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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-07-23 · Heft 30 (23.7.1855) · p. Seite 383

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 30 (23.7.1855)
Date
1855-07-23
Page
Seite 383 (sequence 5)
Language
German
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Pflanzen blühen, Thiere wimmeln, und der Mensch, er wandle grade"" — Seinem Worte ward gehorsam Alles mit verschicdnem Pfade; Wie er's schuf in freiem Willen durch sein allgewaltig Wort, Senket das Gesetz er Zedem ohne Wandel ein zum Hort, Daß in ewiger Erhaltung werde und vergeh' das Wesen — Denn nur Er, der Heil'ge, wird sein, wie Er ist und war gewesen. Wißt es, Gott ist einzig, droben nicht und drunten noch ein Gott — Eure Götzen, sie sind Trugwahn, Eure Lehren, sie find Spott — Einig ist Er, stets Dersclb'ge und das allgemeine Sein, Der geschaffen all' Besondrcs, senkt' ihm Seinen Willen ein: Darum ist die Welt sein Werk nur, des Geschaffnen Sum- Jn Gestalt Dir ihn zu denken, in Begrenzung, Mensch, Seht, das hat Er offenbaret Einem Volk, klein an Zahl, Daß es für die ganze Menschheit es bezeug', durch seine Wahl. Habt Ihr es gehört, begriffen, wird die Welt, die eine Einheit, Ach, so weit Eu'r Blick auch dringet, wiederhallen es in Reinheit, Und des Sternenhimmels Leuchten, und des Blüthenfeldes Pracht Euch erweisen nur des Einen heilige, vollkommneMacht!" — „Aber zagst Du vor der Fülle dieser Gottesherrlichkeiten, Sieh, sich selbsten cbcnbildlich wollt' den Menschen er bereiten, Achnlich in dem freien Willen, ähnlich in dem Selbstbewußtsein, Aehnlich, weil er unerschöpflich ihm die Liebe senkte ein, Achnlich, weil er ihm gegeben des Unendlichen Begriff, Da er ihn doch allzucndlich in des Lebens Grenzen rief. Und der Mensch, auf all die Stimmen lauschend, geht den steilen Pfad, In dem Wirrniß der Geschicke folgend seinem eignen Rath, Tragend seines Willens Folgen in der Tharen langen Kette, Tragend aller Orten mir sich seines Jchs bewußte Stätte. Und der Gott, er leitet droben alles menschliche Geschick, Daß der Mensch dem Licht des Lebens öffne immer mehr den Blick, Und der Gott, er richrct droben sicher alle Menschenrhat, Daß gelautert er zum Höchsten lenke seinen Erdenpfad; Aber wenn, die Schuld erkennend, reuig nicdcrsinkcn Sünder, Sendet Gott den Strahl der Gnade auf die irrgegangnen Denn die Folge der Geschicke ordnend mit allweiser Hand, Und woraus des Menschen Wille, eh' er noch in ihm entstand. Wissend, läßt er frei ihn wandeln, leitend doch des Pilgers Pfad, Wie's zu aller Menschheit Heile steht in seinem heil'gen Rath. Seht, das hat Er offenbaret Einem Volke, klein an Zahl, Daß es für die ganze Menschheit dies bezeug', durch seine Wahl. Gott ist einzig, einig, heilig — sein geschaffnes Werk die Welt, Eine unbegrenzte Einheit, welche das Gesetz erhält. Das er eingesenkt den Dingen, die unwandelbar sich wandeln, Aber frei läßt er den Menschen nach dem eignen Willen handeln, Um den großen Pfad der Liebe und des Rechtes zu beschreiten. Die in der Erkenntniß Stteben seinem Blick sich stets erweiten. Dahin führt er seine Menschheit, zu dem fernen höchsten Ziel, Doch des Einzelnen Gebaren und der Völker wirr Gewühl Ziehend zum gerechten Urtel vor allwissendes Gericht — Aber der Vernichtung Fallbeil trifft den reu'gen Sünder nicht! Seht, das hat Er offenbaret, und der Menschheit Stimmen alle Rufen es in tausendfält'gem, jubelvollcm Wiederhalle: Eures Herzens Pforten öffnen freudig sich den hohen Lehren, Des Verstandes Forsch erstrahlen nur die Ueberzeugung mehren, Und die Werke seiner Schöpfung rufen: „Wahrheit ist'S und Recht!" Was in meinem Volk verkündet ein Geschlecht stets auf Geschlecht!" „Doch noch Ein's ward uns gekündet: ist es jetzt auch bald verklungen, Und in Eurer Geister Tiefe nimmer mächttg eingedrungen. Immer wieder, wieder kommt es zu der Völker Hei^ und Ohr, Bis es Eines nach dem Andern überwältigt reißt empor; Wenn Ihr All' erst rathlos stehet, nichts mehr in dem eignen Leben Findend, was Euch Trost vermag, Inhalt, Stütz' und Kraft zu geben. Daran Euch emporzuraffen aus der ttostlos öden Leere — Dann kommt lichtes Leben spendend zu Euch dieses Volkes Lehre,

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