Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1855)
- Date
- 1855-07-09
- Page
- Seite 362 (sequence 10)
- Language
- German
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näus", den Josephus nur einmal hat (wir haben ihn allein im Jos. Ant. 13, 12. dreimal gefunden'.), während er sonst diesen König Alerander nennt, nur aus Verwechselung der beiden ähnlich geschriebenen Namen JQNAQHC TANNCAC durch einen Copisten herrühren, und das um so mehr, „da die Form Janncas nicht hebräisch zu sein scheint" (que la forme Janneas ne parait pas hebraique). Diese ganze Hypothese fällt in sich zusammen; wir haben das ganz unverwerfliche Zeugniß des Talmuds für uns, der den König Alerander Jannäus an vielen Stellen ■'60 nennt (vgl. Kid. 66., Ab. Sara 50, a., Berach. 29, a. u. ö.), ja wir möchten -nc (eigentlich rs*’, denn das rr ist nur mat. lect./ wie oft biblische Namen auf die Form rr—, später erhalten, z. B. rnp [1 Chr. 2, 28. 44.; 4, 17.], später ■’STa«) für identisch mit irr» halten, sowie ■'«nr aus *,n:, so konnte auch wohl 'w aus ■jm-' entstanden sein *). — Auf solche Weise erfahren wir aus diesen ehernen Zeugnissen, was uns die Geschichte verschweigt, so wie uns andere Münzen belehren, daß der durch die Parthcr eingesetzte Antigonus (v. 40 — 37) mit seinem jüdischen Namen tvrnn hieß, vgl. die Abbildungen kl. V., die auf der einen Seite „König Antigonus" (griechisch), auf der andern ■jnar: tr>nn73, oder ]N2N rrrn», bei manchen ist auch mn hinzugefügt, haben. Die wie griechische Buchstaben aussehcnden Zeichen LEVE (PI. V, 1.) zwischen den beiden Füllhörnern, find, was de Saulcy nicht zu deuten weiß, althebräische Buchstaben, ■= (>;)N2n). — Somit fallt Las ganze Gebäude zusammen, das Herr de Saulcy sich errichtet, wir werden auch in Zukunft die jüdische Münzprägung von Simon an zu datiren haben, und schreiben ihm unbedenklich alle Münzen zu, die den Namen „Simon Fürst Israels (brriD'' «m: ■pra«)" oder „das heilige Jerusalem (nWriprr a^boim)" nebst der Jahresberechnung „nach der Erlösung Israels", oder „Defteiung Zions" führen. Es bleibt uns nun noch übrig, auf diejenigen Münzen aufmerksam zu machen, die unser Verfasser dem Simon Barcochba zuschreibt, und von denen er an 40 Abdrücke mittheilt. Es finden sich nämlich manche Münzen, die ganz das Gepräge von Simon dem Makkabäerfürsten mir althebräischen Buchstaben haben, aber am Rande grie- *) Auch schon dem Talmud (Berach. 29, a.) war der Name Jannai nicht mehr ganz klar, daher der Ausspruch mnb ■pnm *nnb «d. chische Buchstaben (wie: YILd, d. i. zum vierten Mal Consul, Tr.... Trajan, oder .... TAN. CEB. PEP. AA. d. i. Trajanus Augustus German icus Dacicus u. dgl.). Weil nun einzelne Münzen der Art sich vorfinden, die offenbar umgeprägt zur Zeit des Aufstandes von Barkofiba find (auf einzelnen ist sogar noch das Bild des Kaisers durchschimmernd, vcrgl. Edkhel doci. num. III. p. 472.), so schreibt de Saulcy beinahe alle Münzen Simvn's Sohn Mattathias dem Simon Barcochba zu, in der Voraussetzung, daß Barkusba (denn das ist nach den ältesten jüdischen Quellen sein eigentlicher Name) Simon geheißen und Jerusalem aus der Hand der Römer befreit habe. Aber diese irrige Voraussetzung hat bereits S. Cassel (Encycl. v. Ersch u. Gruber II, 27. S. 14. ff.) des Weiteren widerlegt, als daß hier noch ausführlich darüber abgchandelt werden dürfte. Schon die Betrachtung der Schrift, die die ältern hebräischen Formen trägt, und die schwerlich noch im 2. Jahrhundert im Gebrauch war, hätte von der Anficht, daß Bar Kusba selbstständig diese Formen auftragen ließ, ohne stch an eine alte sanctionirte Präge, die zugleich die ruhmwürdige Defteiung der Vorfahren von dem verhaßten Tyrannenjoch ins Gcdächtniß zurückrief, abführen sollen. Ganz natürlich finden also die genannten Münzen, welche einzelne griechische Zeichen haben, ihre Erklärung, daß man den courfirendcn Kaiscrmünzen den alten Makkabäerstempel aufprägte, während die andern, die nur althebräische Buchstaben tragen, auch dem Simon Mattathias nicht abgesprochen werden können. Eben so natürlich suchte man die so verfälschten Münzen, nvans mm oder JOTia -p man (S. Josepbtha Maasar scheni c. 1.» Thal. jer. das. c. 1., vgl. bab. Babakama 97 b. und Avod. Sara 52 b.) später außer Cours zu setzen, gleich den (das find die abgescheuerten, von unkenntlicher Präge) und den nmsj mür. Diese letzter» beziehe ich auf die zur Zeit des Aufstandes unter Vcspafian und Titus geprägten Stücke (vgl. de Saulcy kl. X. 1. und 2., die wir aber kaum dahin rechnen mögen), welche noch die Züge des Namens „Vespafian" durchschimmern lassen. (S. de Saulcy a. a. O. S. 163., vgl. mit Eckhel a. a. O. III, 496 ff., Mionnrl: descriplion des planches etc. V, p. 552. ff. *). Endlich glauben wir auch noch sehr bescheidene Zweifel hegen zu müssen, daß die kl. 1. *) Cavedoni p. 25. Anm. 14. führt eine Münze aus dem Münzcabinet von Este an, die von Galba herrührt (fie hat nämlich noch die Buchstaben ... PSER ... d. h. Imperator Servias Galba) und von den Juden umgeprägt worden mit dem Stempel von Simon.