Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1855)
- Date
- 1855-08-13
- Page
- Seite 425 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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425 Neben der neuen Form ist die ältere Fassung mit aufzunehmen) und die differirenden Gebete find thunlichst der stillen Andacht zuzuweisen. 6) Die selbstständigen deutschen Gebeteund Gesänge bilden einen integrirenden Theil des Gottesdienstes und find, dem entsprechend, ins Gebetbuch aufzunehmen. Sie sollen einfach gehalten, dem Geiste der Bibel entsprechend, vorzugsweise den Psalmen, so wie den älteren jüdischen Gebeten und Gesängen entlehnt sein, und die Religionswahrheiten, mit Hervorhebung der besondren religiösen Bedeutung des Tages, zum Bewußtsein bringen. 7) Die deutschen Gebete und Gesänge sollen der Art abgefaßt sein, daß fie, dem Charakter des Synagogen- Cultus entsprechend, die Mirbetheiligung der Gemeinde durch Responsorien erzielen. 8) Der deutsche Theil des Sabbaih- und Erstmorgengottesdienstes, der zugleich die Predigt enthält, ist in dem Gebetbuche nach dem hebräischen Musaf aufzunehmen, der Art geordnet, daß die betteffenden Gebete nicht nur als selbstständiger Theil benutzt, sondern auch, je nach dem Bedürfnisse der Gemeinden, einzeln in den hebräischen Theil eingereiht werden können. Die 2. Sitzung wird hiermit um 4 Uhr geschlossen. Bei einer privatlichen Besprechung, Abends 6 Uhr, theilt Aub den Mitgliedern der Conferenz die Normalpunkte führ den Leseverein mit, welcher fich, nach Nr. 6. der allgemeinen leitenden Bestimmungen, innerhalb der Conferenz bilden soll. Dritte Sitzung: Mittwoch, Morgens 7 Uhr. vr. Wormser abgereist. — Anwesend die übrigen Mitglieder, wie oben. Es wird, nach Verlesung des Protokolls der vorigen Sitzung, in den Berathungen über die liturgische Angelegenheit fortgefahren, und werden folgende weitere Normen festgestellt. 9) Um den Gesammtgottesdienst nicht übermäßig zu verlängern, soll das Schachariih- Gebet, wenn nicht ein besondrer Frühgottesdienst beliebt werden sollte, nach einleitmdem, der herkömmlichen Form fich möglichst anschließendem Gebete und einer entsprechenden Pause für stille Andacht, mit „Barachu“ begonnen werden. 10) Da am Neujahr- und Versöhnungstage wegen der langen Dauer des hebräischen Gottesdienstes obiger Modus nicht einzuhalten ist, so find die deutschen Gebete auf die verschiedenen Tephilloth zweckmäßig zu vertheilcn. 11) Die sabbathlichen und festtägigen Vorabendgvttesdicnste, bei welchen obiger Modus gleichfalls nicht einzuhalten ist, find der Art zu ordnen, daß auch in ihnen die Berttetung des deutschen Elements in entsprechender Weise geltend gemacht werde. Es ist dies besonders am Vorabend des Versöhnungstages zu berücksich- 12) In dem neuen Gebetbuche ist, besonders in dem deutschen Thcile, dem Anbaue der häuslichen Andacht ein ganz vorzügliches Augenmerk zu schenken. 13) Das Gebetbuch erscheint in zwei Bänden, von denen der eine die hebräischen und deutschen Gebete und Gesänge für Werk-, Sabbath- und Festtage, der andere solche sür Neujahr und Vcrsöhnungstaz enthält. Es wird hierauf der liturgische Ausschuß, bestehend aus den Confcrenzmitgliedern Aub, Präger und Stein, aufs Neue gewählt, rcsp. in seiner Function bestätigt und ersucht, auf der Basis obiger Bestimmungen der nächstjährigen Conferenz das Gebetbuch geordnet vorzulegen. Auf Antrag des genannten Ausschusses werden demselben noch vier Mitglieder zur Berathung beigezeben und als solche: Adler, Formficcher, Levi und Süßkind gewählt. Aub als Vorsitzender der betteffenden Commission, berichtet über Gründung des Lesevereins sür Mitglieder der Conferenz. . Es wird beschlossen, die getroffenen Bestimmungen durch den Druck zu veröffentlichen. Der Verein erklärte fich hierauf innerhalb der Conferenz für constituirt. Zum Bibliothekar wurde Adler, zum Casfier des Vereins Cohn gewählt.— Der Verein tritt mit dem 1. Juli d. I. ins Leben. Aub spricht sich über die Grundsätze aus, die er bei Abfassung seines Religionsbuchs für gelehrte Schulen zu befolgen gesonnen sei, und erklärt zugleich, der nächsten Conferenz jedenfalls einen Theil dieser Arbeit vorzulegcn. Es kommt sodann der Antrag über Redaction eines umfassenden Predigtbuchs zur Verhandlung. Levi bemerkt, daß er in dieser Beziehung das nach den Sidras geordnete Erbauungsbuch von Prager cinpschlcn könne, indem bereits eine größere Anzahl seiner Lehrer von diesem praktischen Buche Gebrauch mache. Andere Mitglieder, welche dies Buch kennen, stimmen bei, jedoch mit dem Hinzufügen, daß der betreffende Antrag auf ein umfassenderes Werk hinziele. Die Versammlung erklärt hierauf, sie halte die Herausgabe eines nach 33**