Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 19 (1855)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1855)
- Date
- 1855-07-09
- Page
- Seite 363 (sequence 11)
- Language
- German
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363 mitgetheilten Abdrücke dem Hohenpriester Taddua zur Zeit Alexander des Großen angchörcn, auch sie find, unserer Anficht nach, vom Fürsten Simon geschlagen; die Begründung jedoch würde uns hier zu weit fuhren, da unsere Abficht nur war, ein kurzes Referat über das trotz seiner Mangel schätzenswcrthe Werk zu geben. Jüdische Geschichtsschreiber werden eine Untersuchung über den bcregten Gegenstand nicht umgehen können, und erwarten wir besondervon dem gründlichen vr. Herzfeld, dessen „Geschichte deS Volkes JiSrael" gerade bei Simon Makkabäus angelangt ist, eine eingehende Besprechung. Zum Schluffe sei mir nur noch gestaltet, die Leser dieses Blattes auf eine Münze aufmerksam zu machen, deren Inschrift mir höchst merkwürdig erscheint und über die Herr de Saulcy ganz schweigt. Die Münze ist von Johanan Hyrkan und hat folgende Ausschrift, umschrieben in unsere Ouadratschrift: niirr> d. h. a-iri-n 12m *** bisii -»nan ■pairr di27iaN22 Bis auf drei Buchstaben, die fich an dem Otte, V bia wo wir drei Punkte gesetzt haben, befinden, ist n-?iian Alles klar, ^ainfür ■pmrp findet man auch 0*n auf andern Hyrkan - Münzen und macht weiter keine Schwierigkeit, aber was bedeuten die drei Buchstaben die fich nur auf dieser Münze finden? Schwerlich kann man dieselben anders als sm (möglich auch Oni) lesen, den Sinn weiß ich aber nicht zu deuten und verschweige alle möglichen Conjecturen, in der Hoffnung, vielleicht unter den Lesern dieser Zeitung den glücklichen Oedipus zu finden. Hebräische Inschriften in Sicilien. Es ist gewiß ein sehr verdienstliches Bestreben unserer Zeit, ältere Monumente, welche an die Geschichte . Israels erinnern, vor dem Untergänge zu retten; wir begrüßen daher mit Freuden die neueste Erscheinung auf diesem Felde, Nephaschoth hazadikim von vr. Levysohn, so wie das Unternehmen, die Grabsteine des jüdischen Friedhofes zu Wien zu sammeln, von welchem Vorhaben unS kürzlich diese Blätter berichtet haben. Es sei auch mir erlaubt, einen kleinen Beittag zur jüdischen Monumentalsammlung durch einige Inschriften in Sicilien, einem Lande, das ehemals von sehr vielen Juden bewohnt, uns seit vier Jahrhunderten verschlossen ist, zu geben. Zunz hat (in seinem bekannten Werke: Zur Literatur und Geschichte) Ausführliches über die Geschichte der Juden in Sicilien (S. 484. ff.) mitgetheilt, und mit gewohntem Fleiße und gründlichem Wissen die Stätten angcfiihtt, wo Juden gewohnt haben. Unter diesen ragt besonder- Mesfina hervor, das schon im 6. Jahrhunderte jüdische Einwohner gehabt haben soll. „Der Rcisebcschreibcr Brcithaupt (heißt cs a. a. O. S. 505. ff.) berichtet von den Trümmern einer Marmortafel mit hebräischer Ausschrift, angeblich aus dem Jahre 4200, die dort aufgeftlnden sei; es ist vermuthlich eine viel jüngere Inschrift zum Ehrcngcdächtniß eines Mannes (Moses? Jesaia?), der eine Synagoge oder dergleichen aufführen lassen." Diese Inschrift kennt Zunz nur nach der lateinischen Ucbersetzung, die Landrianus, Hosprediger zu Mantua (Schuot jüdische Merkwürdigkeiten I. S. 127.) von dem Original gemacht hat. AuS dieser lateinischen Ueberttagung versucht nun Zun; die jüdische Denktafel in vier Versen wieder herzustellen, was seinem Scharffinn aber nicht gelingen konnte, da die lateinische Ucbersetzung selbst nach falscher Lesung des hebräischen Tertes angefcttigt ist. Es ist uns geglückt, die Originalschrist in dem berühmten Werke des Fürsten Castcllo di Torremuzza: Siciliae et objacenlium insularum veterum Inscriplionum, nova colleclio Panormi 1769, fol., S. 301. auftufinden. Diese reichhaltige Sammlung meistens lateinischer und griechischer Inschriften, an denen Sicilien sehr reich ist, hat auch einige phönizische, arabische und hebräische, die aber sehr unzuverlässige Abschriften haben, da Torremuzza orientalische Sprachen nicht verstanden hat. So ist auch die obengenannte hebräische Inschrift in einer kaum verständlichen Abschrift gegeben, die nach OliveranuS folgendermaßen gelesen werden soll: 122173722 ic* Tin-rai nri«n 122 pn noa i-na i2iaick 2«n roab irrby an« pr 732 1-222 21n-172 172c Nach dieser ganz falschen Lesung ist denn auch, wie gesagt, die lateinische Ucbersetzung angefertigt; ein Hauptfehler besteht darin, daß Olivetanus (diesen nennt Torremuzza, dem die Lesung geglückt sei) den Reim am Ende jeder Zeile nicht erkannt und auch die Namen ganz ungenau gelesen hat. UnS scheinr die Inschrift also zu lauten: 12172732 1KC2 12-231 2^1871 i:n 711272 i-ro 1:13"* ICK 11171 11223 121? an» p* 722 (?) 1222 *p:n 2TH20 17213 12-23 an.(?Kh)r.2i33 28**