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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-07-09 · Heft 28 (9.7.1855) · p. Seite 361

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 28 (9.7.1855)
Date
1855-07-09
Page
Seite 361 (sequence 9)
Language
German
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„Die Bartrussen nun, die Starowerzi, denn nur mit diesen habe ich's zu thun, zerfallen in mehrere verschiedene Seelen, je nach dem höheren oder niederern Grade ihres Fanatismus, der bei den Einen zum freiwilligen Märtyrertod, der Selbstverleugnung, bei Andern aber zur Verstümmelung, der Castration auSartet..... „Abweichend von der jetzt geschilderten ist die Secte der Sabbatniki oder Sabbathalrer, gegründet von einem Moskauer jüdischen Rabbiner; sie verehrt Christus, den Sohn des ewigen Gottes, doch hoffen sie, gleich den Bekennern deS alten Bundes, auf einen irdischen, weltlichen MesfiaS, der sie zu Beherrschern deS ganzen Weltalls machen soll, die Grenzen des heiligen Rußland ausdehnen über die bewohnte Erde. Sie glauben, wie die Sadducäer, an keine Auferstehung, kein Weitcrleben nach dem Tode, gelten als Wahrsager, Zauberer, und lreiben Kabbala, erzielen damit oft sonderbaren Spuck, die allerseltsamsten Resultate; das vom fernen Westen bei uns erst kürzlich eingeführte tsble moving, ist ihnen längst bekannt, und ein Orakel.-" Bon der russischen Grenze, 9. Juni, schreibt man der K. H. Z.: Nach Mittheilung aus St. Petersburg ist es alte Sitte, daß der jedesmalige neue Herrscher bald nach dem Antritte der Regierung daS Reichsarchiv revidirt, von dem Inhalte der Ukasen deS Vorgängers in der Regierung genaue Kenntniß nimmt, und diese entweder bestätigt oder darüber abändernde Bestimmung trifft. Am 3. April (russischen StylS) fand diese Archivrevision durch den Kaiser statt. Er soll dabei einen Ukas deS hochseligen Kaisers Nikolaus aus dem Jahre 1841 vorgefunden haben, des ungefähren Inhalts, daß in Erwägung der von den Einwohnern deS Königreichs Polen seit der jüngsten Occupation an den Tag gelegten Reue und vollständigen Zuneigung zum russischen Throne, die Polen fortan gleiche Rechte mit den andern Nationalitäten des Czarenlhums haben, und ihnen dieselben Kaiser!. Wohlthatcn zu Theil werden sollen, jedoch mit Ausnahme der Juden. Der junge Kaiser soll bei dieser Bestimmung bedenklich geworden sein und geäußert haben: „Solch ein Ausnahmezustand soll fürder in Rußland nicht bestehen. Die Sache wird geändert; ich wünsche, daß ein Jeder im russischen Reiche gleiche Rechte und Pflichten haben soll." Die hochherzige Kaiser!. Aeußerung erfüllte die Stadt mit Jubel, der bis zu den Ohren der Kaiserin Mutter drang. Sie erkundigte sich näher nach den Befehlen deS Kaisers, und als sie die Sache bestätigt fand, entschlüpften ihrem frommen, sanften Herzen die Worte: „Das ist eine Wohlthat, die Gott segnen möge." (Hoffen wir, daß diese Erzählung wahr sei, und daS Gesagte eine Wahrheit werde! Mit der von den Zeitungen jüngst erzählten Verfolgung einer russischen Secte, die nicht zur griechischen Kirche gehört, in Riga stimmt eS nicht überein. Redact.) Nordamerika. New-Dort, im Mai. In diesen Tagen wurde das erste jüdische Hospital in hiesiger Stadt feierlich eingeweiht. Da eS auch eine Synagoge besitzt, so war die Weihe wesentlich gottesdienstlich. Fünf Reden wurden gehalten. DaS Gebäude ist trefflich mit einer Fronte von 50 Fuß und Tiefe von 98 Fuß, 5 Stockwerk und großem Garten, eine Reihe von Zimmern ist für Privatpatienten. DaS HoSpital kann 150 Kranke bequem fassen. Das Gebäude und zwei Theile deS Grund und Bodens kosten 35,000 Dollars, die anderen beiden Theile wurden von Samson Simson Esq. geschenkt. Abends war großer Ball und Banquet, von 600 Herren und Damen besucht, daS prachtvoll, mit schönen Toasten und Reden, abgehalten wurde. Die Sammlung bei demselben trug 7000 Dollars ein. (Nach dem N. N. Herald.) Literarische Nachrichten. Breslau, Ende März. Zur jüdischen Münzkunde. Don vr. Mor. A. Levy. (Schluß.) De Saulcy deutet dies selbst S. 92 an, und will die zweisprachigen (bilingues) Münzen, die griechische und hebräische Aufschriften haben, dem König Alerandcr Jannäus, die aber hebräische allein entbalten, auf der einen Seite „König Alexander" (griechisch), auf der andern „Jonathan der Hohepriester" (hebräisch), dem Hohenpriester Jonathan zueigncn. Er weiß nämlich keine genügenden Gründe für die Identität von Jonathan und Jannäus aufzufinden; S. 70 Anm. meint er, eS könne wohl der „Jan- 28

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