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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-07-02 · Heft 27 (2.7.1855) · p. Seite 350

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 27 (2.7.1855)
Date
1855-07-02
Page
Seite 350 (sequence 12)
Language
German
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350 »ach Ehr. versetzt. Ob ihm dies gelungen, wollen wir hier nur in der Kürze untersuchen, und, diesem Orte angemessen, nur das hervorheben, waS auch für die jüdische Geschichte wesentlichen Nutzen bringt, da unS ohnehin das Typographische bestimmte Schranken letzt. Der Verfasser geht von dem Gesichtspunkte aus, daß, da sich bestimmt von Judas, Jonathan und Johannes Hyrkan Münzen Nachweisen lassen, so müßte man von derselben Präge und' denselben Legenden ähnliche von Simon Nachweisen können. Das sei aber keinesweges der Fall. Der eigenrhümliche Typus jener Münzen: ein Kranz auf der rechten, zwei Füllhörner und ein Granatapfel auf der linken Seite, fände sich nicht auf den dem Simon zugeschriebenen, von denen uns keine geringe Anzahl erhalten ist. In Folge dessen theilt de Saulcy dem Simon gar keine der vorhandenen Münzen zu, einen Theil schreibt er den jüdischen Fürsten kurz nach Alexander dem Große» zu, einen andern dem Simon Barcochba (der Verfasser zweifelt nämlich gar nicht daran, daß Barcochba Simon hieß, davon später!). Sehen wir uns zunächst die Münzen an. die Judas und Jonathan zugetheilt werden! Auf Tab. I. werden zwei Exemplare*), die Herr de Saulcy aus Jerusalem hat, mirgetheilt, die eine (Nr. 1.) hat^fvlgende Inschrift: d. h. msv und muß gelesen werden: barrsar: *-om Vn» mw -ombi (O^in)-'N HJK Das letzte b (^) in der zweiten Zeile ist ungenau fir n (A) ausgeprägt, das -»rs in der vierten Zeile ist nach Analogie vieler andern Münzen, wo cmsr?? vollständig sich findet, unzweifelhaft also zu lesen, das **) (sonst Genosse, Freund, hier----Herr, wie in -,an •py, eine Bezeichnung, die Mischna und Josephta kennen), ist das gewöhnliche Prädicat, das außer br?* ti-ia und •jb» auf den Münzen den Makkabäerfürsten Leigelegt wird. Die Münzen, die den Namen Jonathan tragen, find viel zahlreicher und theilweise schon früher bekannt. Neben ■jrrrr (auch in;*' geschrieben) finden wir bald die Bezeichnung ^ban, bald bvw und bei einigen auf *) Nr. 2. übergehen wir, La das Gepräge nicht ganz unzweifelhaft den Namen Juda ergiebt. *+) Es findet sich, was wohl zu beachten, auf allen mir bekannten jüdischen Münzen nie ^ba, den Juden gegenüber scheinen die Fürsten auS dem Makkabäergeschlecht den einfachen Titel ->ärs gewählt zu haben. der Rückseite AAESANJPOY BAETAES12. Die Stücke mit rein hebräischer Ausschrift legt unser Verfasser unbedingt dem Makkabäer Jonathan, Nachfolger Juda's, bei, während er die mit griechischer Inschrift dem Alexander Jannäus zutheilt. Mannichfache Zweifel stoßen uns bei diesem Verfahren auf; uns scheint die Sache einer geistreichen Hypothese zu Liebe auf den Kopf gestellt, 1) ist die Stelle 1 Makk. 13, 42.*) (vgl. 15, 6.) unverdächtig und sicher, als daß man sie ohne Weiteres beseitigen dürfte, nach derselben aber begann die Münzprägung erst unter Simon; 2) möchte es wohl Juda bei den mannichfachen Bedrängnissen, die er erfahren hatte, schwerlich möglich gewesen sein. Geld zu prägen; 3) finden wir nirgends, daß Jonathan den Königstitel**) angenommen (denn das setzt doch ^b»n ■jnntv voraus!), 1 Makk. 10, 62. spricht wohl von Auszeichnung, die ihm zu Theil geworden, aber nicht vom Verleihen der Königswürde. Endlich kann sich Referent schon aus paläographischen Gründen nicht zu der Ansicht bekennen, daß diese Formen hebräischer Buchstaben, die eine jüngere Gestalt haben, als die auf Simon's Münzen, dem wir nicht anstehen, auch ferner die seinen Namen führenden zuzuschreiben, unter Juda und Jonathan gebräuchlich gewesen sein sollen. Und wozu diese ganze Umwälzung? ,,Das Münzprägen muß schon vor Simon begonnen haben," wendet man ein, „da wir doch Stücke von Juda und Jonathan besitzen." Können denn nicht die Juda-Münzen dem Juda Aristobul (f 104), von dem wir doch manche (vgl. kl. IV.) mit der Ausschrift IOYAA BA2IA. — haben, zugeschrieben werden, sowie die von Jonathan dem Alexander Jannäus? (Schluß folgt.) *) Kal riQ%ato o Xaog 'lopurjX yqucptiv xaXg avyyQa<paig (Urkunden) xal cwaXkayfiaciv (Verträge), vEzovg tiqojzov inl Ei'fiuovog aQXUQtwg (xtyukov xal OTQazTjyov xal rtyovfxtvov *IovÖaiuiv. Daß der Verfasser dieser Erzählung treu berichtet, wird durch die Münzen selbst bestätigt, Simon führt auf denselben den Titel b«w\ und die mit Prägungsjahrcszahl versehenen lauten: yrat nbawb n:» * * * *, oder bcnsr nbfiob, 'w* nv-inb, abcr-p rrr.nb u. dgl. **) Nach Jos. Ant. 13, 11. hat Aristobul erst diesen Titel angenommen.

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