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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-06-25 · Heft 26 (25.6.1855) · p. Seite 336

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 26 (25.6.1855)
Date
1855-06-25
Page
Seite 336 (sequence 10)
Language
German
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336 Ernst m. p. Ferdinand Pauschal, dir. Schul- Oberaufseher m. p." — Daß die Herren Lehrer bei der Prüfung den Herren SchuldistrictSaufsehern die Beförderer des Schulwesens anzugeben unterlassen, finde ich ganz natürlich, da die Herren Lehrer sonst den größten Theil der Gemeindeglieder mit Namen anführen und auözeichnen mußten — und man kann daher hier buchstäblich das Wort der Schrift (4 B. M. 16, 3.) anwenden: a*>amp aba t-nrn ba ■•a („denn die ganze Gemeinde sind lauter Heilige"). — Welcher Jude ist kein Beförderer der Schule und des Unterrichtes? Welcher Jude bringt nicht Opfer, schwere Opfer für Schule und Unterricht? Wie viele kleine Gemeinden giebt es nicht, die eine gehörig aus der Gemeinde- und Schulcasse dotirte Schule haben! Ohne Brot ist keine Thora (kein Erwerben und Mittheilen von Kenntnissen möglich), sagen die Alten (rr-nn nap ■pis as), und ich rechne diejenigen zu den eigentlichen Beförderern des Schulwesens, die vor Allem dem Lehrer ein mäßiges Auskommen zu verschaffen sich bestreben. Und haben nicht selbst Lehrer kleiner Gemeinden, oft bloS nur 50 Familien zählend, durch Unterricht der dritten Clasfe k. ein Einkommen von 400 — 500 Fl. C.-M.?! Trägt dazu nicht oft der ärmste Jude sein Scherflein bei? Müßten die Herren Lehrer nicht oft gerade den ärmsten Hausirer als Beförderer deö Schulwesens nennen, der ihnen ein ansehnliches Schulgeld zahlt und gern zahlt, daS weit über dessen Vermögensverhältnisse reicht und der also daS größte Opfer für die Schule bringt? Wahrlich, es giebt unter den Juden Mährens keine einzelnen Beförderer des Schulwesens; denn alle Gemeindeglieder sind Beförderer desselben! aVn -isra n^nn -pabn ist noch immer ein beim Juden geläufiges und geachtetes Sprichwort. D. O. Aus Böhmen, 6. Juni. (Privatmitth.) Lassen Sie mich, schreibt man der allg. Zeirg. auS Böhmen, eines nachahmungswürdigen Beispiels religiöser Toleranz erwähnen. In dem Städtchen Königöwarr ward im Jahre 1851 auch ein Israelit in den Gemeindevorstand gewählt, bei dessen kürzlich erfolgtem Tode nicht bloS die ganze Bürgerschaft dem Sarge folgte, sondern es erwiesen die Gemeindevorstände ihrem Amtsgenossen die letzte Ehre damit, daß sie allein den Sarg zum israelitischen Friedhofe trugen und erst am Eingänge der ritualen Begräbnißgesellschaft übergaben. Zur Ehre der wackern Bürgerschaft sei bemerkt, daß der Verstorbene (H o f m a n n war sein Name) nicht etwa ein reicher, sondern ein Ehrenmann (sie!) war und die Judengemeinde KönigSwart zu den ärmern deS Landes zählt. — Die Fälle, daß Juden in den Gemeinderath als Räche und dergleichen gewählt wurden, sind in Böhmen und in Mähren seit der Gemeindeordnung vom 17. März 1849 gar nicht selten — und eS wäre interessant, wenn ein Correspondent dieser Zeitung die Zahl derselben, weil man eben daS neue Gemeindegesetz täglich erwartet, angeben möchte. Weßprim, 1. Juni. (Privatmitth.) In Rr. 21. dieser Blätter wird das Vorgehen bei der Wahl deS dermaligen Herrn Predigers und RabbinatS - Verwesers, welcher in dieser Eigenschaft Seitens der h. Districtsregierung auch mit der Direction unserer Gemeindeschule betraut worden, von einem Herrn Fuchs auf hämische Weise angefochten. Wir erachten eS weit unter unserer Würde, , mit gleichem, wohlverdientem Unglimpf zu erwiedern. Da eS sich bei der angeregten Wahl nicht um definitive Wiederbesetzung deS RabbinatS, sondern nur um vorläufige Verweserschaft desselben handelte, war der Vorstand gesetzlich ermächtigt, diese Angelegenheit im Einvernehmen mit dem weitern Ausschuß der Gemeinde zu erledigen. Dennoch kam der Culrusvorstand auS Rücksichten der Billigkeit den Wünschen des Herrn Predigers Friedr. Mannheimer, der ausdrücklich die Berufung fämmtlicher Gemeindeglieder verlangt hatte, so weit entgegen, daß ein gutes Drirrheil der ganzen Gemeinde als Repräsentanten derselben zur Wahl zugezogen, und diese unter oberbehördlicher Assistenz zur allgemeinen Befriedigung auf Herrn Prediger Mannheimer gefallen, dessen pastoraler Wandel und aufopfernde Hingebung sowohl, wie die schon jetzt ersichtlichen, sehr erfreulichen Zeichen seines menschenfreundlichen Wirkens die Erwartungen der Gemeinde vollkommen rechtfertigen. Der isr. CultuSvorstand zu Weßprim. Amerika. Aus Nordamerika, im Mai. (Privatmitth.) Eine einzige Frage ist es, welche biö jetzt in Amerika der

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