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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-07-02 · Heft 27 (2.7.1855) · p. Seite 340

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 27 (2.7.1855)
Date
1855-07-02
Page
Seite 340 (sequence 2)
Language
German
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340 Nein, nein! der Harfe mächtig Dröhnen Will fingen von gewalt'gen Strömen, Die durch der Erde Länder schwellen, Und selbst im Meere nicht zerschellen... Soll ich den Helden fingen? Den Kampf und das gcwalt'ge Streiten? Den Krieg, die Schlacht, ein kühnes Reiten Mit Schwcrterblitzen, Lanzensplittern, Daß Völker zittern, Daß Throne finken, Und Siegespalmen ferne winken?- Schau, an des Helden Händen blinken Die Tropfen Blutes — Blut ist Fluch — Und Fluch ist Haß — Und Haß uni Fluch und Blut, Sie find nicht Juda's Geist, Nicht Iuda's That und Sang, Rausch hin, Du grauenvoller Klang, Der Menschenschrecken Feier, Vorüber — nicht aus Iuda's Leier, Die Gort geweiht. Soll ick> der Menschen Freud' und Wehe fingen? Den Wein, die Lust, des Satyrs keckes Springen, Die Trauerklänge aus gebrochnem Herzen, Des Lebens mild und wild erloschne Kerzen?.... Sie kommen, geh'n, wie Flurh auf Fluch, Wie's strömt, wie's ruht Im Augenblick Rauscht auf, zurück; Und was die Stunde hat geboren. Ist mit der nächsten rasch verloren. Nein! Zion, wie Du fest auf Fels gegründet, So klinge Deiner Harfe Spiel Von dem nicht, was die Zeit entzündet Und wieder löschet, sonder Ziel — Du, Gort geweiht — Von Gott geweiht Eh' noch ein Lied von Menschenlippen klang. Sei auch für Gott geweiht Durch aller Zeiten Sturm und Drang!... Wenn drum der Lenz mit Purpursohlen Auf Berg und Thal, ein Sieger, tritt; Wenn duft'ge Blumen seinem Schritt In meinem Herzen auch entquollen; Und wenn, wie er holdselig blickt. Mir in den Arm die Harfe drückt: Ach, wie die Lerche steigt empor, Ihr Liedlein wirbelt aus Gewölk hervor — Wie gen die Sonne zieht die Kreise Der Aar, kaum fichtbar und ihr doch so fern — Wie Mond und Erd' in ew'ger Weise, Und Erd' um Sonne, Stern um Stern, Und aller Stern' und Welten Schaarcn Die Bahn um Einen Weltstern wahren — So kann zu Dir, Herr, Iuda's Sang nur schallen, Ob in der Tempel hohen Hallen, Ob in des Himmels lichtem Raum, Nur Deiner Herrlichkeiten Saum Mit kühnem Geist und vollem Herzen fassen, Tief unter ihm bleibt dieser Erde Rund, Er muß die Schätze dieser Erde lassen. Nicht Heldenthum vermag sein Mund, Nicht Jugendlieb' und Menschenweh zu künden — Die Bahn zu Dir, o Weltgeist, muß er finden. Von Wolk zu Wolk', von Sonn' zu Sonne steigend, Bis er, den Schemel Deines Throns erreichend. In Purpurgluth und Saphirblau erbleicht, Verklärt vor Deiner Majestät, und schweigt!... II. Dunkel bedeckte die Erde, Finsterniß die Nationen. IesaiaS. Schwarzdrohend steht es auf den Höh'n — Die Wolkenschlacht beginnt — Herunterstürzt in's Thal der Riese Föhn, Und bricht den Stamm und kracht die Hütte ein — Der Regenguß in Bächen rinnt. Und schwemmt die Halme von dem Feld hinweg, Und schleudert mit gewalt'gem Stein Zerttümmernd fort den letzten Steg; Und durch den Wirbel zuckt der Blitz herab, Und zündet die gefüllte Scheuer, Und schlägt vom lecken Schiff die Steuer — — Da finkt voll Angst der Mensch aufs Knie, Und streckt die Hand zur Wolk' empor. Aus der der Schrecken bricht hervor: „O schweige, Donnergott, Gewölk, verzieh, Ich will Dir reiche Opfer bringen. Dir will ich Weihelieder fingen

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