen einzuziehen und dieselben dann mittheilte.

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