Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1855)
- Date
- 1855-07-16
- Page
- Seite 374 (sequence 8)
- Language
- German
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374 Beamte einer kleinen Gemeinde hat deren elf. Er muß y'fe ,riii72 ,ai sein, pap und ,Bna pp» ,arb ,Vrrra ,smp ,n"a ,nni2. Nur irr darf er nicht genannt werden, denn trotz seiner vielen Aemter hat er dennoch nicht zu viel. Der Standpunkt dieser Gemeinden läßt sich, bei geringen Ausnahmen, mit folgenden Worten bezeichnen: nw Vs w sr Die Aufforderung der königlichen Regierung zur Einführung der Synagogen-Gemeinden hat jedoch sehr Viele hier aus dem Schlafe erweckt, in welchen die Gewohnheit und der JndifferenriSmus sie eingelullt hatte. ES finden sich überall rechtdenkende Leute, die bei der Einreichung der Statuten und der Synagogen-Ordnung auf bessere Einrichtungen Bedacht nehmen wollen. Es ist also auch jetzt der geeignetste Zeitpunkt, ein Wort über die Angelegenheiten dieser Gemeinden zu sprechen. Zuvor jedoch erlauben Sie mir, geehrtester Herr Rabbiner, über den Eifer, der fich jetzt kundgiebt, und der auch in kleinern Gemeinden Nachahmung findet, zu sprechen — den Eifer, Synagogen zu bauen! ES kann und wird auch Niemand in Abrede stellen, daß eS immer ein Gott gefälliges Werk ist, wenn eine Gemeinde freiwillig dem Herrn ein HauS erbauet. Wir wollen dieses Verdienst den größern Gemeinden, die Alles, was einer jüdischen Gemeinde Noch thut, schon befitzen, sehr hoch anerkennen. Es ist dieses ebenfalls eine Tugend, worin sich Israel von jeher ausgezeichnet hat. Wenn aber auch kleinere Gemeinden, welche noch viel RöthigereS anzufchaffen, einzurichten und zu verbessern haben, welche ihren Gottesdienst auch in einem gut eingerichteten Bethause abhalten können, welche die Mittel zu einer Synagoge selbst aufzubringen nicht im Stande sind, sondern zur Beihülfe Anderer ihre Zuflucht nehmen müssen, so kann dieses keineswegs gebilligt werden. Sorget zuerst für tüchtige Lehrer, die euere Kinder in der Religion gründlich und vernünftig unterrichten. Dieses ist die erste, heiligste Pflicht einer jüdischen Gemeinde. Dann ordnet den Gottesdienst, sehet, daß er mit Anstand und Ruhe verrichtet werde und euer Gebet wird, wenn eS mit Andacht geschieht, auch im Bethause erhört werden, denn wir haben ein sicheres Versprechen: An jedem Orte, wo ich meinem Namen ein Gedächtniß stifte, werde ich zu dir kommen und dich segnen (Erod. 20, 21.). Man glaube aber nicht, daß da, wo eine Synagoge erbaut ist, alles Andere auch eingerichtet werden wird. Nein! ich kenne eine Gemeinde, welche vor mehreren Jahren schon eine Synagoge mit vieler Mühe erbaut hat und diese durch feierliche Gesänge und Predigt einweihen ließ, worin aber der Gottesdienst noch jetzt, wie in Ratzken — einem naheliegenden Städtchen Polens — abgehalten wird. Das s"s, unmittelbar an der Chaussee liegend, ist ohne Umzäunung, zum Spott aller Vorbeifahrenden, und von Religionsunterricht keine Spur! Mit dem Aufbau einer Synagoge also glauben solche Fromme schon Alles gethan zu haben. Ein Gespräch zwischen zwei wahrhaft Frommen über diesen Gegenstand mag hier zur Beachtung seine Stelle finden. In Jeruschalmi Schekalim heißt eS: Als Rabbi Chama und Rabbi Hoschaia der Große in den Synagogen zu Ludd umhergingen, sagte der Erste (lobend): „Siehe, wie viel Geld haben unsere Väter hier versenkt!" „Rein," antwortete der Zweite (tadelnd), „wie viele Menschen haben Deine Väter hier versenkt, denn sie hätten das Geld zum Studium des Gesetzes verwenden sollen." — Rabbi Abin verbesserte das LehrhauS zu Sidra. Als Rabbi Mani ihn besuchte, sagte jener: „Siehe, waS ich hier gemacht habe!" Dieser aber antwortete: „Und Israel vergaß seines Schöpfers und bauete Tempel (Hosea 8, 14.). Sorge lieber, daß man die Thora lerne!" — Königsberg, 20. Juni. (Eingesandt.) In Nr. 23. dieses geschätzten Blattes wünscht Jemand von Herrn Professor Dr. Saalschutz über gewisse Punkte nähern Aufschluß. Da Herr Professor Saalschütz für Jeden zugänglich und stets bereit ist, über die Grundsätze seiner Amtsverwaltung fich ohne Rückhalt auSzufprechen, so würde der Verfasser wohl besser gethan haben, diesen kürzern Weg einzuschlagen. Er hätte dann leicht die Ueberzeugung gewonnen, wie weit Herr Professor Saalschütz davon entfernt ist, die Nichtbeschneidung billigen oder gar sanctioniren zu wollen und welche Schritte er bereits in dieser Beziehung gethan. Was den Unterricht betrifft, so ist derselbe bei dem Mangel aller gesetzlichen Zwangsmittel hier in einer Weise organifirt und im Gange, wie eS die Verhältnisse nur irgend gestatten, da der Regel nach jedes Kind der Gemeinde an demselben Theil nimmt. Nachdem erst vor Kurzem eine Anzahl von Knaben und dann von Mädchen — wie : alljährlich seit dem zwanzigjährigen Hiersein deS