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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-06-25 · Heft 26 (25.6.1855) · p. Seite 330

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 26 (25.6.1855)
Date
1855-06-25
Page
Seite 330 (sequence 4)
Language
German
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330 Tempel stand, näher zu bestimmen (vgl. Journ. Asiat. 1853, Zunihest). Wir haben nun eines Fundes zu erwähnen aus den genannren Gegenden, der mehr direct das Zudenthum und die semitische Sprachwissenschaft, besonders die semitische Paläographie betrifft, eines Fundes, den wir dem rüstigen Layard, der neben einem Dotta und Rawlinson bereits so Ruhmwürdiges für daS assyrische Alterthum geleistet, verdanken. Layard hat auf seiner letzten Reise nach Assyrien auch den Ruinen von Babylon eine größere Aufmerksamkeit, als dies bisher geschehen war, geschenkt, und seine Bemühungen find reichlich belohnt worden. In dem Werke, worin er diese Reise beschreibt: Discoveries in the ruins of Nineveh and Babylon...., being the result of a second expedition, London 1853, heißt es (S. 529) in wörtlicher Uebersetzung also: Der Amram-Hügel ist., wie fast alle die Babylon umgebenden Höhen, zu Begräbnißplätzen noch lange nach der Zerstörung der großen Gebäude, deren Ruinen er bedeckt, gebraucht worden. Verschiedene daselbst ausgegrabene Glasarbeiten, Terracotta-Figuren, Lampen und Krüge find augenscheinlich aus der Zeit der Seleuciden oder der griechischen Herrschaft. Unter diesen Ueberbleibseln waren auch fünf irdene Näpfe oder Schalen und Bruchstücke von andern. deren innere Fläche mit Buchstaben bedeckt ist, die mit einer Art Dinte geschrieben find. Aehnliche Gegenstände waren bereits in andern babylonischen Ruinen gefunden worden. Die Buchstaben find den hebräischen nicht unähnlich, theilweise gleichen fie den Zabischen und Syrischen. Diese Schalen und ihre Zuschriften waren nicht genau beachtet worden, bis fie in die Hände des Herrn Th. Ellis, angestellt bei den Manuscripten des britischen Museums, eines ebenso gelehrten als scharffinnigen Kenners des Hebräischen, gelangten. Nach vieler Mühe ist es ihm gelungen, die Inschriften zu entziffern, und ich will nun mit seinen eigenen Worten einen Bericht über diese merkwürdigen Ueberreste geben. „Eine Entdeckung, die fich auf die gefangenen Juden in Babylon bezieht und demgemäß für Orientalisten und besonders für Bibelforscher von großem Interesse, ist von Herrn Layard auf seiner zweiten Reise nach Assyrien gemacht worden. Unter verschiedenen merkwürdigen, an den Ufern des Euphrat und in den Ruinen des alten Babylon aufgefundenen Gegenständen waren mehrere Näpfe oder Schalen von Terracotta, deren innere Fläche ringsherum Inschriften in der alten chaldäischen Sprache hatte, geschrieben in ganz unbekannten Schriftzeichen, die, wie ich glaube, nie zuvor in Europa gesehen worden („written in characlers wholly unknown, and, I believe, never betöre seen in-Enrope“). Die Buchstaben scheinen ein Gemisch von Syrisch und Palmyrenisch zu sein, und in einigen Fällen find fie den alten phönizischen ähnlich. Den Inhalt dieser Inschriften bilden Amulette oder Zauberformeln gegen böse Geister, Krankheiten und alle Arten von Mißgeschick." — „Im Ganzen werden sechs vollständigere Inschriften nebst dem summarischen Inhalt der Bruchstücke mitgetheilt. Sir. 2., 3. und 4. enthalten eine Beschwörungsformel gegen Gespenster ('aans), Flüche (Knanb), Satan und besonders gegen Krankheiten (piaaa) unter Anrufung von Engeln, welche die mannichfaltigsten Namen führen, wie wir fie zum Theil in dem Sepher Rastel finden (ein Engel hat;. D. gar elf Namen KBKbn -jN72« -MS in M**b rrtn), und schließt mit paK ■}»» Mbö. — Nr. 5 ist ein Amulet (ns^ap), dessen Schrift schon ganz unserer O-uadrarschrift nahe kommt, und die bereits Wortabtheilung und Schlußbuchstaben hat. Sie beginnt mit den Worten sinn rnsD “,a pa M2nap amnm__und schließt mit Mbo faK paK. Leider find viele Wörter fast erloschen, jedoch ist so viel klar, daß die MS->ap schützen soll „pn Mnanb ■jai no->n ^a nspri -ist ns-, nia pan p-was Kba*» p-nasa. terea r-nsKi « K ^sma »'sma pai p*»* 1721 awr’O'aa Ksaaa". — Aus der Mischung so vieler hebräischer Wörter unter die chaldäischen läßt fich auf ein ziemlich junges Zeitalter schließen, wenn nicht schon daS Graphische genugsam dafür spräche. Nr. 6. ist in syrischer Schrift, fast ganz unleserlich, von ähnlichem Inhalte. Am wichtigsten und unzweifelhaft die älteste ist Nr. 1. Wir theilen fie hier nach der Lesart und Uebersetzung vr. Levy's mir. Nämlich: n:svbi pmab Ka^wb rrs-2 paM pbaa*>a Kn-b-bi dabi K-na aiaaKbi rr^vrV) p-nabi pan T'a-nasÄ-' K-iaa nna -,ai pa p-ana ^na piMa pa Ka^bts •'•»rro •naoa pmaba saa aa s rrb« bis r:na nnaa na Mn^b öbaaM •’aby vr:sa«a rtn^bn Maa .raby «:raoa rrapi: srr aaa ssr Mn^b^b "aaian paao bs a^bm KiM K-ia*u r}pv>a Mn-'d-iiasi paab •’bo M2-a pan"' n->baa km km pbap^a na km Kn^b *>bs panaa Kaa M->a ^an pa p->:na pa -,aMaa Mn>>a ^ai pM^bs palM Kb arni paM'i pari pa^tt ip**a-'ai inaai npnsn panana nb'apn pa^a*»* bnptt ->ia'iM m«a pa p^na pa pinan nna ya nbrw mprsan Kaan rjp'na M^ap pba'pa am» ö'ba nM’bn Mbö ",aK p:K paK Mi-ro aab vv ■jn^b sa^b yartnrt

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