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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1855-06-18 · Heft 25 (18.6.1855) · p. Seite 320

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
19 (1855)
Issue
Heft 25 (18.6.1855)
Date
1855-06-18
Page
Seite 320 (sequence 6)
Language
German
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320 deihen, Zank und Hader gemieden und Frieden allenthalben walten. © Aus dem Regierungsbezirk Trier, 25. Mai. (Privatmitth.) Stellt man einen Vergleich an zwischen dem Zustand der jüdischen Gemeinden unseres Regierungsbezirks, wie er noch vor zwölf Jahren war und jetzt ist» so gewahrt man mit Freude einen bedeutenden Fortschritt sowohl in Beziehung des Gottesdienstes, als auch deS JugendunterrichtS. ES ist recht erfreulich, wahrzunehmen, wie viele Gemeinden, mitunter sehr kleine, die größten Geldopfer zur Hebung deS Gottesdienstes und der Schule nicht scheuen. Von diesem neu erwachten Leben überzeugt man sich leicht durch die vielen neuen Synagogen, die während des letzten DecenniumS, selbst in kleinen Gemeinden, erbaut wurden, und durch daS durchgängige, lobenSwerthe Streben, für einen genügenden Jugendunterricht zu sorgen. Die Gemeinden lernen nach und nach einsehen, welchen Werth ein gedeihlicher Unterricht für die Jugend hat und strengen sich an, solche Gehälter zu geben, durch welche sie dem Fache gewachsene Lehrer für die Jugend und würdige Vorderer erhalten. Somit hebt sich Synagoge und Schule von Jahr zu Jahr immer mehr und wenn der Eifer unserer Gemeinden so fort rege bleibt, dürften dieselben in einem Jahrzehend als Muster deS religiösen Strebens gelten. Mit der Zeit werden gewiß auch die frommen Wünsche in Bezug der definitiven Anstellung der Lehrer und der Einführung eines anftändrgern Gottesdienstes, der in wenigen Gemeinden noch fehlt, erfüllt werden. Es wird gewiß dem rastlosen Streben und Wirken deS thäligen, für sein heiliges Amt begeisterten Herrn OberrabbinerS Kahn utiter GotteS Hülse gelingen, den manchen vorhandenen Uebel ständen noch abzuhelsen, wie eS ihm bisher gelungen ist, so Vieles rn den Gemeinden zu verbessern und zum Heile zu gestalten. Denn nur se-nem Feuereifer für alles Göttliche ist der erfreuliche Umschwung in unseren Gemeinden, sowohl in Schule als Synagoge während feiner Amlsverwaltung zuzuschretben, der trotz der Willkür, mit welch r uns re Gemeinden dermalen noch verwaltet werden, Nicht zu verkennen ist. Zu welchen erfreulichen Hoffnungen wären wir erst berechtigt, wenn Synagoge und Schule nach dem Gesetze von 1847 verwaltet würben und in unfern Gemeinden die regellose, erkünstelte Verwaltung einer gesetzmäßigen weichen müßte! Viele Hindernisse, deren Beseitigung, wie die Erfahrung lehrt, bisher unmöglich war, wären dann von selbst verschwunden, und die Ausführung so mancher von unserm Oberrabbiner getroffenen, Synagoge wie Schule betreffenden Anordnung, die in manchen Gemeinden auf finanzielle Hindernisse stößt, würde nicht so lange auf sich warten lassen, wie dies in manchen Gemeinden und namentlich in der Gemeinde Illingen der Fall ist, wo zu wiederholten Malen schon der so nöthige Neubau einer Synagoge und eines Schulhauses beschlossen, bisher aber noch nicht ausgeführt wurde. Woran eS aber liegt, daß die Verwaltung der Synagogen- Gemeinden in unserm Regierungsbezirk nach dem Gesetze von 1847 noch nicht eingeführt ist, wissen wir eigentlich nicht. Schon im Herbste 1853 hat unsere königliche Regierung dieses Gesetz wiederholt aufgegriffen und zum zweiten Male Gutachten von Gemeind edeputirtcn über die Einrheilung der Synagogen-Gemeinden gefordert. Die Gutachten wurden abgegeben und seitdem ist bei uns nichts mehr geschehen, während bereits in manchen Gemeinden anderer Regierungsbezirke, wie in diesen Blättern schon berichtet wurde, Einrichtungen nach dem erwähnten Gesetze getroffen wurden. y. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 22. Mai. (Privatmitth.) Ueber den Bau deS Tempels sind aufs Neue Berathungen gepflogen worden, und es wurde beschlossen, ein plus von beiläufig 50,000 Fl. für denselben zu bestimmen, damit eS ein wahrer Prachtbau werde. Er soll zur Ehre GotteS dastehen und zugleich eine Zierde der Residenz sein. Ueber den Geist, der in demselben walten soll, ist noch gar nichts bestimmt. Wer wollte dies auch sagen, hängl doch daS zumeist und zunächst von dem Manne ab, der an der Spitze stehen wird. So viel ist gewiß, daß von dieser Wahl sehr vieles abhängt. Wir haben hier zwar kerne Panel der errremen Reform. E»nige Wenige, die vielleicht zu ihr gehören mögen, kümmern sich nicht ihrer relig.ösen Ansicht oder Uederzeu'gung, dre sie von Zeit zu Zeit anwandelt, nach Außen einen Ausdruck zu geben. Datür aber »st die hyperorthodore Partei sehr thätig. Der Ehr-

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