Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1855)
- Date
- 1855-08-20
- Page
- Seite 432 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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432 Der erste Troubadour. Der Ritter zieht, Das tapfte Schwert zur Setten, In Kampf und Noth, Für Dame sein zu streiten; Nicht Riese scheut er. Nicht bösen Zaubrers Kraft, Dem Kampfe beut er Die Faust mit Griff und Schaft. Gefangen hält — O Schreckenloos, o herbes — Die holde Maid Der Vormund ihres Erbes In hoher Veste Auf wüstem Berg geleg'n. Dem Felsenneste Wer nahte fich verweg'n? Der Ritter zieht, Das tapfte Schwert zur Seiten, Mit seiner Schaar Für Dame sein zu streiten, Mit Löwenmuthe Verennt er Mau'r und Wall, Mit seinem Blute Bringt er den Thurm zum Fall. Der Frevler todt, Die holde Maid gerettet — Der Ritter stirbt, An ibrer Brust gebettet; Und mit der Zirher Der tteue Sänger naht, Und führt den Ritter Im Lied den Ruhmespfad. Der zweite Troubadour. Viel Schlackten schlug der Paladin Zu seines Herrn Schutz und Gewinn, Sein Ritterthum Zu großem Ruhm Dem Fürsten, der gebeut Und den er liebend scheut. Da naht der Schranzen listig Chor, Vergifter seines Königs Ohr, Und der verbannt Aus seinem Land Dm tteuen Paladin Nach ftemden Fernen hin. Demüthig zieht der Ritter fort. Hoch ehrend seines Königs Wort, Wie brennt der Schmerz, Da fernewärts Von Kind und Weib er zieht, Und schuldlos Schmach ihm glüht! Horch, Schwerterklang, Drommerenschall! Es naht dem Reich des Feindes Schwall, Es drängt die Noth Mit Brand und Tod — „Komm!" ruft der Feind, es sei Die Rache Feldgeschrei!" Da zieht der Paladin das Schwert, Und ruft die Schaar, und steigt zu Pferd, Und stürzt zur Schlacht Mit Heldenmacht, Und donnernd dröhnt sein Schrei: „Mein König! Sieg herbei!" So fiegt er mit gewalr'ger Wucht, Und tteibt des Reiches Feind zur Flucht — Doch fliegt ein Pfeil Mit Todeseil' Jn's Herz dem Paladin Und streckt aufs Feld ihn hin. An seinem Lager steht der Fürst: „O Schmerz, daß Du mir sterben wirst!" Da ruft der Held: „Wies Gott gefällt. Ich sterbe froh und licht. Mein König zürnt mir nicht!" Der dritte Troubadour. Es ragt das Schloß Wohl fest und groß. Wo weilt der Ritter sein? Itzt stehr's verödet und verlassen, Die Wittib nur zieht aus und ein, Ihr Sohn verwaist — sie kann's nicht fassen. Gott will's! so schallt's, Gott will's! so hallt's Von tausend Stimmen her — Das Schwert gen der Ungläub'gm Schaarm,